Boner (Adrian Benavides-Version)
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Iapetus/Unsung Records |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (1 Rezension) |
|
Besetzung
| Bernhard Wöstheinrich |
synths,programming,vocals |
| Markus Reuter |
touch guitar |
|
| Tobias Reber |
electronics,field recordings,programming,touch guitar on Cervus,synths,misheard lyrics |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Silent
|
1.12
|
| 2. |
Mauls of Reclining
|
3.30
|
| 3. |
Bright Meowing
|
4.55
|
| 4. |
By Us
|
2.44
|
| 5. |
Smoked Info Monster
|
8.42
|
| 6. |
Knock Outs
|
5.25
|
| 7. |
La Waltz of Kirk
|
4.54
|
| 8. |
OK Without Reheating
|
3.19
|
| 9. |
Bell Hill Minutemen
|
7.42
|
| 10. |
Weak Spelling
|
2.59
|
| 11. |
Radio Sun
|
4.57
|
| 12. |
Cervus
|
5.06
|
| 13. |
The Yeah Winces
|
5.04
|
| Gesamtlaufzeit | 60:29 |
|
|
Rezensionen

Ach, immer wieder dieses Durcheinander mit den beabsichtigten und tatsächlichen Veröffentlichungsterminen. Laut dem mir vorliegenden Infozettel sollen beide Versionen von "Boner" am 9.Mai 2012 erscheinen, während man bei einem sehr bekannten Online-Shop die beiden CD's schon seit dem 16.April bekommen kann. Genau, es gibt zwei getrennt veröffentlichte Abmischungen von "Boner": eine von Marziano Fontana, die andere von Adrian Benavides. Mir liegt die letztere vor. Auf diese kreative Art kann der interessierte Hörer gleich zwei neue CD's erwerben, um festzustellen, ob sich die doppelte Investition für ihn nachvollziehbar gestaltet. (Man darf sich die beiden Versionen auch vorher auf http://iapetus-store.com anhören). Dazu starteten Centrozoon im November 2011 eine Vorbestellungs- und Finanzierungsaktion auf ihrer Webseite, die 13 (!) Versionen des Albums bot und die u.a. zum Ziel hatte die Herren Fontana und Benavides für ihre Arbeit zu bezahlen. Die ersten vorbestellten physikalischen Kopien wurden angeblich schon im Januar 2012 versendet.
Die Entstehungsgeschichte von Boner ist auch bestimmt von einer ausgeprägten Kreativität. Die ursprüngliche Musik entstand bereits im November 2009. 2010 erfolgte dann weitere Bearbeitung seitens des Trios. (Tobias Reber ist seit 2008 mit dabei). 2011 nahmen sich die beiden bereits genannten Herren Abmischer der Sache an und trugen hoffentlich wesentlich dazu bei, dass die "Boner"-Musik im dritten Entstehungsjahr kaum noch Änhlichkeiten mit der von 2009 aufweist.
"Boner" ist auch ein für ein unkommerzielles Trio ein mutiges Unterfangen, denn die Musik ist kaum mit den vorigen Alben der Formation vergleichbar. Es wird eine durchaus moderne, avantgardistische elektronische Musik geboten, die auch vor noisigen Passagen nicht zurückschreckt. Wenn mal der Gesang dazukommt, dann ist das Gesamtbild eines solchen Stückes denkbar weit von Artpop-Liedern mit Tim Bowness entfernt. Die Stücke mit (gerne verfremdetem) Sprechgesang verwenden diesen vielmehr als ein zusätzliches Instrument in dem ungestümen Industrial-Puzzle von "Boner". Das Trio hat sich von den bisherigen EInflüssen weitgehend freigeschwommen, so dass die bisher gerne verwendeten Vergleiche nicht mehr greifen. Vage King Crimson-Inspirationen oder bedächtige Soundscapes sind nicht mehr angesagt. Touch Guitar konnte ich vor allem in der Rolle vom immer wieder kurz aufspielenden Monsterbass und vermutlich auch als Steel Drum-ähnliches Instrument ausmachen. Die Frage, was für welchen Sound verantwortlich ist wirkt im Falle von "Boner" ganz besonders altmodisch.
Es erklingt eine enorm plastische, vielschichtige elektronische Musik, bei der viele Freunde der leicht erkennbaren Strukturen eventuell enttäuscht sein könnten. Die Musik lebt nicht von der Sparsamkeit der Ausdrucksmittel, sonder von der Fülle der ständig wechselnden Klangschichten, die alles Mögliche, nur nicht Lyrisches, oder Melancholisches zu bieten haben. Die elektronischen Rhythmen werden nur sehr selten eingesetzt, die monoton stampfenden Rhythmen kommen gar nicht vor. Stellenweise kann man schon von wilden Klangcollagen sprechen, die auch Frank Zappa gefallen würden. Mit alledem hat das Trio schon mal sehr viel Mut zum Experimentieren bewiesen.
Es bleibt zu hoffen, dass diese wohl schwer zugängliche Musik trotzdem möglichst viele Abnehmer finden wird. Das Klangerlebnis ist so reichhaltig und eindringlich (und alles andere als entspannend), dass "Boner" - als Soundtrack eingesetzt - einem Film höchstwahrscheinlich die Show stehlen würde.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
28.4.2012 |
| Letzte Änderung: |
28.4.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Centrozoon
Zum Seitenanfang
|