elevator
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Eigenverlag |
| Durchschnittswertung: |
9.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Marten Kantus |
Grand Piano, Guitars, Bass, Celtic Harp, Viola, Cello, Clarinet, Flute, Sax, Accordeon, Drums, Percussion, Kalimba, Xylophone, Synthesizer, Sequencer, Virtual Orchestra |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
increase
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5:18
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| 2. |
neutrino
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8:06
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| 3. |
elevator
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16:06
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| 4. |
montuiri
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4:55
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| 5. |
ivorytower
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12:40
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| Gesamtlaufzeit | 47:05 |
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Rezensionen

Seit gut 10 Jahren lebt Marten Kantus in Berlin und bastelt - meist im Alleingang - Musik zusammen. Oder, wie man der auf seiner Internetpräsenz zu findenden Biografie entnehmen kann, hat er auch schon vorher Musik eingespielt. Allerdings hatte er mit dem Versuch ein Popstar zu werden inspirativen Schiffbruch erlitten. Anfang des neuen Jahrtausends daher eine Neuanfang und eine Neuorientierung, deren erstes Ergebnis das 2003 erschienene "Echology" war. Inzwischen ist Kantus bei Album Nummer 11 angelangt (das hier rezensierte "elevator") und das zwölfte ist auch schon in Arbeit.
Eine durchaus beeindruckende Zahl von Instrumenten bedient Kantus auf "elevator" (siehe oben), zusätzlich noch erweitert um diverse elektronische Nachahmungen (das Virtual Orchestra). Das Ergebnis ist eine recht eigene instrumentale Mischung aus Retroprogressivem, Jazz, Elektronik, Kammerrock und zeitgenössischer (oder besser neoromantischer) Kammermusik. Das klingt nun vielleicht etwas abenteuerlich, doch bewegt sich Kantus hier vornehmlich in eher harmonischen, entspannten und (bisweilen auch zu) leichtgewichtigen Klanggefilde. Allerdings lassen sich ab und zu auch einige minimalistisch-elektronische Einlagen und milde angeschrägte Kammermusikmomente ausmachen. Denen gegenüber steht der eine oder andere Ausflug in recht unaufregende Jazzelaborate (à la Fahrstuhl oder Sockenabteilung).
Etwas Oldfield (die eine oder andere klangähnliche E-Gitarreneinlage), Canterburyartiges, moderne Klassik à la Michael Nyman, leichtgewichtiger Jazz mit (etwas künstlich wirkendem) Bigbandflair, eine Spur Polka-Kaffeehausmusik (man höre "neutrino" mit seinen urigen Akkordeonklängen - vielleicht die beste Nummer hier), etwas Elektronikgewaber und recht viel kammermusikalischer Prog und Rock sind hier klangvoll und abwechslungsreich miteinander verwoben worden. Die etwas seichten Jazzausflüge hätte ich zwar nicht gebraucht, ein paar mehr Ecken und Kanten könnte es geben und einige Midiimitate (wie die Chorgesänge im letzten Stück) sorgen dafür, dass die Musik ab und zu etwas steril und unorganisch klingt, doch ansonsten kann "elevator" sehr gut unterhalten (wenn auch nicht begeistern). In klangtechnischer Hinsicht wird übrigens Erstklassiges geboten.
Wie alle Alben Kantus' kann man auch "elevator" kostenlos über die Internetpräsenz des Musikers beziehen. Wer eine eher leichtgewichtige, nichts desto trotz aber sehr farbige und ideenreiche Musik im Grenzbereich von Prog, Jazz und Kammermusik hören möchte, der sollte dieses Angebot in Anspruch nehmen!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
29.7.2012 |
| Letzte Änderung: |
29.9.2012 |
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Das Instrumentarium des Herrn Kantus scheint mit jedem Album größer zu werden, die Liste der aufgeführten Instrumente ist schon eines Mike Oldfield würdig. Aber nicht nur das Instrumentarium, auch die stilistische Vielfalt dieses bemerkenswerten Musikers weitet sich immer mehr aus. Da trifft Jazziges auf Neoklassik, Retroprogressives wechselt mit Walzerklängen, etwas Elektronik darf auch mal sein. Gelegentlich wird es sogar gemäßigt schräg, etwas, das ich auf den früheren Alben von Marten Kantus vermisst habe. Und all das kann durchaus in ein und demselben Stück passieren. Das Erstaunliche daran: es passt immer perfekt zusammen, nie wirkt die Musik zusammengestückelt.
Während auf früheren Alben (soweit dem Rezensenten bekannt) die Gitarre im Vordergrund stand, geben hier meist Klavier und verschiedene Streichinstrumente den Ton an. Auch das Saxophon spielt oft eine tragende Rolle. Die Gitarre ist ziemlich in den Hintergrund getreten, wird aber immer noch gerne im Oldfield-Stil gespielt. Überhaupt kommt einem Mike Oldfield hier immer wieder in den Sinn; freilich der frühe Oldfield, der noch nichts mit Techno am Hut hatte. Insbesondere Neutrino atmet ganz deutlich Oldfieldschen Geist mit seiner farbigen Instrumentierung, den folkig-weltmusikalischen Einflüssen und eben den typischen Gitarrensounds.
In Rezensionen zu früheren Alben von Marten Kantus habe ich einen gelegentlichen Hang zu allzu leichtgewichtigen Klägen bemängelt. Entsprechende Passagen gibt es auf Elevator zwar auch, aber insgesamt seltener. Und auch wenn die Musik überwiegend eher ruhig und unaufgeregt aus den Boxen gleitet, lassen die originellen Arrangements, die abwechslungsreiche Instrumentierung und nicht zuletzt natürlich auch die musikalische Virtuosität des Herrn Kantus zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen. Lediglich den Pseudo-Bigband-Sound des einleitenden Increase finde ich nicht so gelungen, ebenso die synthetischen Gesangsstimmen in Ivorytower; zumindest letztere werden jedoch so dezent eingesetzt, dass es nicht weiter stört. Insofern also ein schönes, unterhaltsames Album.
Die Stücke auf Elevator beschäftigen sich übrigens mit Einzelgängerfiguren des 19. und 20. Jahrhunderts und ihren Ideen: Hans Henny Jahnn, Martin Heidegger, Gottfried Benn, Friedrich Nietzsche und Ludwig Wittgenstein.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
4.8.2012 |
| Letzte Änderung: |
19.12.2012 |
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