The Village To The Vale
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Robbie Wilson |
Vocals, Guitars, Trumpet, Organ |
| Luke Foster |
Drums, Percussion, Piano |
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| Peter Evans |
Bass, Glockenspiel |
| Chris Lloyd |
Guitars, Thumb Piano |
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Gastmusiker
| Thomas Feiner |
Vocals, Instrumentation |
| Anna Lynne-Williams |
Vocals |
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| Bruce White |
Viola |
| Helen Whitaker |
Flute |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Three Jumps the Devil
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7:05
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| 2. |
You'll Wait Forever
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6:28
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| 3. |
Never Worry
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3:59
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| 4. |
Thief
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7:27
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| 5. |
Brightening Sky
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5:23
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| 6. |
Rosa
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16:09
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| 7. |
Bye Bye Now
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5:33
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| Gesamtlaufzeit | 52:04 |
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Rezensionen

Manchmal passiert es ja, dass man ein Album auf- oder einlegt, ohne große Erwartungen, mehr so aus Routine, da man sich Scheiben eines Label aus Prinzip kauft, oder die Alben einer bestimmten Band, eines geschätzten Musikers ... warum auch immer ... und ob der unerwartet in die Gehörgänge dringenden Klänge, die man so nicht im geringsten erwartet hat, plötzlich innehält und nur noch staunend und verblüfft zuhört. "The Village To The Vale" von Autumn Chorus aus Brighton war so eine Scheibe.
Auf dem Fading-Unterlabel von AltrOck erscheinen normalerweise die etwas eingängigeren oder retroprogressiven Veröffentlichungen der Mailänder. Etwas Eingängiges und Retroprogressives hatte ich daher auch erwartet. Das auf matt-rauem Papier gedruckte Beiheft bestätigt mit seinem farbig-pastoralen Cover erst einmal solcherlei Assoziationen, lässt aber ob seines eher melancholisch-schwarzweißen Bildinhalts erste Zweifel aufkommen. Wenn dann "Three Jumps the Devil" aus den Boxen gleitet, sind alle bisherigen Vermutungen nichtig.
Eingänglich ist diese Musik zwar schon, doch auf ganz besondere Weise. Die Musik ist ausgesprochen schön, zeitlos schön, schön ohne eine Spur von Kitsch (was manche Zeitgenossen vielleicht anders sehen werden), filigran, sanft, folkig, dabei sehr eindringlich und intensiv, gleichzeitig gewaltig und voluminös. Eine ausgesprochen runde Mischung aus Folkprog und Postrock haben Autumn Chorus (welch passender Bandname!) hier gewoben, die klar in der britischen Postrocktradition von Talk Talk und Bark Psychosis steht. Wo die Vorbilder aber eher karg und sparsam den unwirklichen Klangraum durchforschen, geben sich Autumn Chorus deutlich expressiver, geradezu jubilierend-hymmnisch-symphonisch, so dass man unweigerlich an ausladende Kathedralchöre, hohe weite Räume, sakrale Hallen denken muss. Dabei rockt das Ganze ungemein, bewegt sich meist klar in sehr rhythmischen Klanggefilden.
Gitarre, Bass und Schlagzeug bilden das Grundgerüst der Musik, die allerdings ausgiebig mit Piano-, Orgel- und Trompetenklängen erweitert wird, nicht selten ergänzt um Flöte, Streichinstrumente und allerlei metallische bzw. hölzerne Perkussion. All diese Klangfarben werden zu einem dichten, durchaus komplexen, spröde-melodischen Ganzen von erhaben-kristalliner, ja geradezu schmerzender Schönheit verwoben. Klar im Zentrum steht dabei der ätherische Gesang Robbie Wilsons, der mit seiner sehr variablen Stimme, etwas brüchig aber intensiv, am ehesten an einen Jeff Buckley erinnert (oder eine expressivere Version von Mark Hollis). Sein Gesang sorgt zudem für gewisse sakral-liedhafte Elemente, die der Musik einen folkig-pastoralen Charakter verleihen (oder denselben verstärken).
"The Village To The Vale" ist ein wunderbares, ausgesprochen klangvolles Album mit einem symphonisch-pastoral-folkigen Kammerpostrock, das allen Liebhabern der britischen Postrocksparte à la Talk Talk und Bark Psychosis sehr empfohlen sei! Im Vergleich zu den Ahnen ist die Musik von Autumn Chorus dabei viel wärmer ausgefallen, ist erdiger produziert und erzeugt mit satten Flöten-, Streicher- und Trompetenklängen eine viel deutlichere Kammermusikatmosphäre, ohne dabei den Rockbezug aus den Ohren zu verlieren. Ich bin immer noch verblüfft und begeistert!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
16.6.2012 |
| Letzte Änderung: |
23.3.2013 |
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Da haben die Macher des AltrOck-Labels wieder einmal ein echtes Schätzchen gehoben! Normalerweise ist deren Sub-Label Fading Records ja eher für retroproggige Klänge zuständig, die - passend benannten - Briten von Autumn Chorus haben sich dagegen dem Postrock verschrieben. Erfreulicherweise sind sie dabei keine der unzähligen Epigonen von GYBE & Co, sondern haben sich eher den kargen Klanglandschaften von Bands wie Bark Psychosis oder den späten Talk Talk verschrieben. Das ist zwar letzten Endes auch schon wieder "retro", aber zum einen gibt es viel weniger Bands, die sich derartigen Klängen widmen, zum anderen haben Autumn Chorus trotz aller Einflüsse ihren ganz eigenen Stil.
Das übliche Rockinstrumentarium wird um Trompete, Flöte und Streicher erweitert, was der Musik einen leicht kammermusikalischen Anstrich verleiht. Langsam, träge und melancholisch entfließen die Klänge den Boxen, verbreiten eine Atmosphäre pastoraler Ruhe und der Melancholie des nahenden Herbstes. Streicher mäandern sanft umher, begleitet von plingendem Klavier und sanft gezupfter Gitarre, dazu der wunderbare Weltschmerz-Gesang von Robbie Wilson, der die Musik perfekt ergänzt. Dabei sind die Briten insgesamt nicht so karg und spröde unterwegs wie die erwähnten Kollegen, die Songs sind doch voller arrangiert, können auch mal einen Zahn zulegen und etwas kräftiger rocken. Auch schwillt die Musik immer wieder zu symphonischen, fast bombastischen Passagen an. Gelegentliche Folk-Einflüsse sorgen zusätzlich für musikalische Vielfalt.
Autumn Chorus haben mir mit ihrem Erstling eine echte Überraschung bereitet, zumal ich solche Klänge bei AltrOck/Fading nicht erwartet hätte. Ich bin begeistert! Und Liebhaber der oben genannten Bands werde es ebenfalls sein!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
23.6.2012 |
| Letzte Änderung: |
23.6.2012 |
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Was liegt näher, als sich ein wenig mit dem Album des Monats Juli 2012 auf den Babyblauen mal auseinanderzusetzen? Eben! Dachte es sich und lauschte gespannt. Und gespannt. Und gespannt. Und gespannt. Und ...
... so weiter. Bin ich gespannt, dann warte ich auf eine Art Highlight, eine Art Feuer, große Emotionen, tosende Stürme. Freilich, das alles ist Atumn Chorus auch gelungen auf ihrem Album. Leider ist es nicht die Form von Spannung, die ich mir wünsche. Und vor allem: Die mich dann auch erreicht. Ich kann mir ein Jazzalbum anhören und aufgrund schöner Momente drin versinken; Frickel Prog, weil ich mir bildlich vorstelle, wie die Musiker jetzt arbeiten und Spaß haben; Prog Metal, weil mir druckvolle Passagen ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern; Retro Prog, weil ich den analogen Sound diverser Elemente wie dem Mellotron liebe; usw... Genau: Und da ist die Krux. Weder Jazz, noch Frickel Prog, noch Prog Metal, noch Retro Prog; usw. liefern Autumn Chorus. Stattdessen schwelgt man in depressiver Schönheit dahin. Es ist Herbst (ah! Daher der Bandname), die Blätter fallen von den Bäumen. Draußen macht sich Kälte, Regen und Sturm breit. Aber drinnen vorm Kamin ist es lauschig warm. Jetzt Autumn Chorus auflegen und auf dem Flockati sitzend einen wohl temperierten Rotwein trinken. Kerzenlicht, laute Musik, Rotwein, ab und zu ein leises Poltern, wenn der Wind an den Dachziegeln rüttelt, ein lauschiges Knacksen vom Feuerholz, dabei an die Verflossene denken, eine Träne vergießen.
Autumn Chorus spielen stimmungsabhängige Musik. Und in dieser Herbststimmung bin ich derzeit nicht. Es wird vorzüglich musiziert, atmosphärisch wohlbemerkt. Da kommen keine "Abgehparts" - da kommt nich einmal sowas wie ein straighter Rhythmus. Vielmehr werden da Klangteppiche eingewoben. Musik, die du nicht unbedingt auf einer langen Autofahrt hören solltest. Ich kann es schwer in Worte fassen, aber das Album ist tief, beschert wahnsinnig emotionale, fast schon depressive und überwiegend traurige Momente. Einzig: Es erreicht mich nicht in meiner derzeitigen Stimmung.
Dieses Werk funktioniert, wenn du dich in die passende Stimmung versetzen kannst. Ich habe es nun mehrmals versucht und es gelingt nicht. Dass das nicht bedeutet, dieses Album sei schlecht oder schwach, dürfte klar sein. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es eben Gründe gibt, weshalb es u.U. nicht funktioniert. Von einer Wertung sehe ich ab, weil ich schwer beurteilen kann, zu was ich wenig Zugang finde.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
6.8.2012 |
| Letzte Änderung: |
6.8.2012 |
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The Village to the Vale ist ein einfach bezauberndes, schönes Album, filigran bis schwelgerisch, klassisch-kammermusikalisch bis folkig, immer im getragenen Rhythmus. Melancholische Herbststimmung trifft es gut. Oder vielleicht auch die sanfte Wärme des Spätsommers, bei der sich kaum ein Lüftchen regt. Auch die stellenweise Untermalung durch schwere Bläserklänge macht den besonderen Charme des Albums aus. Und die dem Gefühl nach „streichersatten“, crimsoiden Passagen fügen sich wohlig ins Gesamtbild. Oder die sentimentalen, leichten Streichersequenzen. Oder das sanfte Glockspiel. Oder die warmen Flötenklänge. Und natürlich der zaghafte, gelegentlich jubilierende Gesang. In der Wärme dieses Albums löst sich alles auf, auch die Melodien, die in der puren Stimmung, die erzeugt wird, dahin schmelzen.
Ich kann meinen Kollegen, der die Musik für zu stimmungsabhängig hält, schon verstehen. Aber Musik ist für mich immer stimmungsabhängig. Und die irgendwie anheimelnde Stimmung, die erzeugt wird, wird konsequent über das ganze Album gehalten und ist so der ideale Begleiter für ruhige, nachdenklich gestimmte, erinnerungsgetränkte Abende zu jeder Jahreszeit.
The Village to the Vale ist ein sehr gemütvolles Album. Nur dass es „ungemein rockt“ kann ich kaum nachvollziehen. Selbst die späten Talk Talk, die als meiner Meinung nach immerhin teilweise passender Vergleich herangezogen werden, rocken mehr. Wer sich in dieser Stimmung wohlfühlen kann, die sich manchmal schon an der Grenze zur Sentimentalität bewegt, aber auf ganz und gar unpeinliche Weise, ist mit dem Album bestens bedient. Dieses Album entfaltet einfach einen ganz speziellen Zauber.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
15.8.2012 |
| Letzte Änderung: |
14.8.2012 |
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