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Popol Vuh (Dt.)

Revisted & Remixed 1970 - 1999

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011 (2-CD)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Elektronische Musik; Krautrock; Moderne Electronica; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: SPV
Durchschnittswertung: keine Wertung (1 Rezension)

Besetzung

Florian Fricke Synthesizer, Piano, Moog, Vocal, Spinett, Keyboards
Daniel Fichelscher Percussion, Guitars
Frank Fiedler Synthesizer-Mixdown
Renate Knaup Vocal
Holger Trülzsch Percussion
Al Gromer Sitar

Gastmusiker

Kruder & Dorfmeister CD 2 - Track 1
The Orb CD 2 - Track 2
Schwarz/Dixon/Âme CD 2 - Track 3
Alex Barck CD 2 - Track 4
Roland Appel CD 2 - Track 5
Pan Sonic CD 2 - Track 6
Moritz von Oswald CD 2 - Track 7
Mouse on Mars CD 2 - Track 8
Stereolab CD 2 - Track 9
Haswell & Hecker CD 2 - Track 10

Tracklist

Disc 1
1. Aguirre I Lacrima di Rei   (Aguirre) 6:15
2. Affenstunde   (Affenstunde) 15:42
3. In den Gärten Pharaos   (In den Gärten Pharaos) 17:22
4. Ich mache einen Spiegel   (Affenstunde) 3:07
5. Nachts Schnee   (Cobra Verde) 1:51
6. Eine andere Welt   (Cobra Verde) 4:16
7. In your Eyes   (For You an Me) 1:02
8. Train through time   (Affenstunde (Bonustrack)) 6:15
9. Nascita   (Messa di Orfeo) 2:00
10. Brüder des Schattens   (Nosferatu) 5:44
11. Through Pain to Heaven   (Nosferatu) 3:43
12. Kailash: Last Village   (Bonustrack (unreleased)) 5:40
Gesamtlaufzeit72:57
Disc 2
1. Aguirre I/II (Lacrima Di Rei Edit)   (Peter Kruder Remix) 7:22
2. Schnee (Flow Edit)   (Thomas Fehlmann Flow Mix) 6:38
3. Heart of Glass (Sei Still Wisse Ich Bin Edit)   (A Critical Mass Remix) 6:01
4. Haram Dei Haram Dei (ProgRock Edit)   (Alex Barck Remix) 6:21
5. Through Pain to Heaven/Kyrie (Edit)   (Roland Appel Remix) 5:52
6. Nachts Schnee (Ambient Edit)   (Mika Vainio Remix) 9:59
7. Gärten Pharaos (Dark Development Edit)   (Moritz von Oswald Remix) 6:20
8. Through Pain to Heaven/Dopeful Vuh (Edit)   (Mouse On Mars Remix) 5:20
9. Hosianna Mantra (Lyrics Edit)   (Stereolab Remix) 5:24
10. Aguirre I/II (Endless Edit)   (Haswell & Hecker Remix) 8:15
11. Train through time (long version)   (Popol Vuh) 10:29
Gesamtlaufzeit78:01


Rezensionen


Von: Michael Hirle @


Nach der sehr gelungenen Wiederveröffentlichungswelle des Backkatalogs über SPV, gab’s 2011 nochmals einen Nachschlag in Form einer "Quasi Best of" ganz im Stile der Can "Sacrilege", d.h. junge Künstler versuchen sich an Remixen und eigenen Interpretationen "Geschichtsträchtiger" Originale. Was auf Can's "Sacrilege" noch wie ein bunter Wühltisch im Sommerschlussverkauf anmutete und so manche Perle zu Tage förderte, verläuft auf "Revisted & Remixed" gleichwohl blasser, biederer, ja auf sympathische Weise auch schüchterner. Aber von Vorne.

Die erste CD, als Planet-Side betitelt, widmet sich dem überwiegend elektronischen, ambienten Gesichte Popol Vuhs. Über Relevanz und Qualität der einzelnen Stücke muss nichts mehr gesagt werden. Sie stehen in einzigartiger Weise für sich selbst.

Auf der zweiten CD, der Cosmic Side, zollen nun elektronische Szenegrößen ihrem "Stichwortgeber" Tribut. Eigentlich eine spannende Sache, denn in den Originalen Stücken steckt ob ihrer musikalischen Weite, ein riesen Spielraum für Interpretationen. Leider wird dieser von den Wenigsten genutzt. Die an und für sich spannenden "Kruder & Dorfmeister" überraschen mit einer blutleeren und spannungsarmen Version des "Aguirre" Themas. Alles fließt, aber es fließt an einem vorbei. Auch "The Orb" bemächtigen sich nur einer Klangfarbe und bleiben an der Oberfläche des Originals. Ergebnis: entspannter Ambient, ganz im Geiste ihrer britischen Elektrokollegen "Autechre", aber ohne deren Abgründe. "Alex Barck" gestaltet eine hörenswerte und akzentuierte Collage aus "Haram Dei Haram Dei" (Letzte Tage Letzte Nächte). "Schwarz/Dixon/Âme" zerstückeln ein Renate Knaup Sample, welches auf Dauer etwas nervt, aber im Großen und Ganzen eher zu den gelungenen Stücken der "Cosmic Side" gehört. Ebenso "Pan Sonic" mit ihrer Schneckentempo äh Ambient-Variation über ein Thema aus" Cobra Verde". "Roland Appel" und "Moritz von Oswald" langweilen mit nervigen Clubsounds ala Samstagabend Dorf- bzw. Großraumdisse. Gähn. "Mouse on Mars" zeigen als Erste mal richtig Mut zum Experiment und man höre und staune..., die bedrückende Atmosphäre der Vorlage (Nosferatu) bleibt trotzdem erhalten. Nun das eigentliche Highlight der "Remixed"-Seite: Stereolab verwandeln das eh schon unwiderstehliche "Hosianna Mantra" in einen schwerelosen elektronischen Traum, der noch immer den Geist des Originals atmet. Ein Traum. Leider nur ein kurzer, denn "Haswell & Hecker" (klingen schon wie "Black & Decker") demontieren ohne Feingefühl das "Aguirre" Thema. Ein hoch auf die Skiptaste! Denn jetzt dürfen die Meister selbst nochmal ran und zeigen mit einer "Long-Version" des "Affenstunde"-Bonustracks "Train through time", wie man es richtig macht.

Bleibt also festzuhalten: manche Verbeugung ist huldvoll und äußerst belebend ("Stereolab", "Mouse on Mars", "Alex Barck"), manch andere, mehr als verzichtbar. Das Gefühl der Austauschbarkeit der Vorlage drängt sich dort förmlich auf. Für die Chillout-Lounge mag dies genügen, nicht aber für eine liebevolle Hommage an eine Ausnahmeband. Mit Ausnahme der "Stereolab"-Version bleibt die "Cosmic Side" ein "Außen". Eigentlich unverständlich, waren doch gerade die Popol Vuh'schen Klangreisen immer Ausdruck größter Innerlichkeit. Ob es sich also bei dem Nachschlag um ein Sahnehäubchen oder um das berühmte "Python'sche"-Minzblättchen handelt, möge der Hörer selbst entscheiden. Der Fan erfreut sich bei einer Kaufentscheidung auf das bisher unveröffentlichte „Kailash: Last Village“ von der wunderbaren, gleichnamigen Filmmeditation „Kailash – Pilgerfahrt zum Thron der Götter“.

Anspieltipp(s): Hosianna Mantra, Kailash: Last Village
Vergleichbar mit: leider zu vielen, inzwischen zweistelligen Ambient/Trance/Elektro-Samplern
Veröffentlicht am: 29.5.2012
Letzte Änderung: 29.5.2012
Wertung: keine interessante Idee, bis auf auf ein paar Ausnahmen, mäßig umgesetzt

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Popol Vuh (Dt.)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Affenstunde 9.50 4
1972 In den Gärten Pharaos 10.00 4
1972 Hosianna Mantra 11.33 3
1973 Seligpreisung 10.50 2
1974 Einsjäger & Siebenjäger 11.00 3
1974 Aguirre 9.75 4
1975 Das Hohelied Salomons 11.00 3
1976 Letzte Tage - letzte Nächte 10.67 3
1976 Yoga - 1
1977 Coer De Verre (Herz aus Glas) - Soundtrack 12.00 1
1978 Brüder des Schattens - Söhne des Lichts 9.00 2
1978 Nosferatu (Soundtrack) 10.00 1
1979 Die Nacht der Seele - tantric songs 13.00 1
1981 Sei still, wisse ICH BIN 12.00 1
1982 Fitzcarraldo - 1
1983 Agape-Agape, Love-Love 12.00 1
1985 Spirit of Peace 11.00 1
1987 Cobra Verde (Soundtrack) 10.00 1
1991 For you and me 12.00 1
1993 Sing, for Song Drives Away the Wolves - 1
1994 Gesang der Gesänge - 1
1994 City Raga - 1
1995 Kailash - Pilgerfahrt zum Thron der Götter (VHS) - 1
1996 Shepherd's Symphony - Hirtensymphonie - 1
1999 Messa di Orfeo 12.00 1

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