Same Time Next Life
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Informationen
Allgemeine Angaben
| Erscheinungsjahr: |
2012 |
| Besonderheiten/Stil: |
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| Label: |
Unsung Productions |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Adrian Benavides |
guitar, bass, vocals, sound design, programming |
| Pat Mastelotto |
drums and percussion |
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| Markus Reuter |
U8 touch guitar, wall of noise |
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Gastmusiker
| Mike Day |
additional guitar |
| Alex Dowerk |
U8 touch guitar, additional programming |
| Eoghan McCloskey |
drums and percussion |
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| Matt Parmenter |
additional engineering |
| Annette Garza |
violin |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Impulse Response
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8.21
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| 2. |
Grit [digging]
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11.35
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| 3. |
Reflection II
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4.51
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| 4. |
Exterior Of A Heart
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5.48
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| 5. |
Reflection III
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12.28
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| 6. |
Same Time Next Life
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8.18
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| 7. |
Reflection I
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8.10
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| Gesamtlaufzeit | 59:31 |
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Rezensionen

Den Namen Adrian Benavides habe ich zum ersten Mal erst 2012 wahrgenommen, anlässlich seines Remixes von Centrozoons "Boner". Die Rolle des Tontechnikers/Abmischers wird wahrscheinlich immer noch unterschätzt. Deshalb ist mir bisher die Tatsache entgangen, dass Benavides in dieser Funktion (und gelegentlich auch als Musiker) u.a. für Markus Reuter, Ian Boddy, Alex Dowerk, Stick Men und Pat Mastelotto tätig war.
"Same Time Next Life" muss tragischer weise als Ergebnis einer Trauerarbeit verstanden werden. Die Tochter von Benavides wurde 2010 tot geboren.
Laut Werbetext darf "Same Time Next Life" als eine härtere Version der Fripp/Sylvian-Zusammenarbeit bezeichnet werden. Da die Fripp/Sylvian-Alben zu meinen absoluten Favoriten gehören, war ich natürlich etwas skeptisch. Der Vergleich hinkt ein wenig, da sich die Musik von Fripp & Sylvian am Ende doch um den charismatischen Sänger drehte, der von einem außergewöhnlichen Gitarristen begleitet wurde. Der Schwerpunkt der Debütscheibe von Benavides liegt m.E. nicht bei seinem (nicht besonders charismatischen) Gesang, sondern bei der in Zusammenarbeit mit Markus Reuter entstandenen beeindruckenden Industrial Soundscapes-Wall of Sound, die neben schweren Riffs, im Mix versteckten Arpeggios und düsteren Akkordfolgen auch bedrohliche Klangwolken beinhaltet.
Industrial Ambient Progmetal trifft auf manche Passage durchaus zu, auch wenn Metal hier nicht bestimmend ist, sondern nur eine Zutat darstellt. (Auf jeden Fall reichen die derzeit auf diesen Seiten verfügbaren Stilmerkmale für die vorliegende Musik nicht aus).
Pat Mastelottos Schlagzeugspiel mag nicht das variabelste sein, aber er ist nach wie vor Meister darin, die Rhythmusarbeit um elektronische Komponente zu erweitern bzw. sich in einer derart unheimlichen Umgebung zurechtzufinden, wie der Klangwelt von "Same Time Next Life".
Das Album bietet auch Momente des ambientartigen Innehaltens, mit leisem Sprechgesang und zurückgenommenen Soundscapes. Auch die "Reflection"-Instrumentals tauschen Aggression gegen Melancholie. "Reflection II" hört sich durch die Mellotron-artigen Streicher wie atmosphärischer Retroprog an. "Reflection II!" funktioniert als kreative elektronische Musik ohne nostalgische Note, bis nach 8 Minuten das Schlagzeug hinzukommt, um die Elektronik-Freunde aus ihren Träumen zu reißen. "Exterior of a Heart" ist als mit funkigen Akzenten versehener, finsterer Heavy Industrial Prog etwas sehr selten Gehörtes. Möglichweise erklingt eine solche Mischung hier zum ersten Mal.
"Same Time Next Life" ist ein schwermütiges Tondokument einer Trauerarbeit und als solches kann es ebenso erdrückend wie beeindruckend wirken. Für Freunde der Musik aus dem King Crimson-Umfeld und für solche, die dem Leben in seiner ganzen Härte begegnen möchten, ist das Album auf jeden Fall hörenswert.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
10.6.2012 |
| Letzte Änderung: |
10.6.2012 |
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Traurige, ja dramatische Ereignisse münden bei Künstlern oft in eine fulminante Verarbeitung des erlittenen Schmerzes. So lässt uns Adrian Benavides auf seinem ersten Soloalbum unverblümt, direkt, mit voller Härte an der tragischen Todgeburt seiner Tochter teilhaben. Das düster Riffgewitter „Impulse Response“ überfällt den Hörer direkt und schonungslos. Harte Riffs, düster Klangwälle, industriell stampfender Rhythmus, beunruhigende Schwirrgeräusche und Benavides todtrauriger, irgendwie desilliusioniert-hoffnungsloser Gesang sind starker Tobak, aber auch zutiefst beeindruckend. Auch textlich äußert sich Benavides sehr direkt und konfrontiert den Hörer mit dem Unfassbaren.
Die folgenden Stücke erreichen nicht mehr die Intensität des Eröffnungsstücks. Gottseidank möchte man sagen, denn wer weiß, wie man das überstehen hätte sollen. Aber ein beeindruckendes Album bleibt „Same Time Next Life“ allemal und gerade der zweite Song „Grit [digging]“ ist schon auch nochmal richtig heftig. Die Mischung aus Industrial-Rhythmik, elektronischen Klangwällen, düsteren Riffs, krachigen Bassläufen und dem eher monotonen Gesang Benavides (obwohl nicht viel gesungen wird, die instrumentale Seite überwiegt) funktioniert sowohl in den härteren Stücken, wie auch in den wie Inseln wirkenden Soundscape-Einlagen (die natürlich noch elektronisch-flirrender daherkommen, also die übrigen Stücke). Gegen Ende des Albums werden die Stimmungen und Klanglandschaften etwas heller, anscheinend zeigt der Verarbeitungsprozess Früchte und der Lebenswille gewinnt die Oberhand. So klingt das abschließende Titelstück mit fast fröhlichen Klangwolken aus, nachdem zuvor schon Benavides Ex-Frau (die Mutter, die das Drama durchleben musste) mit ihrer Violine die bislang lebendigsten instrumentalen Töne beigesteuert hat. Danach ist das Album eigentlich zu Ende, bei der CD-Erstauflage ist dann aber mit „Reflection I“ noch ein weiterer (hervorragender) Soundscape-Track als Bonus angefügt.
„Same Time Next Life“ ist ein beeindruckendes Album, welches fast nur aus Klang und Rhythmus zu bestehen scheint, will sagen, die einzelnen Instrumente spielen keine so große Rolle, der erzeugte „Wall of Sound“ regiert. Für Melodiker und zarte Gemüter ist das nichts, aber für Liebhaber fordernder Musik könnte es einer der Trips des Jahres sein.
| Anspieltipp(s): |
sollte man in einem hören (auf der Bandcamp-Seite kann das komplette Album vorab gehört werden, wer will) |
| Vergleichbar mit: |
Weltuntergangsszenarien mit King Crimson-Soundtrack |
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| Veröffentlicht am: |
14.6.2012 |
| Letzte Änderung: |
14.6.2012 |
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