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Comus

Out of the coma

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Folk; sonstiges
Label: Comus Music / Coptic Cat
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Roger Wootton Guitars, Vocals
Glenn Goring 6- & 12-String Guitars, E-Guitar, Vocals
Bobbie Watson Vocals, Recorder, Percussion
Colin Pearson Violin, Viola
Andy Hellaby Bass
Jon Seagroatt Woodwinds, Percussion (Tracks 1-3)
Lindsay Cooper Woodwinds (Track 5)

Tracklist

Disc 1
1. out of the coma 8:35
2. the sacrifice 8:39
3. the return 6:22
4. Introduction By Roger Wootton 1:15
5. the malgaard suite   (live 1972) 15:49
Gesamtlaufzeit40:40


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Comus sind wieder da! Und wie!

Schon 2005, bei den "Feierlichkeiten" anlässlich der Veröffentlichung von "Song to Comus - The Complete Collection" (das sämtliches in den 70er Jahren eingespielte Material der Band beinhaltet), waren die ehemaligen Bandmitglieder wieder zusammen gekommen. Danach dauerte es noch einmal zwei Jahre, bis die Musiker auf Betreiben von Mikael Åkerfeldt (Opeth) und dem Konzertveranstalter Stefan Dimle (ehemals Landberk und Paatos) beschlossen wieder gemeinsam Musik zu machen. Die Comus-Reunion fand dann im Rahmen des Melloboat Festivals im März 2008 statt (und wurde auch auf Tonträger festgehalten).

Nun legen Comus ihr erstes Studioalbum seit fast 40 Jahren vor. Bis auf Rob Young sind alle am 1971 erschienenen Debüt Beteiligten wieder dabei. Die Holzblasinstrumente hat nun Jon Seagroatt übernommen, der Ehemann von Bobbie Watson. Das Cover von "Out of the coma" wurde wie das des Erstlings von Roger Wootton entworfen und lehnt sich stilistisch deutlich an diesen an. Das kann man auch von der Musik behaupten.

Die ersten drei Nummern bieten also angelehnt an das Debüt - ich zitiere den Kollegen Brückner - "düstere Schrägfolkstücke über Gewalt, Mord und Wahnsinn" und diese werden sehr aufwändig instrumentiert, abwechslungsreich und intensiv dargeboten und schließen stilistisch recht nahtlos an "First Utterance" an. Gut, etwas entspannter und eleganter ist man zu Gange, merkt man schon, dass hier in Würden ergraute, ehemalige Folkrebellen tätig sind. Ziemlich sperrig und unkonventionell ist das Gebotene allerdings immer noch.

Leider hat die Band nur drei neue Nummern im Studio eingespielt. Um das Album zu füllen wurde daher ein historischer Livemitschnitt ausgegraben, klanglich restauriert und als letzter Track dem Album beigefügt. "the malgaard suite" entstand nach der Veröffentlichung von "First Utterance" und sollte den Kern des zweiten Comus-Albums bilden. Die Nummer war zweiteilig konzipiert und den ersten Teil hat die Band, damals mit Lindsay Cooper an den Holzblasinstrumenten, einige Male live gespielt. Teil zwei wurde erst kurz vor dem (ersten) Ende der Band vollendet und nie aufgeführt. Bei Dawn Records war man von dem Material nicht sonderlich begeistert, so dass es mit dem zweiten Comus-Album nichts wurde.

"the malgaard suite" wurde irgendwo 1972 aus dem Publikum (offenbar von keinem Geringeren als Andy Warhol - so Wootton in der "Introduction") heraus auf Kassette aufgenommen. Die Klangqualität ist recht bescheiden, doch ist das Stück einigermaßen anhörbar (zumindest rauscht und knackst nichts). Ein ziemlich bizarres Folk-Prog-Gemenge wird hier geboten, reich instrumentiert und mit viel Gesang (der allerdings ob der schlechten Aufnahmequalität ziemlich quietschig durch die Gehörgänge knarzt). Die Aufnahme ist wohl leider nicht mehr als ein interessantes Zeitdokument, doch kann man hier klar erkennen, dass der so nie erschienene Zweitling von Comus eine sehr interessante Angelegenheit geworden wäre.

"Out of the coma" ist ein sehr durchaus gelungenes Comeback-Album der britischen Acid-Folk-Legende, welches aber natürlich ein wenig unter der Kürze des rezenten Studiomaterials leidet. Das Titelstück, "the sacrifice" und "the return" bieten erstklassige und perfekt dargebotene Musik, die jedem Freund von "First Utterance" begeistern sollte. Die historische Livenummer ist sicher interessant, stellenweise auch beeindruckend schräg, nervt aber auf Dauer ob der schlechten Klangqualität. Comus-Fans sollten wohl trotzdem zugreifen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.5.2012
Letzte Änderung: 28.5.2012
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Comus

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 First Utterance 9.50 4
1974 To Keep From Crying 5.50 2

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