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Muzak

In case of loss, please return to:

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Postrock; sonstiges
Label: Lizard Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Enrico Russo Piano, Synthesizer, Keyboards, Organ, E-Piano, Toy Piano, Voice
Giuseppe Calignano Bass, Banjo, Radio, Tapes
Alberto Piccini Guitars
Gigi Calabro Drums, Percussion, Glockenspiel

Gastmusiker

Majicelle Voice, Words
Paul de Jong Cello
Luca Buccarella Organette
Giuseppe De Marco Trombone, Percussion
Mireo Nuzzello Clarinet
Antonio Pellegrino Trumpet
Francesco Protopapa Flugelhorn
Riccardo Fersini Trombone
Gey Orlando, Donatella Piseopello, Aessandra Rizzello Choir

Tracklist

Disc 1
1. The holy graal is buried under the football ground 11:05
2. In case of loss 3:07
3. First time: only supernaut 4:30
4. Cathedrals in the desert 2:04
5. The trojan horse is buried under the football ground 7:07
6. Oxygen, opiates and other pale ideas 4:15
7. First time: only supernaut (coda) 2:52
8. Telemachus is walking on Arvasi 6:52
9. Keny.Lanisgoo 7:14
10. In case of dream without numbers 3:30
11. The black holes help us to understand our next microscopical life 8:04
12. If me and you fly I am your wings 5:48
13. Sad hydrogen and small hard tack fish 2:23
Gesamtlaufzeit68:51


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Muzak kommen aus dem Salento, dem zu Apulien gehörenden südlichsten Teil des italienischen Stiefelabsatzes, genauer aus Lecce. Viel mehr ist über die Formation nicht herauszufinden. Die Band entstand wohl Anfang des neuen Jahrtausends. 2002 erschien ein erstes Demo, dem 2006 das von Lizard Records veröffentlichte Album "In case of loss, please return to:" gefolgt ist. Danach ward nicht mehr viel von der Band gehört. Ob sie noch besteht ist fraglich.

Vorweg: Muzak machen keine Muzak! Das "a" im Bandnamen ist übrigens ein großes auf dem Kopf stehendes "A". Damit geht vermutlich auch etwaigen Copyright-Auseinandersetzungen mit der gleichnamigen US-Firma aus dem Weg, die mit ihrer Produktion von Hintergrundbeschallung den Begriff geprägt hat. Wobei ich eher vermute, dass es besagter Firma ziemlich Wurscht ist, dass da vier Süditaliener ihren Namen verwenden.

Muzak machen also keine Muzak. Muzak machen Postrock. Wenn zu Beginn von "The holy graal is buried under the football ground" elegische E-Gitarren-, Bass- und Streichergemenge aus den Boxen gleiten, die mit Sprachsamples unterlegt sind (offenbar Ausschnitte einer englischen Nachrichtensendung), dann befürchtet man erst einmal, dass hier ein weiterer GY!BE-Klon am Start ist. Doch zum Glück entwickelt die Musik dann schnell eignen Charakter. Piano und Tasten kommen dazu, erzeugen stellenweise fast retroprogressive Klangflächen und sorgen für symphonische Soundfülle.

Eine recht abwechslungsreiche Mischung aus Postrock, Psychedelischem, Elektronik und mitunter angeschrägt-avantgardistischen Klangspielereien haben die vier Italiener auf "In case of loss, please return to:" im Angebot. Dass die Scheibe aus Italien kommt merkt man dabei nicht. Der gelegentliche Gesang ist in Englisch gehalten und wirkt auch sehr britisch und etwas unterkühlt.

E-Gitarre, Bass und Schlagzeug bestimmen die Musik, dicht verzahnt, mitunter heftig verzerrt (vor allem die Gitarre) und eingebettet in allerlei elektronischem Klang. Dazu kommen verschiedenen Tasteneinlagen (Piano, E-Orgel, E-Piano, Synthesizer), weitere Perkussion und die verschiedenen Auftritte der Gastmusiker, darunter Cello, Posaune und ein kleiner Chor. Kammerrockige Momente sorgen für Abwechslung, kurze wirre Elektronikelaborate, minimalistisch-repetitive Jams, psychedelische Songexkurse, klangvolle Chorabschnitte und folkig-orchestrales Tanzgeschunkel (in "If me you fly I am your wings"). Ansonsten herrscht die typische postrockige Elegie vor, sperrig, melancholisch, aber durchaus farbig und abwechslungsreich vorgetragen.

Das Ganze ist übrigens recht interessant verpackt. Wenn man das blaue Pappfaltteil öffnet, findet man nämlich einen zusammengefalteten Zettel (sieht aus wie aus einem Schülerheft gerissen), auf dem handschriftlich Texte und Besetzungsangaben festgehalten wurden. Darin "eingewickelt" steckt auch die CD.

Wer Postrock schätzt und eine progressive, sehr farbige und abwechslungsreich gestaltete Version davon, zudem versehen mit einem gewissen Elektronik- und Retropsychedelikgehalt hören möchte, der sollte "In case of loss, please return to:" nicht verpassen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.7.2012
Letzte Änderung: 15.9.2012
Wertung: 12/15

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