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ExCubus

Lagauchetière

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: ProgQuebec
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

André Barrière Gitarre, Bass
Marc Delage Bass, Gitarre, Vocals
Léo England Drums
Claude Phaneuf Gitarre
Michel Phaneuf Orgel, Synthesizer, Vocals

Gastmusiker

André Delage Piano (Track 6)
Mary England Vocals (Track 8)
Jacques Boulerice Vortrag Track 7

Tracklist

Disc 1
1. Lefthanded Street 6:52
2. Carcassi   (instrumental) 1:56
3. Introduction   (instrumental) 1:52
4. Earthwalk 6:52
5. Les Orgies du Turf   (instrumental) 8:13
6. Pensées Métalliques   (instrumental) 4:08
7. Souvent Dans les Maisons   (gesprochenes Intro) 0:32
8. La Radio Joue 3:59
9. Trépanation   (instrumental) 5:03
10. Anniversaire 4:01
11. Lagauchetière   (instrumental) 6:52
Gesamtlaufzeit50:20


Rezensionen


Von: Jürgen Wissing @


Das erste Album von ExCubus kenne ich nicht, aber die sicher treffende Beschreibung von „BBS King Reviewer“ Achim der CD „Mémoires incubussiennes“ lässt klar erkennen, dass der Nachfolger „Lagauchetière“ die logische Fortsetzung in Kompositionen und Arrangements darstellt.

Und das ist auch sehr gut so, denn die Kanadier sorgen mit ihrem klassischen Prog, der vor allem an die frühen 1970er erinnert, für ein ausgesprochenes Highlight des Jahres 2011.

In der Rue de la Gauchetière Nr. 154 (auf Deutsch: Linkshänderinstraße) am Südrand von Montreal, allerdings im ärmlichen Ostteil der Straße, wohnten (hausten?) Anfang der 70er die Bandmitglieder von – damals noch – Incubus und so knüpft dieses Album nicht nur geschichtlich, sondern auch musikalisch an jene Zeit an.

Und wie! ExCubus treten sowas von retromäßig aufs Pedal! Dass Derartiges überhaupt noch von irgendwem mit so viel Hingabe und dazu mit instrumentaler Perfektion gespielt und produziert wird, hätte ich gar nicht für möglich gehalten. Alles ist wieder da: die klassischen, teilweise an Klassik orientierten Melodiebögen, das typische Tastenarsenal (Orgel, Synthie, Piano), das teilweise solistisch eingesetzt wird, zum Anderen aber als „Turnmatte“ für die heraus ragenden Gitarristen André Barrière und Claude Phaneuf dient, die Tempowechsel, Brüche, und auch der etwas weiche, schüchtern klingende, manchmal ein wenig süßliche, aber nicht kitschige Gesang, mal englisch, mal französisch – wie es sich halt für die Herkunft aus Quebec gehört.

„Lagauchetière“ ist deshalb sicher altmodisch zu nennen, was aber nichts mit der Darbietung als solcher zu tun hat, die ist kreativ frisch, dynamisch und einfallsreich. Bei anderen Bands wird immer darauf geschaut, dass man sich weiter entwickelt. Dies würde ich ExCubus sofort bescheinigen – allerdings in entgegen gesetzter Richtung! Man scheint noch tiefer in die erinnerbare Vergangenheit des klassischen Prog eingetaucht zu sein. Und genau das macht den unvergleichlichen Charme dieses Albums aus. Die Hälfte der Stücke ist rein instrumental gehalten, wobei der Schlusstrack den Opener ohne Gesang wiederholt (witzig: im Titelsong mit englischer Bezeichnung wird auch englisch gesungen, die „französische Fassung“ bleibt stumm). Beiden Fassungen gemeinsam ist das berühmte Beethoven – Zitat aus der „Neunten“: „Da da da daaa, da da da daaa“, welches gimmickartig eingewoben wird.

Auch in „Carcassi“ herrscht Klassik – Feeling vor, es handelt sich um ein Stück eines alten Meisters aus dem 18./19. Jahrhundert für akustische Gitarre, eine niveauvolle Abwechslung.

So richtig geht es dann los mit dem Instrumentaltrack „Les Orgies du Turf“, längster Track der CD, die „französische Sektion“ der Platte einläutend, proggy rockend und alle Stärken von ExCubus reflektierend. Im kleinen Booklet wird davon gesprochen, dass die Kompositionen von ExCubus „neue Farben“ erhalten haben, bedingt durch das zwischenzeitliche Spielen einzelner Musiker in anderen Gruppen wie „Caenobium“, „Igor“ und „Polygone“. Hier könnten wohl vor allem die Stücke der 2. Hälfte der CD gemeint sein, die eher eine balladeske Seite zeigen und damit etwas den Schwung heraus nehmen. Aber - Schwung hin, Schwung her: ein sehr hörenswertes klassisch proggendes Album, einwandfrei gespielt und mit einigen kleinen Überraschungen versehen, das wirklich Spaß macht und den Hörer in längst vergessen geglaubte Tiefen des Prog zurück führt.

Anspieltipp(s): Lefthanded Street, Les Orgies du Turf
Vergleichbar mit: den Quebec - Legenden
Veröffentlicht am: 24.4.2012
Letzte Änderung: 24.4.2012
Wertung: 13/15
leicht aufgerundet

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von ExCubus

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2008 Mémoires incubussiennes 10.00 1

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