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Yves Laferrière

Yves Laferrière

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978 (CD-Reissue 2006, ProgQuebec)
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Tamanoir
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Yves Laferrière Bass, E-Piano, Voice
Pierre Saint-Jaques Piano, E-Piano, Synthesizer
René Lussier Guitars
Richard Perotte Drums, Congas, Percussion
Mathieu Léger Percussion, Drums
Bernard Comier Violin
Monique Fauteux Voice
Paule Baillargeon Voice
Marie-Michèle Desrosiers Voice
Michel Rivard Acoustic Guitar
Francois Richard Flute
Libert Subirana Sax, Flute
Jean Vanasse Vibraphone
Richard Beaudet Sax
Gilles Beaudin Guitars

Tracklist

Disc 1
1. Ouverture: Le son qui nous unit 4:49
2. Des instruments chargés à blanc 4:41
3. La douce odeur de l'encens 3:11
4. Anastasis oh! ma chérie 3:39
5. Merida! Merida! 4:03
6. La cuisine rouge 5:35
7. La samba du Bas-du-Fleuve 5:35
8. Mouvements 7:52
9. Musique extraite du film "La cuisine rouge"

1. part 1 2:10
2. part 2 1:14
3. part 3 1:24
4. part 4 1:21

Gesamtlaufzeit45:34


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Yves Laferrière war in den 70er Jahren einer der bekanntesten Musiker der gar nicht so kleinen, aber auch sehr feinen Progszene Quebecs. Nachdem er mit Franck Dervieux dessen bedeutsames Soloalbum eingespielt hatte (siehe "Dimension 'M'"), gründete er die Band Contraction, der er bis 1975 vorstand. Gleichzeitig war er ein tragendes Element der Ville Emard Blues Band und betätigte sich als Bassist auf Alben von Jacques Blais ("Thèmes", 1975 - das er auch produziert hat) und Yvan Quellet ("Le Chant des choses", 1979). 1978 veröffentlichte er sein erstes und für lange Zeit einziges Soloalbum.

"Yves Laferrière" bietet einen elegant-luftigen, typisch Quebecoisen Jazzprog, der eine gewisse Verwandtschaft zur späten Canterbury-Szene aufweist und sehr verspielt und aufwändig instrumentiert aus den Boxen kommt. Eine Vielzahl von Mitspielern hatte Laferrière ins Studio gebeten, die davor oder zeitgleich bei Contraction, Conventum, Harmonium, Beau Dommage oder dem Orchestre Sympathique tätig waren. Das meist instrumentale Album (wobei es durchaus einige, meist textlose Vokaleinlagen gibt - nur in "Le son qui nous unit" und "La Cuisine rouge" gibt es Texte) wird von Bass, Tasten, Perkussion und recht prägend einem Vibraphon bestimmt, dazu kommen diverse Einlagen Lussiers an verschiedenen Gitarren, allerlei Flöten, etwas Sax und gelegentliche Streichereinlagen. Kürzere weibliche Choreinlagen und zuckriges Gegeige droht die Musik bisweilen in seichtere Gewässer zu tragen, doch schafft es Laferrière immer wieder sein Schiff mit komplexen Arrangements und jazzig-rockigen Einlagen in progressiv-tiefgründigere Klanggefilde umzulenken. Der progressive Höhepunkt des Albums ist das abschließende "Mouvements", eine abwechslungsreiche Suite aus härterem, sehr druckvoll aus den Boxen strömendem Jazzrock (mit erstaunlich deftigem E-Gitarrenspiel), farbigem Flötenprog und symphonischer Klangfülle.

"Yves Laferrière" wurde 2006 von ProgQuebec auf CD wieder veröffentlicht. Als Bonusmaterial hat man vier Fragmente einer 1980 von Laferrière komponierten Musik zu einem Film namens "La cuisine rouge" beigefügt. In welcher Beziehung dieser zu dem Albumtrack gleichen Namens steht ist nicht ganz klar, doch schreibt Laferrière im Beiheft der CD, dass er sein Soloalbum als Zwischenschritt zu seiner Arbeit als Filmmusikkomponst ansieht, mit der er offenbar bis heute sein Geld verdient (oder, verdiente - vermutlich ist er inzwischen pensioniert). Die vier Nummern bieten stilistisch ähnliches, jazzig-rockiges Material wie das originale Album, doch kommen diese um einiges glatter und seichter aus den Boxen. Diese Musik würde sich wohl ganz gut in Fahrstühlen oder Kurzwahrenabteilungen von Kaufhäusern machen.

Yves Laferrières erstes Soloalbum ist eine sehr schöne Scheibe mit einem für die frankokanadische Provinz Quebec typischen, sehr eleganten und farbigen Symphojazzrock, der nur geringe "Pop-Verunreinigungen" aufweißt. Wer diese Spielart unserer Musik schätzt, zudem die späteren Scheiben von Maneige ("Ni Vent...Ni Nouvelle" oder "Libre service"), oder "Deux cents nuits a l´heure" des Harmonium-Ablegers Fiori - Séguin, der sollte dieses Album nicht verpassen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.7.2012
Letzte Änderung: 8.7.2012
Wertung: 11/15

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