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3rd World Electric

Kilimanjaro Secret Brew

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion
Label: Reingold Records
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Roine Stolt guitar, rhodes, minimoog, synth, percussion, clavinet
Jonas Reingold bass, keyboards
Zoltan Csörsz drums
Karl Martin Almqvist tenor saxophone, soprano saxophone
Ayi Solomon congas, shakers, percussion

Gastmusiker

Lalle Larsson synth, rhodes, grand piano
Dave Weckl drums (5,8)

Tracklist

Disc 1
1. Waterfront Migration   (Stolt) 7:50
2. Ode To Joe   (Stolt) 4:59
3. Capetown Traffic   (Reingold) 5:38
4. Downbeat Dakar   (Reingold) 6:16
5. The Lava Juggler   (Reingold) 5:30
6. Kilimanjaro Secret Brew   (Stolt) 7:02
7. Tin Can Robots   (Stolt) 6:04
8. Children Of The Future   (Stolt) 9:02
Gesamtlaufzeit52:21


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Irgendwann im Sommer 2008 hatten Roine Stolt und Jonas Reingold die Idee "mal was in Richtung Fusion" zu machen. Als Vorbilder sollten die großen Bands aus der Hochzeit Mitte der 70er Jahre dienen, wie Return To Forever, Weather Report, Mahavishnu Orchestra, Billy Cobham, Herbie Hancock und so weiter. Gesagt, getan...

Zusammen mit einigen Kumpels, darunter der wohlbekannte Zoltan Csörsz, Keyboard-Wizzard Lalle Larsson und als richtig großer Name Dave Weckl, entwickelten Stolt und Reingold einige ihrer Kompositionsskizzen zu richtigen Titeln. Voila, 3rd World Electric hatten das Licht der Welt erblickt. Dabei hatte Stolt ohnehin begonnen einige Songs als Tribute für Joe Zawinul zu komponieren.

So verwundert es nicht, dass "Kilimajaro Secret Brew" oftmals wie eine verschollene Weather Report-Platte klingt. Perkussive Keyboard-Stakkatos treffen auf locker groovende afrikanisch-arabische Rhythmen und kräftig geblasenes Saxophon. Rhodes, Clavinet, Minimoog, das Instrumentarium ist geradezu klassisch. Reingold spielt wunderbare, melodische, manchmal sanft frickelnde Blubber-Basslinien. Stolt gibt uns den Di Meola und verblüfft als fusionesker Keyboarder. Lalle Larsson brilliert mit einigen scharfen Synthie-Solos und veredelt den Schlusstrack mit perlendem Pianospiel. Und Zoltan Csörsz zeigt Dave Weckl wer der wahre Groove-König ist (wobei Weckl natürlich nicht schlecht spielt).

Über dem ganzen Album liegt ein entspannter, aber nicht langweiliger, Groove. Die Musik brodelt sanft vor sich hin, niemals aggressiv, aber auch niemals beliebig und gar vor sich hindudelnd. Die Produktion verleiht dem Ganzen noch einen klaren, aber sehr warmen, ja fast schon heimeligen, Sound.

70er Jahre-Fusion, gekonnt wiederbelebt und voller Seele und Spielfreude dargeboten. Ein sehr schönes Album, was uns hier die Schweden-Connection vorlegt und siehe, der Roine kann's schon auch noch jazzig, wenn er nur mag.

Anspieltipp(s): eigentlich alles
Vergleichbar mit: siehe Rezi-Text... Weather Report, Return To Forever & Co. im modernen Klanggewand
Veröffentlicht am: 21.10.2009
Letzte Änderung: 22.4.2013
Wertung: 11/15

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Von: Kai Lorenz Kruppa @ (Rezension 2 von 3)


Das durchaus hörenswerte Album mit dem Titel Kilimanjaro Secret Brew ist eine Veröffentlichung aus dem Wirkungskreis der schwedischen Progband The Flower Kings. Wie in der obigen Rezension bereits dargestellt, geht es um ein Wiederaufleben bzw. Wiedererleben einer musikalischen Richtung, deren weltweite Anhängerschar vermutlich täglich kleiner wird.

Roine Stolt und Jonas Reingold, die für das Projekt den bekannten US-Drummer Dave Weckl gewinnen konnten, schreiben im Booklet zu dieser Thematik folgendes: »For those of you who are not familiar with the phrase FUSION, or are too young to remember the wild and vivid 1970s of bellbottom denims, Shure SM 58 haircuts, Rhodes pianos with fuzz, ringmodulators and drumkits bigger than a schoolbus. It's a musicform that fuses jazz, rock, african, electronics, folk or any other cool music form known to man or animal.« So weit, so zutreffend. Spannend ist die Frage, inwieweit die stilistische Heimat der Flower-Kings-Musiker Stolt, Csörsz und Reingold konkreten Eingang in das Album gefunden hat. Die Frage muss jedoch unbeantwortet bleiben bzw. verneint werden. Chance vertan. Denn wirklich reizvoll wäre ein Album gewesen, das den Begriff Fusion gleich in einem zweifachen Sinne gestaltet: Also nicht nur eine Mixtur aus Jazz und Rock, sondern eine zeitgleiche Berücksichtigung der facettenreichen Elemente des Progressive Rock. Davon aber kann hier kaum die Rede sein.

Das Rad wurde mit diesem Album erneut erfunden, aber niemand hat darum gebeten. Übrig bleibt ein überdurchschnittlich gut eingespieltes und produziertes Album, das zweifelsfrei keinen Liebhaber von Fusion-Klängen enttäuschen wird. Doch die Fusion-Klassiker der 1970er-Jahre bleiben auch nach der Veröffentlichung von Kilimanjaro Secret Brew die bessere, weil spritzigere, lebendigere Alternative.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Billy Cobhams schwächeren Alben.
Veröffentlicht am: 5.4.2010
Letzte Änderung: 22.4.2013
Wertung: 9/15
Ein gutes Fusion-Album, aber ohne Ecken und Kanten!

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Das Wichtigste gleich zu Anfang: WOW!

Dieses Album schlummerte jahrelang auf meiner Festplatte. Als ich es kürzlich anspielte, wusste ich mit der Band 3rd World Electric erstmal nichts anzufangen. Aber was für eine Scheibe! Wow! Dann der Blick in die BBS. Roine Stolt?!

Dass Ausflüge in progfremde Genres auch in die Hose gehen können, hat Stolt höchstselbst mit Wall Street Voodoo schon bewiesen. Zu müde und leblos war sein Bluesrock-Doppeldecker. Aber hier trifft er voll ins Schwarze. Fusion und Jazzrock haben er und seine Mitstreiter drauf und offenbar im Blut. Und wie! Vom technischen Handwerk kann man Reingold und Csörsz ohnehin nichts vormachen. Diese beiden gehören zu den Zwölfendern der Rhythmusfraktionen. Und auch Stolt überzeugt einmal mehr mit virtuosem Spiel auf der Gitarra und, hört hört, neben Lalle Larson auch an den Tasten. Kollege Kohlruss hat in seiner Rezension noch die Herren Almqvist und Solomon unterschlagen. Das Saxophon prägt die Stücke mit und verleiht ihnen einen noch jazzigeren und fetzigeren Anstrich, die Percussion bringt noch mehr gute Laune in die Stube.

Was aber das Überraschende an diesem Album ist, ist die Tatsache, dass sich das Ganze so selbstverständlich nach Fusion-Jazz und Jazzrock anhört, als hätten die Schweden nie etwas anderes gemacht. Dazu gehören nicht zuletzt erstklassige Kompositionen, die mehr sind als tumbes technisches Gemuskel und Geflitze. Dabei schenken sich Stolt und Reingold, die für das Songwriting verantwortlich waren, nichts. Jedes Stück ist für sich genommen spannend und macht Spass. Nicht nur mir, sondern hörbar auch der Band. Der Bass blubbert herrliche Läufe vor sich hin, flinke Finger rasen über die Tasten oder schieben gemächlich Klangflächen in den Raum, das Schlagzeug groovt und man hört, dass Csörsz seine musikalische Ausbildung unter anderem am Jazz Institut in Malmö absolviert hat. Das Saxophon quäkt und schreit, dass es eine Freude ist. Wow!

Für mich bisher die Entdeckung des Jahres. Obwohl das Album auch bald schon wieder eine Dekade alt ist. Wer auf fetzigen Jazzrock steht, der sollte 3rd World Electric ein Ohr schenken. Neben Anderson/Stolt das Beste Album, an dem der alte Schwede in den letzten zehn Jahren beteiligt war.

Anspieltipp(s): alles
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.1.2018
Letzte Änderung: 22.1.2018
Wertung: 11/15

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