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Stabat Akish

Nebulos

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Jazz; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant; Zappaeskes
Label: AltrOck Productions
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Marc Maffiolo Bass Sax, Tenor Sax
Ferdinand Doumerc Baritone Sax, Tenor Sax, Alto Sax, Sopranino Sax, Flute
Stephane Gratteau Drums
Remi Leclerc E-Piano, Clavinet, Moog, Hammond, Piano
Guillaume Amiel Bass Marimba, Vibraphone, Percussion
Maxime Delporte Double Bass

Gastmusiker

Sara Roussel Words
Nicolas Gardel Trumpet
Olivier Sabatier Trombone
Olivier Cussac Lap Steel Guitar

Tracklist

Disc 1
1. Nebulos 4:40
2. Un peuplier un peu plie 5:32
3. Sprouts I 3:11
4. Sprouts II 1:57
5. Sprouts III 1:19
6. Sprouts IV 3:57
7. Troide 7:31
8. La serrure 2:32
9. Soft fate 1:25
10. Boletus edulis 2:52
11. Dynamique cassoulet 2:28
12. Fast fate 0:35
13. Le chiffre 4:05
Gesamtlaufzeit42:04


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Stabat Akish kommen aus Toulouse, sind zurzeit ein Sextett und legen mit "Nebulos" ihr zweites Album vor, welches im Juni 2012 bei AltrOck Productions erschienen ist. Recht jazzig ist die Musik auf "Nebulos" ausgefallen. Zwei Saxophonisten (von denen einer ab und zu auch eine Querflöte bedient), ein Keyboarder, ein Kontrabasszupfer und zwei Perkussionisten sind auf dem Album zu Gange, ab und zu erweitert um Posaune und/oder Trompete. Brassrock?

Als Referenzen bietet man bei AltrOck "Frank Zappa", "John Zorn" und "RIO music" an. Jo, passt. Stabat Akish machen einen mehr oder minder verqueren Jazzrock, oder rockigen RIO-Jazz, oder experimentellen Brassrock, der ziemlich gutgelaunt und wild aus den Boxen sprudelt. Bläser, Kontrabass und Piano sorgen für ein deutliches akustisches Jazzelement, während Schlagzeug und elektrifizierte Tasten den Rockanteil beisteuern. Ab und zu streut Remi Leclerc (der nicht mit dem Miriodor-Schlagzeuger identisch oder verwandt ist) auch einige bizarre elektronisch-zischende Klänge ein.

Eine sehr farbige Mischung ist auf "Nebulos" zu finden. Von recht traditionellen Jazzeinlagen, bisweilen deutlich bigbandartig (man höre z.B. den Schluss von "Le chiffre"), über getragene, klassische Jazz-Brassrocker, Verträumt-Canterburyartiges, bizarren Dada-Jazzrock, eine Art von Elektro-Jazzpop, drolligen Polka-Jazz, bis hin zu recht schrägen RIO-Elektronik-Gemengen reicht das abgedeckte Klangfeld. Zappa? Na ja, Guillaume Amiel betätigt sich bisweilen an allerlei hölzerner Perkussion (Marimba, Vibraphon), so ein wenig à la Ruth Underwood. Zudem hat das alles einen deutlich zappaesken, dadaistisch-humorvollen Charakter.

Für den traditionellen Progger ist "Nebulos" vielleicht eine Spur zu jazzlastig, zu akustisch. Auch dem Rezensenten rockt es hier etwas zu wenig. Trotzdem ist das Album eine sehr verspielte und unterhaltsame Angelegenheit, in die jazztolerante Avantprogadepten auf jeden Fall einmal reinhören sollten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.6.2012
Letzte Änderung: 23.6.2012
Wertung: 10/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Der seltsame Name Stabat Akish dürfte eine Kombination aus dem mittelalterlichen Gedicht „Stabat Mater dolorosa“ (Es stand die Mutter schmerzerfüllt) und „Akish", einem Usurpator im Buch Mormon, sein. Als genauso seltsam wie den Namen empfinde ich die Musik.

Die Instrumentierung des - bis auf gelegentliche Rezitationssequenzen - instrumentalen Albums ist irgendwo zwischen Jazz und Jazzrock mit einigen lateinamerikanischen Einflüssen angesiedelt: im wesentlichen viel Saxophon, etwas Vibraphon und Tasten. Das Klangbild ist nur teilweise elektronisch geprägt. Die Percussions klingen häufig eher jazzig-dezent. Hier und da gibt es ein wenig klassische Einflüsse bis hin zu relativ freien Klangexperimenten. Insgesamt hält sich der Schrägheitsfaktor jedoch gut im Rahmen. Immer wieder treibt die Musik in eine beschwingte, z.T. jahrmarktsmäßige Ausgelassenheit.

Etwas „nebulos“ bleibt mir als Hörer mit zunehmender Hördauer allerdings die Struktur des Albums. Die verarbeiteten Einflüsse wachsen nach meinem Gefühl den Musikern etwas über den Kopf und lassen den Hörer letztlich ohne Linie zurück.

Der Titeltrack, ein funkig-quirliger, z.T. gar quietschiger Jazzrocker, wird von einem sanft-melodiösen Vibraphon-Stück, das etwas von der treibenden Gelassenheit eines „Take Five" in sich trägt, abgelöst. Danach folgt der Vierteiler „Sprouts", der in der Miniatur den mangelnden Zusammenhang des gesamten Albums illustriert. Bei „Sprouts", aber stärker noch im folgenden, für das Sextett ungewöhnlich monotonen „Troide“, nervt mich etwas der theatralische Textvortrag von Sarah Roussel. Von der rein instrumentaltechnischen Seite her betrachtet, gibt es an den Leistungen der Musiker allerdings nichts zu meckern.

Einen dynamisch-abrupten, jazzigen bis klamaukig-jahrmarkthaften RIO-Sound mit viel Marimba, Vibraphone und Flöte bietet der kurze Parforce-Ritt durch „La Serrure“, der anschließend vom sahnigen, brassigen „Soft Fate" konterkariert wird. „Boletus Edulis" führt klanglich in irgendwelche exotischen Urwälder. Spätestens hier fragt man sich, wo man eigentlich gelandet ist. Entweder man lässt sich auf dieser surrealen Reise durch Länder der Phantasie einfach weiter fort tragen oder man verliert schlicht den Überblick.

Schlicht nicht nachvollziehbar ist dann jedoch „Dynamique Cassoulet", das sehr fein klassisch eröffnet, im Sixties Beat fortsetzt, dann John Zorn-mäßigen Hardcore-Jazz folgen lässt, abrupt in einen leichten Bossa Nova wechselt, der sich aber ebenso schnell verläuft. Schon nach einer Minute treten die Musiker dann percussionlos etwas auf der Stelle, um mit brasilianischer Rhythmik fortzusetzen. Das Stück endet in abruptem Wechsel mit einem Walzer, gesanglich unterlegt mit einem Crooner der 50er Jahre.

Ein munteres „Fast Fate“ leitet spielerisch in das nur nach erstem Höreindruck leicht bedrohliche „Le Chiffre“ über. Dieses Stück ist nämlich mit allerlei Easy-Listening-Elementen durchsetzt und weckt bei mir starke Assoziationen zum poppigen Big Band-Jazz-Samba-Sound der 60er Jahre a la Sergio Mendes oder Peter Thomas.

Keine Frage, die Jungs aus Toulouse sind fit an ihren Instrumenten. Mit etwas mehr kompositorischer Sorgfalt sollte ihnen auch ein rundum gelungenes Werk von der Hand gehen. Mit dem leider recht zerfahrenen „Nebulos“ sind sie nach meiner Meinung aber noch nicht so weit. Denn das Aneinanderreihen von musikalischen Versatzstücken macht noch kein wirklich zufriedenstellendes Album aus.

Anspieltipp(s): Nebulos, Troide, Dynamique Cassoulet
Vergleichbar mit: Sergio Mendes, Frank Zappa, Soft Machine, Dave Brubeck, John Zorn, Frank Sinatra, Sebkha-Chott usw.
Veröffentlicht am: 2.8.2012
Letzte Änderung: 2.8.2012
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Stabat Akish

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Stabat Akish 10.00 1

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