Canzoni allo specchio
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Radici Music |
| Durchschnittswertung: |
11.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Giuseppe Relmi |
Lead Vocals |
| Rafaelle Villanova |
Guitars, Vocals |
| Lucio Lazzarulo |
Classical Guitar, Keyboards |
| Carmine Marra |
Contratto and Soprano Sax, Clarinet, Whistles |
| Carmine Meluccio |
Violin |
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| Gabriele Moscaritolo |
Accordion |
| Antonio D'Alessio |
Bass |
| Giuseppe D'Alessio |
Bass |
| Simone Pizza |
Drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Ahmed L'ambulante
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6:18
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| 2. |
Young Man Gone West
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3;47
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| 3. |
Come il vento
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4:37
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| 4. |
Le anime belle
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6:08
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| 5. |
On Growing Older
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2:15
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| 6. |
The Price Of Experience
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4:45
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| 7. |
Canzone allo specchio
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4:30
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| 8. |
La milonga di milingo
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3:46
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| 9. |
Lei vede rossi
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7:01
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| 10. |
Ark en ciel
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1:55
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| Gesamtlaufzeit | 45:02 |
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Rezensionen

18 Jahre nach Ihrer Gründung veröffentlichen die Italiener ein neues Album, auf das die Anhänger immerhin 10 Jahre warten mussten. Akustischer, teils kammermusikalisch anmutender, teils jazz-beeinflusster Ethno-Rock steht bei dem nun neun Köpfe starken Ensemble auf dem Programm.
Die Band bewahrt sich somit ihre akustischen Wurzeln – das hat über weite Strecken ein entsprechendes „Unplugged“-Feeling. Dazu tragen viele akustische Gitarren, Streicherpassagen und gelegentlich eingesetztes Saxophon, Klarinette und Akkordeon bei. In der Summe führt das zu oft sehr rhythmisch orientierten und liedartigen Kompositionen, die zwar vielschichtig arrangiert sind, aber in der Klangfülle eher dezent bleiben. So wirkt das gesamte Album auf den Hörer eher relaxend als ernsthaft fordernd. Alles kommt sehr leichtfüßig und für den Prog-Fan ist es durchaus etwas gewöhnungsbedürftig, dass Keyboards und Elektro-Gitarre so gar nicht den Ton angeben – da muss man sich schon mal mit diversen Akustik-Gitarren-Riffs anfreunden. Der italienische Gesang ist warm und ausdrucksstark und passt sich mit seiner Klangfarbe in das Gesamtbild optimal ein. Werden dann gegen Ende des Albums doch einige E-Gitarren-Soli eingestreut, sind auch diese eher harmonisch und ruhig gehalten.
Die neuen Songs wurde ausgiebig vor Live-Publikum auf ihre Wirksamkeit getestet und so agiert die Band in ihrer Interpretation schlafwandlerisch sicher. Track Nr. 5 (On Growing Older) ist ein instrumentales Intermezzo, das in seiner superben viktorianischen Anmut und Zerbrechlichkeit so frappierend an die schönsten Akustik-Stücke von Steve Hackett erinnert, dass man zur Sicherheit nochmals einen Blick auf die Musikerliste wirft (ohne jedoch Hackett zu entdecken).
Hervorzuheben ist übrigens die ausgesprochen edle Verpackung in ihrer geschmackvollen Ausgestaltung in Buchform: Mit dickem, leicht aufgerauhtem Papier und Illustrationen des Fabio Mingarelli („Ming“) sowie englischen Textübersetzungen. Dass eine Band auf diese Feinheiten Wert legt, zeigt ihre Einstellung zu Kunst und Musik. Der Albumtitel „Lieder vor dem Spiegel“ hat durchaus seine Berechtigung. Musik und Texte sind sehr reflexiv. Man spürt, dass die Musiker mitten im Leben stehen, schon einiges hinter sich gebracht haben und viele ihrer nachdenklichen Momente und Erfahrungen textlich und musikalisch einfließen lassen.
Ein Album für die ruhigen Momente, in denen man einmal nicht so belastbar ist: Sonntag morgen, spät nachts oder nach anstrengenden, stressigen Tagen (weiterführend sei an dieser Stelle übrigens auch das 2011er Album der Herren Cavalli-Cocchi, Lanzetti und Roversi empfohlen: Hier wird eine Art „Late-Night-Prog“ in oft ebenfalls akustischem Gewand zelebriert, das betörend schöne Stücke zu Tage fördert. Und hier übrigens tatsächlich mit einem Gastauftritt von Steve Hackett). Ein leidenschaftliches, nachdenkliches und erwachsenes Album ohne vordergründige Effekte, mit viel Liebe zum Detail, ehrlichen Musikern und reduziertem, akustisch orientiertem Klang wartet darauf, von Hörern entdeckt zu werden, die einmal ganz nah und intensiv die Musiker und ihre Instrumente hören möchten. Manchmal fühlt man sich sogar gedanklich in ein italienisches Straßencafe mit Begleitband versetzt oder wird an vornehme abendliche Empfänge oder Vernissagen erinnert. Ist nicht schon diese Vorstellung allein verlockend?
| Anspieltipp(s): |
Le anime belle, On Growing Older, Lei vede rosso |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
1.5.2012 |
| Letzte Änderung: |
1.5.2012 |
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Eine der angenehmeren Eigenschaften des Rezensentendaseins ist es, sich auch mal mit völlig unbekannten Sachen abgeben zu müssen. Notturno Concertante und "Canzoni Allo Specchio" gehört dazu, denn Artpop (noch dazu aus Italien) ist so gar nicht mein Fachgebiet. Allenfalls kann ich hier eine Kenntnis der entsprechenden Mitt-80er-Alben von Mike Oldfield, Genesis, Yes etc. vorweisen, aber das war es dann auch schon. Das finde ich jetzt aber nicht weiter problematisch, denn so kann ich mich der Musik direkt nähern, ohne auf "Klingt genau wie..."-Vergleiche anzuspringen. Und außerdem ist Artpop ein entsprechend weit gefasster Begriff, denn da "Pop" schon eher ein Meta-Genre denn ein fester Stil ist, trifft dies auf "Artpop" ebenso wenig zu.
Vielmehr, und das ist wohl der große Vorteil dieses Begriffes, hat Popmusik die Eigenschaft, zwar ein bisschen bieder und allerweltsmäßig auszufallen, aber dabei immer gefällig sind und gut ins Ohr gehen. Hinzu kommt hier wohl, dass es noch dazu stets einen gewissen Anspruch ("Art" eben) gibt. Hierfür sorgen dabei immer wieder die durchdachten Arrangements und bisweilen ("Come Il Vento", das könnte sogar von Rush sein, oder "The Price Of Existence" mit seinen krummtaktigen Ausbrüchen) sogar die Rhythmik.
Prägend für "Canzoni Allo Specchio" sind dabei, wie erstmals im nett klingenden und stimmungsvollen Instrumental "Young Man Gone West" demonstriert, eine latent irisch-keltische Prägung von Instrumentierung und Melodik. Hier bietet sich dann doch mal ein konkreter Vergleich an, denn Mike Oldfields "To France" lief damals kaum anders ab. Derartige Klänge, allen voran das Akkordeon, finden sich auch in praktisch allen anderen Stücken (bspw. "Come Il Vento" oder "Le Anime Belle"), was somit auch für ein recht konsistentes Klangbild auf dem gesamten Album sorgt.
Daneben stehen aber auch noch andere Einflüsse und Sounds: Im Opener "Ahmed L'Ambulante" sowie später noch im Titelsong gibt es interessantes Violinen-Riffing vor einem recht maschinellen Rhythmus. Die ganze Machart solcher Nummern lässt mich an den Talking-Heads-Klassiker "This Must Be The Place" denken, den ich zugegebenermaßen aber auch nur dank des gleichnamigen Filmes kenne. Oder "On Growing Older" und "Ark En Ciel", melancholische Instrumentals, die überwiegend von der Akustikgitarre getragen werden: Vor allem von ersterem aus ist der Bogen zu Genesis' "Horizons" oder dem Anfang des zweiten "Hergest Ridge"-Teils gar nicht so weit. In "La Milonga Di Milingo" gibt es noch netten Latin-Jazz, garniert mit Slide-Gitarren (und natpürlich dem Akkordeon). Dass ich hier an das unvergessene (?) Helge-Schneider-Album "Out Of Kaktus" mit Songs wie "Moped(-Tobias)" denke, ist aber nur meine ganz persönliche Assoziation.
Was gibt's sonst noch zu sagen? "Lei Vede Rosso" ist mir doch etwas zu ruhig und unaufgeregt, und mit dem italienischen Gesang muss man auch erst mal warm werden. Zudem fehlen mir, was die Melodik angeht, stellenweise etwas die großen Gesten und das Pathos, wie sie in schon geringfügig, ähem, extremeren Stilen wie dem Neoprog zu finden sind. In dieser Hinsicht muss ich sagen, dass sich Notturno Concertante hier eben leider dem Popbereich unterordnen. Ansonsten ist "Canzoni Allo Specchio" aber ein schönes bis makelloses, anspruchsvolles Album, das sich im Mainstream mit Geschmack und dem Gefühl für gute Songs und Arrangements bestens postiert.
| Anspieltipp(s): |
Young Man Gone West, The Price Of Existence, Come Il Vento |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
8.8.2012 |
| Letzte Änderung: |
8.8.2012 |
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