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Citizen Cain

Skies Darken

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Festival Music
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Stewart Bell Keyboards,Drums
Cyrus Bass,Vocals
Phil Allen Guitar,Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. The Charnal House 4.56
2. The Long Sleep 12.25
3. Darkest Sleep / Manifestations 7.09
4. Spiders In Undergrowth 3.05
5. The Hunting Of Johnny Eue / Trapped By Candlelight 11.59
6. Coming Down / The Fountains Of Sand / Delivered Up For Tea / Death And Rebirth 14.53
7. Do We Walk In The World? 5.10
8. Lost In Lonely Ghosts 13.43
Gesamtlaufzeit73:20


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Citizen Cain scheinen auf ihrem 2012 aktuellen Werk "Skies Darken" eine enorme Wandlung durchgemacht zu haben, falls sie bisher wirklich Neoprog spielten. Die textlich behandelten und musikalisch adäquat umgesetzten apokalyptischen Visionen und dramatischen Bilder von "Skies Darken" werden wahrscheinlich die Hörer von Peter Hammill und Van der Graaf Generator, oder insgesamt die Symphathisanten des finsteren, leicht avantgardistisch angehauchten Progrock ansprechen. Anklänge an klassisch inspirierten Retroprog in der Art von Gentle Giant und Genesis sowie kurze, virtuos angelegte Progmetal-Exkursionen (Dream Theater?!) konnten ebenso ausgemacht werden. Die Suche nach Neoprog auf dem vorliegenden Album blieb aus meiner Sicht weitgehend erfolglos.

Der an Peter Gabriel erinnernde Gesang führt einen durch die verwinkelten Songs mit ellenlangen Texten. Diese gerne symphonisch angelegten Kompositionen empfinde ich als wohltuende Abwechslung zu den zahlreichern Retoprog-Bands, deren Darbietung kaum noch von Mainstream-Rock zu unterscheiden ist. Die kompromisslose, wohl eher sperrige und schwer zugängliche Kunst von "Skies Darken" will von dem interessierten Hörer erst erschlossen werden. Nach einigen Durchgängen beginnt man sogar Melodien wiederzuerkennen, falls dies ein Qualitätskriterium ist.

"Skies Darken" ist für mich also ein Werk in der besten britischen Progrock-Tradition, bei der kommerzielle Überlegungen und Radio-Edits keine Rolle spielen. Da verzeihe ich den Musikern sogar die Tatsache, dass Bass und Schlagzeug wiederholt wie programmiert klingen und daher Phänomene wie Grooves oder lockerer Musikfluß das genaue Gegenteil von „Skies Darken“ darstellen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.5.2012
Letzte Änderung: 19.5.2012
Wertung: 10/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Ich muss zugeben, ich habe Xitizen Xain bisher immer gemieden, weil ich im Zusammenhang mit dieser Band immer den Ausdruck "Neoprog" gehört habe. Ich bin kein Ignorant und versuche, nach allen Richtungen offen zu bleiben, aber Neoprog hatte Glück, wenn er mich nur enttäuscht hat, allzu oft habe ich mich über verschwendete Lebenszeit geärgert.

Manchmal überrascht einen dann aber eben doch mal eine Neoprogband - und prompt muss man sich vom Kollegen Siggy erklären lassen, dass sie auf dem fraglichen Album gar keinen Neoprog spielt. Schicksal.

"Skies Darken" ist sicherlich kein Meisterwerk, dafür bleibt die Band ein wenig zu charakterlos. Die Jungs wissen aber, was sie tun, und sie tun, was sie können, und das, was sie können, machen sie gut. Will sagen: Das hat rhythmisch einigen Anspruch, da wechseln z. B. in "Darkest Sleep/Manifestations" mal 6/8- und 7/8-Takte, in "The Hunting Of Johnny Eue/Trapped By Candlelight" gehen 5er-, 6er- und 7er-Takte sogar mal richtig kreuz und quer durcheinander, das hat auch harmonisch einigen Anspruch, z. B. gibt es einige dem Barock entlehnte Akkordfolgen, dazu kommen natürlich Bezüge zu klassischen Progbands der Siebziger, aber alles bleibt in einem gewissen Rahmen. Das Können der drei bewegt sich in dem Bereich, den viele Retroprogbands in den letzten Jahren und Jahrzehnten unter sich ausgemacht zu haben scheinen, und wer das mag, der wird hier weder über- noch unterfordert.

Die stilistischen Bezüge hat Siggy treffend benannt: Die Musik bewegt sich irgendwo zwischen Van der Graaf Generator und Dream Theater. Aber halt mal, das ist doch eigentlich ziemlich ungewöhnlich! Denn was haben die amerikanischen Frickelmetaller mit den britischen Schrägsophisten schon gemeinsam? Dennoch: Die Mischung funktioniert, nicht zuletzt weil Cyrus mit seinem exaltierten Gesang, der weder Einflüsse von Peter Hammill noch von Peter Gabriel verleugnen kann, locker die Brücke zwischen den verschiedenen Stilen schlägt.

Mir persönlich ist natürlich vieles zu gebügelt, zu Mid-Tempo, aber für solche Leute wie mich gibt es dann auch ein paar polyrythmische Passagen wie in "The Hunting Of Johnny Eue/Trapped By Candlelight". Kurze, zu kurze, aber immerhin.

Wie so oft im Retroprogbereich kein wirklich eigenständiges künstlerisches Statement, aber deshalb heißt es ja schließlich "Retroprog". Schön! Schade nur, dass Bandchef Cyrus, der Mann ohne Nachnamen (das hat er mit Leuten wie Marta, Elrond, Adam, Jesus und Leonardo aus Vinci gemeinsam) zu verstehen gegeben hat, dass ausgerechnet "Skies Darken", das vermutlich beste Album der Band, ihr letztes sein wird. Citizen Cain sind mangels Musiker, die jenseits des 4/4-Taktes spielen können, seit der Jahrtausendwende nicht mehr aufgetreten, und haben, so Cyrus weiter, alles gesagt, was zu sagen war. Nun, man darf sich immerhin auf zwei Soloalben freuen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.6.2012
Letzte Änderung: 2.8.2012
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Citizen Cain

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1992 Serpents in camouflage 5.33 3
1994 Somewhere But Yesterday 10.50 2
1996 Ghost Dance 6.00 1
1997 Raising the stones 5.50 2
2003 Playing dead 8.00 1

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