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Chris Squire

Fish Out Of Water

(Archiv-Tipp 7/2018)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Klassischer Prog
Label:
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Chris Squire bass,vocals,12 string electric guitars
Bill Bruford drums
Mel Collins saxophones
Jimmy Hastings flute
Patrick Moraz organ,bass synthesizer
Barry Rose pipe organ
Andrew Pryce Jackman acoustic & electric pianos,orchestrations,conductor

Tracklist

Disc 1
1. Hold Out Your Hand 4:13
2. You By My Side 5:00
3. Silently Falling 11:27
4. Lucky Seven 6:54
5. Safe (Canon Song) 14:56
Gesamtlaufzeit42:30


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


Ich glaube niemand weiss genau, wie Chris Squire, im Hauptberuf Bassist der Progressive Rock-Dinosaurier Yes, zum seinem Spitznamen "The Fish" (lange vor dem Ex-Marillion Fish) gekommen ist. Gerüchte von stundenlangen Badewannen-Sitzungen machen die Runde, aber offiziell bestätigt sind diese nicht. Eines steht fest: Nachdem schon ein "Yes"-Song, "The Fish (Shindleria Praematurus)" auf "Fragile", seinen Namen daher erhielt, scheint es nur logisch, dass Chris Squires erstes Solo-Album "Fish Out Of Water" heisst.

Ob der Fish bei diesem Unternehmen allerdings so auf dem Trockenen lag, wie der Titel suggeriert, muss man angesichts der eindrucksvollen Credits ernsthaft bezweifeln: Bill Bruford, Ex-Yes, Ex-King Crimson, Patrick Moraz, (damals) Yes, Mel Collins, hochgefragter Studio-Saxophonist, z.B. bei King Crimson, Jimmy Hastings, Flötist aus der Canterbury-Szene (Soft Machine, Hatfield and the North, National Health) und zu guter letzt noch ein wenig lyrischer Beistand vom Ex-Crimson Texter Pete Sinfield.

Dass "Fish Out Of Water" eine Bassisten-Platte ist, wird schon nach wenigen Sekunden klar, wenn man die kräftigen Bass-Töne im Intro zu "Hold Out Your Hand" vernimmt. Und auch sonst spielt der Bass im Vergleich zu einer normalen Pop-Platte eine überdurchschnittlich hervorragende Rolle, aber was anderen Bassisten wohl aufdringlich oder langweilig gerraten würde, funktioniert hier bestens. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Chris Squire immer ein Bassist war, der weniger die "groovende" Richtung seines Faches vertrat, sondern einen viel kompositorischeren Ansatz: seine Bass-Linien liefen schon bei "Yes" immer als eigenständige, durchgearbeitete Stimme in den Kompositionen mit den anderen Instrumenten zusammen. Dass Chris Squire es dabei schaffte, trotz knackigem Rickenbacker-Sounds und relativ viel hohem Gefiedel auch den Druck aufzubauen, den nur ein vernünftiges Bass-Fundament in eine Rockband bringen kann, ist seine besondere Meisterschaft. Und da hier, auf seiner Solo-Platte, Gitarrenklänge fast vollständig fehlen, kommt die erhöhte Bass-Aktivität auch keinem anderen Instrument in die Quere.

Musikalisch klingt "Fish Out Of Water" vollkommen anders als "Yes", und das, obwohl insbesondere der frühe "Yes"-Sound gerade durch den Bass-Sound ausgezeichnet war. Aber das Fehlen von Gitarre und der ausführliche Einsatz eines Orchesters, dafür fast kein Synthesizer und Chris Squires eigene, aber durchaus angenehme Stimme, die hier auch alle Gesangs-Parts übernimmt, erzeugen einfach einen vollkommen anderen Sound. Insbesondere Andrew Pryce Jackmans Orchestrierung ist hervor zu heben: unkitschig und effektvoll, vom leichten Streicher-Flimmern im Hintergrund bis zum Bombast-Schluss von "Safe". Obwohl durchweg hymnisch, hat jeder der Songs seine eigene, andere Grundidee und -Stimmung. Trotz aller krummer Rhythmen ist vor allem das Zusammenspiel Squire/Bruford wieder ein genaues Hinhören wert. Im Prinzip unspektakulär, aber wieder einmal unnachahmlich ist die Arbeit des Schlagzeugers: Vom treibenden 6/4-5/4-Rhythmus des Mittelteils von "Silently Falling" zur geradezu klinischen Präzision, mit der er und Chris Squire den 7/4 in "Lucky Seven" in seine Bestandteile zerlegen und wieder zusammensetzen.

Die Songs selbst variieren im Grundsound relativ wenig, bleiben aber immer eigenständing und gut wiedererkennbar: Vom langsam Walzer mit melodiemässigen Country-Anleihen in "You By My Side" über das dreigeteilte, mit fast "Hey Jude"-mässigen Schluss versehene, elfminütige "Silently Falling", über das Sax-Solo in "Lucky Seven" zum bombastischen "Safe", das (fast) immer dann, wenn man meint, jetzt sei es endgültig rum, noch einmal anhebt.

Alles in allem eine Platte, die man nicht nur "Yes"-Fans empfehlen kann. Zu schade, dass der Fish sich seitdem nicht mehr an Land getraut hat: Auf sein zweites, lange angekündigtes Solo-Album wartet man bis heute.

Anspieltipp(s): Silently Falling
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.6.2002
Letzte Änderung: 3.6.2002
Wertung: 12/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 3)


Dieses ist das einzige Soloalbum von YES Bassist Chris Squire. Bereits im Jahre 1975 erschienen zeigt das Teil eine Reife, die sich auch heute noch hören lassen kann. Der Standard des Albums liegt hoch. Eine exzellente Produktion, ausgezeichnete Studiomusiker, Instrumentenvielfalt usw. Das Album entwickelt eine herrliche Atmosphäre.

Auch die Gesangsparts von Herrn Squire lassen keine Wünsche über. Yes Fans (der frühen Werke), die das Album nicht kennen, sollten losrennen und es sich unbedingt zulegen. Es lohnt. Die Kompositionen erinnern stellenweise schon an die Götter der 70er, logisch, denn besonders die Rhythmussektion aus Squire und Bruford bilden auch bei den Frühwerken von Yes eine Dominanz. Trotzdem hebt man sich gelungen ab.

Mit "Hold Out Your Hand" gehts spektakulär los. In einen Orgelpart hinein spielt Squire schonmal beeindruckende Bassläufe. Diese sind unverkennbar, denn ich glaube, es gibt kaum einen Musiker, der sein Instrument mit einer solchen Hingabe spielt. Der Gesang erinnert stellenweise an Jon Anderson. Anfangs konnte ich fast gar nicht glauben, daß Squire selbst singt, wenn er auch lange nicht die Höhen wie Anderson erreicht. "You By My Side" geht nahtlos aus dem Opener hervor, beginnt aber ruhiger und von einer Pianolinie getragen. Der Song wird immer wieder von Flöten und Orchestereinlagen sanft unterlegt, was nicht nur herrlich klingt, sondern auch eine tolle Stimmung aufbaut. Diese setzt sich auf "Silently Falling" fort. Mit über 10 min ist dieser Song einer der längsten des Albums und sicher auch das Highlight. Anfängliche Orchester- und Flötenparts lassen den Song verspielt beginnen. Der Anfang erinnert mich immer wieder an die Melodie des "Sandmanns" (ja, genau, dieses Püppchen, welches Abend für Abend die Kinder in die Heia begleitet ...). Der Song lebt von seinem Bombast und den immer wieder entzückenden Keyboard/Piano/Orgel Instrumentalparts. Herrlich.
"Lucky Seven" beginnt wieder relativ ruhig und wird von einem tollen Rhythmus getragen. Und plötzlich ein Saxophon - *jamm*. Klingt, als hätten Yes mit Supertramp Hochzeit gefeiert. Sauber. Echt herrlich. Den Abschluß bildet "Safe". Dieses beginnt wieder mit orchestralem Akzent und verläuft sehr ruhig. Gesang, Piano und Bass verbreiten Ruhe. Und wieder das Orchester - bevor es dann dramatisch weitergeht. Ein würdiger Abschluß für ein geniales Album.

"Fish Out Of Water" ist definitiv ein Highlight der Siebziger. Dieses Album verbindet große Bands dieser Ära mit einem ganz eigenen Charme. Ich für mein Teil muß sagen, daß dieses Album mit den Yes Klassikeralben (Fragile, Close To The Edge) locker mithalten kann und soundtechnisch sogar erheblich klarer daherkommt. Im gut sortierten Plattenladen kann man das Album auch heute noch erwerben (ich hab es sogar als Special Price gefunden!)

Anspieltipp(s): Silently Falling
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.6.2004
Letzte Änderung: 29.6.2004
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Im Zuge der Veröffentlichung der Expanded Editions aller Yes-Alben bis "90125" wurde immer wieder auch davon gesprochen, die 1975/76er Soloalben wiederzuveröffentlichen. Bisher war allerdings lediglich Moraz' "i" erschienen. Im August 2007 hat nun Chris Squire sein bisher einziges Soloalbum (für 2007 oder 2008 ist Nummer zwei angekündigt) auf seinem neugegründeten Label Stone Ghost Records in einer CD/DVD-Special-Deluxe-Edition (mit Bonustracks) wiederveröffentlicht. Die CD enthält als Bonustrack die wenig spektakuläre (weil einfach irgendwo ausgeblendete) Single-Version von "Lucky Seven", die damals nur in den U. S. A. erschienen war. Wirklich spannend ist aber die DVD: Hier finden sich die beiden Promovideos zu "Hold out your Hand" und "You by my side", die bisher nur in Ausschnitten auf dem YesYears-Video zu sehen waren. Hier sind sie vollständig, und es ist doch ganz interessant, Patrick Moraz, Jimmy Hastings, Bill Bruford und Andrew Jackman mal in Aktion zu erleben. Die Bildqualität ist ein bißchen schwammig, aber was, das aus den Siebzigern stammt, ist das nicht mittlerweile?

Es folgt ein etwa dreiviertelstündiges Interview mit Squire, das offensichtlich im Rahmen der Aufnahmen für die DVD "Yes. Classic Artists. Their definitive fully authorised Story in a 2 Disc deluxe Set" entstanden ist - jedenfalls sitzt Squire auf dem gleichen Sofa. Der Meister nuschelt ein paar interessante Begebenheiten rund um die Entstehung seines Solowerkes, beleuchtet die Verwandtschaft von "Fish Out Of Water" und dem Yessong "Parallels" und weiß vor allem über Bill Bruford und Patrick Moraz nur Lobendes zu sagen. Was ich nicht wußte: "Fish Out Of Water" muß eines der ersten Alben gewesen sein, auf denen ein Bass-Synthesizer verwendet wurde: Moraz spielt an einer Stelle eine Basslinie auf dem Mini-Moog (BBS-Leser Roland wusste definitiv von noch früheren Bass-Synthie-Experimenten von George Duke und Jan Hammer - danke!). Witziges gibt es auch, die Überschneidungen mit bereits bekannten Anekdoten halten sich in Grenzen.

Das eigentliche Highlight ist allerdings der Kommentar Squires zu seinem Album. Ähnlich den Audiokommentaren von Regisseuren, Schauspielern oder irgendwelchen anderen Filmleuten, die sich auf gut sortierten DVDs finden, erläutert Squire, gemütlich in seinem Studio sitzend und gelegentlich mitwippend, seine Musik, während diese im Hintergrund läuft. Zwar ist die Idee etwas besser als ihre Umsetzung ("I've never done this before"), auch wegen der etwas unglücklichen Abmischung der beiden Audiospuren (die Musik ist im Verhältnis zu laut) und Squires Nuschelei, aber das Ganze ist inhaltlich doch interessant genug, um bis zum Ende dranzubleiben. Dass aus der Yes-Ecke nochmal was wirklich Kreatives kommt, hätte ich ja wirklich nicht gedacht - und das nun ausgerechnet von Squire - Hut ab, Chris! Wenn Dein nächstes Soloalbum halbwegs an "Fish Out Of Water" heranreicht, und du keinen Popscheiß auf das nächste Yes-Album drückst, bekommst du sicher auch die Sympathien der Yes-fans wieder zurück, die du seit "90125" verspielt hast!

Anspieltipp(s): "Silently Falling" und "Safe". "Hold out your Hand" und "You by my side" sind mir (bis auf die Soli von Squire und Hastings) zu poppig
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.8.2007
Letzte Änderung: 5.1.2010
Wertung: 12/15
12: Für das Originalalbum und seine Deluxe-Version

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