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Meshuggah

Koloss

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Metal; Progmetal
Label: Nuclear Blast
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jens Kidman Vocals
Fredrik Thordendal Guitars
Mårten Hagström Guitars
Dick Lövgren Bass
Tomas Haake Drums

Tracklist

Disc 1
1. I Am Colossus 4:43
2. The Demon's Name Is Surveillance 4:41
3. Do Not Look Down 4:44
4. Behind the Sun 6:14
5. The Hurt That Finds You First 5:34
6. Marrow 5:37
7. Break Those Bones Whose Sinews Gave It Motion 6:57
8. Swarm 5:28
9. Demiurge 6:16
10. The Last Vigil 4:33
Gesamtlaufzeit54:47


Rezensionen


Von: Michael Büttgen @ (Rezension 1 von 3)


4 lange Jahre hat es gedauert (das Live-Album "Alive" jetzt mal nicht mitgerechnet). Die verrückten Schweden haben sich endlich erbarmt, und einen Nachfolger für ihr Meisterwerk "obZen" eingeprügelt. Der Name des neuen Albums ist Programm: "Koloss".

Mit dem selbstbeschreibenden Opener "I Am Colossus" ist dies auch sofort klar. Die neue Meshuggah groovt mehr denn je und in Sachen Härte und Brutalität haben die Jungs wieder einige Pfund zugelegt. Die immer noch schwer nachvollziehbare Rhythmusarbeit gehört mittlerweile zum üblichen Inventar, setzt also keine neuen Maßstäbe mehr, wie z.B. auf "Catch 33" oder dem sperrigen "I".

Um nicht missverstanden zu werden: "Koloss" ist natürlich nicht weniger durchdacht und das technische Niveau scheint immer noch unerreichbar zu sein. Man könnte auch einfach sagen, dass die Band mit "Koloss" zugänglicher geworden ist, vielleicht sogar ein wenig zurück zu ihren Wurzeln gekehrt ist, denn einst begannen die Schweden als lupenreine Thrash-/Death-Metal-Band.

Das dem Opener folgende "The Demon's Name Is Surveillance" ist ein einziges Riffmonster. Pfeilschnell und ein mächtiger Schlag in die Magengrube. Ebenso das thrashige "The Hurt That Finds You First" und ganz besonders das erbarmungs- wie kompromisslose "Swarm". Letzteres entpuppt sich nach und nach sogar als eines der geilsten Groove-Monster die ich bisher von Meshuggah gehört habe.

Wie schon erwähnt, vernachlässigt die Band natürlich auch ihre technischen Fähigkeiten nicht und präsentiert unter anderem mit "Do Not Look Down" abgehackte Riffs, wahnwitzige Bassläufe und herausragende Soli, mit "Marrow" Meshuggah-typische Slides und unvorstellbares Drumming, dass neben dem Taktkarussell immer noch tight und präzise wie ein Uhrwerk funktioniert. Ich bin nach wie vor sehr skeptisch, ob Tomas Haake tatsächlich ein Mensch ist.

Dieser gewaltig groovende Koloss klingt mit dem sphärischen, ambientartigen Instrumentalstück "The Last Vigil" mehr als würdig aus. Man ist überrascht, wie schnell das Album doch vorbei ist. Langeweile hat immer noch keinen Platz im Mesuggah-Universum.

Kaum eine andere Band verbindet Technik und Groove zu einem solch abwechslungsreichen Hörerlebnis. Kompromisslos, gewaltig, extrem, hart, verstörend. Ganz klar das Progmetal-Highlight des noch jungen Jahres 2012.

Die Special-Edition kommt mit einer sehenswerten DVD daher, die ein Making-Of und die letzte Tour in Indien dokumentiert.

Anspieltipp(s): The Demon's Name Is Surveillance, Swarm
Vergleichbar mit: dem Weltuntergang.
Veröffentlicht am: 11.4.2012
Letzte Änderung: 11.4.2012
Wertung: 13/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 3)


Will mal schnell hinterherschreien, wie RECHT MICHAEL HAT!

Meshuggah legen mit "Koloss" ein derart verdammtes Album nach, dass sie ihre ganzen Nachahmer einmal mehr fi- ... -es in die Tasche stecken. "Marrow" ist aus Proggersicht vielleicht der Höhepunkt der Scheibe, oder "Swarm", auch wenn Songs wie "Behind the Sun" und "The Hurt that Finds You First" härter sind und krasser drauflosstümmeln - der Gewitterfaktor ist bei "Marrow" und "Swarm" einfach höher und derlei Mähdrescher hinterlassen einfach mehr Grind auf der zarten Progmetallerseele. Und weil Grind abschorfen brutal Spaß macht, hacken Meshuggah bei solchen Songs extrem tief in die zartrosa Wunde, mit schneidend scharfen Riffs, die in krank-krassen Rhythmen auf den feisten Hörer einbrettern. Andre Songs, joa, sind auch sehr geil am Ausdärmen, aber so bin ich halt: Je krummer, desto lieber sind mir Takte, und da ist manches, was auf den ersten Hör saftiglich drauflosblutet, mir auf den sechshundertsechsundsechzigsten Hör dann doch zu straight. Bin ich das oder war "I" einfach noch krrrrrrasser?!?

Was soll's: Michael hat ja Recht. Meshuggah schlagen einem mit "Koloss" eine stahlharte Progmetalaxt in den Schädel und aus dem wird sie wohl für eine lange Zeit nicht wieder rauszukriegen sein.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: in Orangensaft schwimmenden Vanilleeiskugeln
Veröffentlicht am: 12.4.2012
Letzte Änderung: 16.5.2012
Wertung: 12/15
Blutiger Grind!

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 3)


Eigentlich war ich ja gerade dabei, eine Rezension für so'n Genesis-Klon-Album vorzubereiten. Aber als ich bereits beim ersten Hördurchgang meine Aggressionen wachsen spürte, wusste ich, dass so keine faire Rezi entstehen würde. Also ein Griff in meine „Schublade“ mit den CDs, die nach mehrmaligem Hören erstmal zum „Reifen“ abgelegt worden sind - und rein mit der neuen Meshuggah in den Player!!

Ob Koloss ein „zugänglicheres“ Meshuggah-Album geworden ist, wage ich zu bezweifeln. Insgesamt schließt es relativ überraschungsarm an obZen an. Aber es gelingt hier zumindest im Ansatz hin und wieder, was bei Catch 33 nicht funktionierte und bei obZen schlicht fehlte: die organische Einbindung melodisch-ambientiger Elemente in die heftig pulsierende Dampfwalze. Diese überrollt den Hörer diesmal sogar noch wuchtiger und brutaler als auf dem metal-meisterlichen Vorgänger-Album. Ich würde mir allerdings immer noch - bei aller Freude über rhythmische Erbsenzählerei und Ausweidungsphantasien - mehr Differenziertheit in der Makro-Struktur der Stücke wünschen.

Metal-Hartwürsten und Prog-Erbsen bringt Koloss wohl den obligatorischen Euphorieschub. Und meine Ohren sind jetzt auch so richtig gut durchgepustet, sodass ich auch wieder mit Lust so'n manieriert-verzopften Neo-Retro-Prog hören kann...

Anspieltipp(s): The Demon's Name is Surveillance, Break those Bones whose Sinews gave it Motion
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.5.2012
Letzte Änderung: 3.7.2012
Wertung: 9/15
die genannte Zielgruppe packt 3-4 Punkte drauf

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Meshuggah

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 Contradictions Collapse 11.00 1
1995 Destroy Erase Improve 11.00 1
1998 Chaosphere 11.00 2
2002 Nothing 9.33 3
2004 I (EP) 11.00 1
2005 Catch 33 8.00 2
2008 obZen 10.50 2
2010 Alive (CD+DVD) 11.00 1

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