Bascule à vif
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Musea |
| Durchschnittswertung: |
11.33/15 (3 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Thomas Larsen |
|
| Arnaud M'Doihoma |
|
|
| Gregory Pozzoli |
|
| Philippe Prebet |
|
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Intropression
|
6:04
|
| 2. |
Le château de l'éléphant
|
7:21
|
| 3. |
La marmite du Pygmée
|
9:31
|
| 4. |
Jeudi poisson
|
13:41
|
| 5. |
Le labyrinthe du cochon
|
9:48
|
| 6. |
La cousine du grand Mongol
|
9:03
|
| Gesamtlaufzeit | 55:28 |
|
| Disc 2 |
| 1. |
La secte de rouches, le sacre de la reine, mille millions de mouches molles
|
31:36
|
| 2. |
Cravate sauvage
|
9:27
|
| 3. |
Oppression, dépression, les valeurs du cool
|
13:52
|
| Gesamtlaufzeit | 54:55 |
|
Rezensionen

Als die mir bis dato völlig unbekannten Jack Dupon Mitte 2011 in Würzburg aufspielten, bin ich kurzerhand hingefahren, da die Rezensionen der Kollegen zu den Studioalben äußerst verlockend klangen. Und es hat sich gelohnt! Natürlich folgte gleich vor Ort der Erwerb beider verfügbarer Tonträger der Band. Die Magie eines Liveauftritts der Franzosen können die im Studio entstandenen Aufnahmen natürlich nur ansatzweise wiedergeben; im Frühjahr 2012 erschien nun aber eine Live-Doppel-CD von Jack Dupon unter dem Titel Bascule à vif.
Bascule à vif enthält den Mitschnitt eines Konzerts, das Jack Dupon am 22. Oktober 2011 in Clermont-Ferrand gaben. Enthalten sind Stücke aus L'Échelle du désir und Démon Hardi; das "verschollene" (da längst vergriffene oder nie physisch erhältliche) Debüt ist nicht vertreten. Interessanterweise haben die Stücke teilweise hier etwas veränderte Titel.
Was einen musikalisch hier erwartet, kann man in den Rezensionen zu den Studioalben nachlesen, da sich diese Versionen nicht übermäßig davon unterscheiden. Einen moderat avantgardistischen, gelegentlich noch etwas anpsychedelisierten Jamrock bietet das Quartett aus der Auvergne. In der rockmusikalischen Basisausstattung mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug fabriziert man abwechslungsreiche, komplexe, kantige und verschrobene Klänge, die manchmal an King Crimson erinnern. Dazu kommen seltsame Gesangseinlagen in Französisch und Englisch (wechselt gelegentlich innerhalb eines Stücks), die oft eher gebellt oder auch heiser gekrächzt werden und eine wunderbar humoristische Komponente in die Musik bringen. Manchmal werden die Stimmen noch elektronisch leicht verfremdet, was den skurrilen Charakter des Ganzen noch verstärkt.
Im Vergleich zu den Studiofassungen wirkt die Musik hier noch ein gutes Stück dynamischer, härter und vor allem ausgeflippter. Gerade die humoristischen Einlagen kommen hier noch besser rüber. Da freut man sich gleich auf den nächsten Auftritt der Band in Würzburg! Die Wartezeit bis dahin lässt sich mit Bascule à vif bestens überbrücken. Macht Spaß!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
1.4.2012 |
| Letzte Änderung: |
1.4.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Unbekannte Bands haben es schwer in diesen Zeiten, selbst wenn sie zu den Spitzenbands ihres Genres gehören. Das trifft wahrscheinlich nicht nur auf den Progressive Rock zu, aber wirkt sich da, wo es sogar etablierte Bands nicht ganz einfach haben, noch deutlicher aus. So spielten die Franzosen Jack Dupon am 11. Juli 2012 (aus Sicht dieser Rezension also gestern) mal wieder in Würzburg und es kamen sage und schreibe 11 (in Worten: elf) zahlende Gäste. Nun, es war ein Termin unter der Woche, in Nürnberg spielten Gov’t Mule zeitgleich auf, alles keine begünstigenden Faktoren. Und zur Ehrenrettung des deutschen Publikums sei gesagt, die Band erzählte nachher, dass sie für so einen ungünstigen Termin mit dem Zuschauerzuspruch ganz zufrieden wären und in Frankreich kämen da auch nicht mehr…
Ein Jack Dupon-Konzert ist eine ziemlich einmalige Angelegenheit. Die Band ist von Beginn an voll da und legt los wie die viel beschworene Feuerwehr. Der Schlagzeuger führt das Konzert und holpert sich souverän durch wilde Rhythmen, die beiden Gitarristen lassen verzwirbelte Riffs erklingen und wuseln munter durcheinander, während Bassist M'Doihoma eigenwillige Linien spielt und die tiefen Saiten ordentlich slappen lässt. Daneben ist M'Doihoma noch für Grimassen und eigenwillige textliche Einwürfe zuständig. Drummer Larsen ackert im Schweiße seines Angesichts und bemüht sich zwischen den Songs noch um kurios-witzige Ansagen in einer Deutsch-Englisch-Französisch-Mischung (die leider nicht alle den Weg auf die CDs gefunden haben). Gesungen wird auch, aber eben so wie die Musik ist, rau, heftig, rotzig. Prog mit Humor!
Jack Dupon rocken ebenso erdig, wie sie eben auch Abwechslungsreichtum für die Hirn-Synapsen und wüste Wendungen für den Abenteurer in petto haben. So eine Mischung will wahrhaft genossen sein.
Die kuriosen Bühnenoutfits kann man natürlich auf den CDs nicht hören, dazu muss man schon vor Ort sein, aber ansonsten ist dieses Live-Doppel-Album das zweitbeste, was einem nach einem Konzert der Franzosen so passieren kann. Ich schließe mich daher Kollege Jochens Fazit uneingeschränkt an: „Im Vergleich zu den Studiofassungen wirkt die Musik hier noch ein gutes Stück dynamischer, härter und vor allem ausgeflippter. Gerade die humoristischen Einlagen kommen hier noch besser rüber. Da freut man sich gleich auf den nächsten Auftritt der Band in Würzburg! Die Wartezeit bis dahin lässt sich mit Bascule à vif bestens überbrücken. Macht Spaß!“
P.S.: Eine gute Gelegenheit, die Band live zu erleben, ist im übrigen die Zappanale (31.07. - 04.08.), wo die Franzosen in sehr guter Gesellschaft (u.a. Magma, Motorpsycho, Humble Grumble, Gargantua...) auftreten.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
12.7.2012 |
| Letzte Änderung: |
14.7.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Jack Dupon - darüber habe ich schon allerhand Gutes gehört, sei es in Mailinglisten, Feedbacks zu Konzerten oder letztlich in sogenannten sozialen Netzwerken. Um so erfreuter war ich nun, dass ich diese CD rezensieren durfte. Die Gefahr bei mir ist nur immer: Können die Vorschusslorbeeren letztlich auch eingeheimst werden, die Erwartungen (hoch gesteckt) auch erfüllt? Na, schauen wir mal.
Bascule à vif ist ein Livealbum. Lese ich die vorhergehenden Rezensionen, so scheint das kein Nachteil zu sein, denn Jack Dupon scheinen live ein gehöriges Feuerwerk zu zünden. Ob man dieses Feuerwerk auch auf der CD so verewigt hat, kann ich mangels livehaftiger Erfahrungen mit der Band nicht sagen. Aber das, was ich höre ist ordentlich und fesselt mich.
Die Franzosen spielen Musik, die so charakteristisch ist, wie die Landschaft, in der sie beheimatet sind. Die Auvergne ist durch die vulkanische Landschaft sehr geprägt und zu den schroffen Gesteinsformationen der Vulkane gesellt sich ein sattes Grün auf fruchtbarer Erde. Jack Dupon sind auch sowas wie fruchtbarer Boden: Kaum eine Idee aus der nicht etwas vernünftiges sprießt. Satte Klänge dominieren den Höreindruck und in seiner Kantigkeit und dem Abwechslungsreichtum ist dieses Werk eine musikalische Landschaft, in der es wahnsinnig viel zu entdecken gibt. Auch in der Auvergne gibt es natürlich Höhen und Tiefen, da es sich dabei aber um ein Gebirge vulkanischen Ursprungs handelt, bewegen wir uns weitgehend auf hohem Niveau. Und wissend, dass Vulkane immer "nur" ruhen, brodelt da sicher ganz gut Feuer drunter.
Und so ist Jack Dupon mit Bascule à vif ein eindrucksvolles Livealbum geglückt, dass von den ersten humorvollen Tönen an begeistert und einen mitnimmt auf diese Entdeckungsreise. Wie das bei anstrengenden Bergtouren so üblich ist, braucht der Hörer aber einen langen Atem, um in die Vielfalt der Kompositionen einzutauchen. Jack Dupon verwursten in einem Stück so ziemlich genau 999586 Ideen (es kann sein, dass ich mich verzählt habe), die erstmal verarbeitet gehören. Vor allem der halbstündige Longtrack "La secte de rouches, le sacre de la reine, mille millions de mouches molles" erfordert echtes Erarbeiten - das ist mir gerade auch zuviel. Schön, dass der Großteil der Kompositionen aber Zugangsmöglichkeiten bietet, Felsnasen hier, weite Sicht dort, also irgendwo angefangen zwischen Zeuhl und RIO hin zu gradlinigen Jazz-Rock oder zappaesken Passagen. Wer das mag, soll bedenkenlos zugreifen. Mir gefällt das, samt der schicken Digipack Verpackung!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
20.1.2013 |
| Letzte Änderung: |
20.1.2013 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Jack Dupon
Zum Seitenanfang
|