More Or Less... an acoustic evening
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Mangrovian Music |
| Durchschnittswertung: |
8/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Roland Van Der Horst |
acoustic guitar, vocals |
| Pieter Drost |
acoustic and fretless bass |
|
| Chris Jonker |
grand piano, keyboards |
|
Gastmusiker
| Aldert Glas |
drums and percussion |
|
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Zone I
|
|
| 2. |
Zone II
|
|
| 3. |
Zone III
|
|
| 4. |
Facing The Sunset
|
|
| 5. |
I Fear The Day
|
|
| 6. |
Wizard Of Tunes
|
|
| 7. |
I Close The Book
|
|
| 8. |
City Of Darkness
|
|
| 9. |
Fatal Sign
|
|
| 10. |
There Must Be Another Way
|
|
| 11. |
Love And Beyond
|
|
| 12. |
Voyager
|
|
| 13. |
Time Will Tell
|
|
| 14. |
Here Comes The Flood
|
|
| 15. |
Beyond Reality
|
|
|
|
Rezensionen

Eigentlich ist die "unplugged"-Welle, seinerzeit nicht unwesentlich von dem von mir sehr geschätzten Eric Clapton mit seinem inzwischen legendären MTV-Auftritt ausgelöst, durch, aber mit leichter Verspätung scheint nun auch der Progressive Rock infiziert. Mag man das nun "Less Is More", "Quartus Artifactus" oder eben "More Or Less... an acoustic evening" nennen. Die Niederländer Mangrove präsentieren also als Mittelteil einer DVD-Trilogie ("Live Beyond Reality" war der Auftakt, es folgt noch ein Konzert aus dem Club "De Boerderij") ein halb-akustisches Konzert, aufgenommen 2010 in ihrer Heimatstadt Appeldoorn im "Gigant", wo auch schon "Live Beyond Reality" entstand. Anscheinend sind Mangrove zum Trio geschrumpft und mit Aldert Glas ist ein Gastmusiker für Drums und Percussions dabei.
Die Bühne ist sehr geschmackvoll gestaltet, passend zum Anlass optisch sehr reduziert mit einigen weißen Puppen, die die Musiker, ebenfalls in weiß gewandet, umkreisen. Die intime Light-Show, die zum richtigen Zeitpunkt Akzente setzt, unterstreicht das noch schön. Sänger und Gitarrist van der Horst bleibt die ganze Zeit über bei der akustischen Gitarre, während Tastenmann Jonker zur Unterstützung noch zwei elektrische Keyboards, neben dem großen Flügel, im Einsatz hat und Bassist Drost zwischen akustischem und elektrischem Bass wechselt. Heimlicher Star des Ganzen ist Gast Aldert Glas, der mit seinem variablen Spiel an den Drums, an Djembe, Bongos und Cajon, den Songs Leben einhaucht.
"Nackt" fühlten sich die Musiker ohne Keyboard-Burgen, ohne Wall-of-Sound, ohne elektrischen Overkill. Die spartanischen Arrangements tun den eigentlich eher im Spannungsfeld zwischen proggigem Melodic Rock, Neo- und Retroprog beheimateten Niederländern teils recht gut, teils schleichen sich natürlich ein paar Längen ein. In den ruhigen Momenten kommt schnell so ein Wandergitarren-Lagerfeuer-Pfadfinder-Zeltlager-Feeling auf, wenn die Band aber Fahrt aufnimmt, wird ordentlich und teils sehr spannend akustisch gerockt. Man merkt natürlich, dass nicht jede Komposition im akustischen Gewand funktioniert, aber überwiegend haut es schon ganz gut hin (besser als erwartet, möchte ich ergänzen). Trotzdem hat die Spannung über die doch relativ lange Spielzeit immer wieder ziemliche Durchhänger. Die besten Momente hat die DVD, wenn Duelle zwischen Percussion und Gitarre beziehungsweise regelrechte Rhythmusexzesse stattfinden (wobei hier Roland Van Der Horst auch seine Talente am Schlagzeug demonstriert). Keyboarder Jonker agiert überwiegend recht zurückhaltend, aber sehr geschmackvoll.
Gegen Ende präsentieren Mangrove dann noch eine recht gelungene Version von Peter Gabriels "Here Comes The Flood", bei dem Sänger van der Horst seine Stimme zwar an ihre Grenzen bringt, aber vielleicht deswegen die Perfomance durchaus eindrücklich gerät. Insgesamt machen Mangrove sicherlich das Beste aus den bewusst reduzierten Möglichkeiten so eines Akustiksets. Das nicht alles funktioniert, das sich ein paar Längen einschleichen, liegt wahrscheinlich in der Natur der Sache, aber Fans der Band dürften trotzdem zufrieden sein.
Technisch ist die DVD auch einfach gehalten. Es gibt ein schlankes Menü, in dem man entweder das komplette Konzert oder einzelne Tracks auswählen kann. Der Ton kommt ausschließlich in Stereo, das Bild im 16:9-Format und ist glasklar. Bonusmaterial gibt es keines.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
9.12.2011 |
| Letzte Änderung: |
7.3.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Mein Erstkontakt mit Mangrove ist diese DVD. Wahrlich, eine Akustik-DVD ist sicher nicht der perfekte Einstieg in die Musik einer Band, auf der anderen Seite hört man dadurch auch irgendwie anders zu.
Professionell kommt die DVD daher. Von der Aufmachung ist das sehr fein. Die Verpackung passt zu dem, was später auf bewegten Bildern zu sehen ist. Alle Musiker sind auf der Bühne in weiß gekleidet, werden dabei von Puppen-Torsos auf der Bühne begleitet und zeigen sich sehr konzentriert beim Vortragen ihrer Musik. Bühnenaction braucht man da kaum zu erwarten, die Musiker sitzen auf Hockern und da ist nunmal der Bewegungsradius nicht so groß. Verschiedene Kameraeinstellungen zeigen hier und da die Musiker, ich würde mir da wünschen, dass man denen noch mehr auf die Finger guckt. In einigen Passagen (z.B. Cajon Solo) habe ich das Gefühl, dass das Bild nicht hinterherkommt, so als würden die Hände schneller sein, als gezeigt (vielleicht liegts auch an meiner Technik). Von daher frage ich mich, ob es diese Bilder überhaupt benötigt. Aber ich bin sicher der Falsche, um das zu beurteilen, denn äußerst selten kommt bei mir eine Musik-DVD auf die Speisekarte. Mein präferiertes Medium ist und bleibt eben die CD.
Der Stereo Sound klingt klar und transparent. Auch das ist ausgezeichnet. Die Instrumente klingen einzeln durch, keines drängt sich in den Vordergrund, über allem schwebt aber der klare Gesang. Die Musik von Mangrove tönt gefühlvoll durch den Raum, erfüllt diesen mit Lebendigkeit und bekommt vor allem durch die geschickten Parallelen von akustischer Gitarre und Piano seinen Reiz. Die Rhythmustruppe agiert fast gänzlich mit Percussion und warmen E-Bass Klängen. Das ist auch gut so, denn kaum kommt das akustische Schlagzeug zum Einsatz wird es etwas holpriger und das Gefühl der Stücke verschwindet etwas. Inhaltlich wird insgesamt aber eine deutliche Emotionalität mit Hang zum - durchaus angenehmen - Kitsch erzeugt.
Alles in allem ist Mangrove eine emotional schöne DVD gelungen, die anlässlich ihres 10-jährigen Bandjubiläums aufgezeichnet wurde. Zu erwähnen ist noch, dass sich auch eine ganz spannende Interpretation des Gabriel-Klassikers Here Comes The Flood im Zugabenteil befindet. Um Mangrove kennen zu lernen ist die DVD wahrscheinlich nicht die Richtige. Fast 2h akustischer Musik erfordern einfach gewisses "Vorwissen", bei mir stellt sich ohne die Vorkenntnisse der Studioversionen nach einiger Zeit ein gewisser Gleichklang ein. Bedingt durch die eher sparsamen Bühnenaktionen kommt auch visuell nicht unbedingt der Reiz in mir auf, da dauernd hinzusehen. Deshalb siedele ich diese DVD auch im Mittelfeld an.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
9.6.2012 |
| Letzte Änderung: |
9.6.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mangrove
Zum Seitenanfang
|