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Not Otherwise Specified

Projective Instruments

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Neoprog; Progmetal; RetroProg
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Craig Kerley all instruments, vocals

Gastmusiker

Rodrigo San Martin guitar solos (3,5)
Fernando Refay keyboard solos (3,5)
Jason Rowland guitar solo (1)

Tracklist

Disc 1
1. Harvest Soul 9:48
2. Hold On 4:04
3. Falling 11:25
4. Sorbet 2:41
5. Racing Shadows 23:35
6. Caveat 3:57
7. Signal To Noise 8:10
Gesamtlaufzeit63:40


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Aufarbeitung „Was zu 2014 noch zu sagen wäre“... Da wären zum Beispiel Not Otherwise Specified (kurz NOS), die schon früh in 2014 ihr Album „Projective Instruments“ veröffentlicht hatten, welches allerdings erst recht spät in 2014 den Weg in meinen Player gefunden hat. Was schade ist, denn es ist ein tolles Album, aber gut, besser spät als nie.

Inzwischen sind Not Otherwise Specified gemäß ihrer Facebook-Seite zu einer sechs-köpfigen Combo angewachsen. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen von „Projective Instruments“ war wohl Mutliinstrumentalist, Sänger und Begründer von NOS, Craig Kerley, noch ein Einzelkämpfer und hat das Album im Alleingang eingespielt. Gastmusiker haben lediglich ein paar Soli an Gitarren und Tasten beigesteuert.

Kerley ist ein erklärter Fan von Dream Theater, Genesis, Spock's Beard und Pink Floyd, das hat ihn zum Musikmachen bewegt und das hört man dann auch in seiner Musik. Wobei der Floyd'sche Anteil wohl am wenigsten ausgeprägt ist und auch Dream Theater kommt eher als allgemeiner Progmetal-Anteil vor (ansonsten mag man gerade in diesen Passagen vielleicht eher an Fates Warning denken).

So entzündet Kerley ein wahres Feuerwerk von allerlei krachenden Gitarrenpassagen, hymnischen bis messerscharfen Tastenklängen, knackigem Bass und wuselig-verspieltem Schlagzeugspiel. Da auf der Homepage von NOS eine ausführliche 'Gear'-Passage existiert und dort 'Schlagzeug' nicht vorkommt, vermute ich mal, dass die Drums programmiert sind. Und das in exzellenter Weise, nichts klingt hier steril oder mechanisch, im Gegenteil, man würde schwören einem realen Drummer zu lauschen. Das alles gilt auch für die übrigen Instrumente, wobei die eben tatsächlich von Kerley eingespielt wurden.

Munter wechselt „Projective Instruments“ zwischen progmetallischen Abgehparts, sinfonischen Retroprog-Passagen und auch mal Wohlklang-Neoprog-Einlagen. Über allem thront Kerleys vollmundiger, kraftvoller Gesang, der das Tüpfelchen auf dem I eines mitreißenden Werkes darstellt.

Höhepunkt des Albums ist vielleicht der Longtrack „Racing Shadows“, der in sechs virtuelle Abschnitte unterteilt ist, die aber allenfalls fühlbar sind. Eine Tour der Force, die durchaus deutlich an die besten instrumentalen Momente von Kansas erinnert. Ein weitere Höhepunkt ist das höchst intensive und bombastisch-hymnische Cover von Peter Gabriels „Signal To Noise“. Kurios das A-Cappella-Stück „Caveat“, in dem Kerley mit sich selbst im Chor singt.

„Projective Instruments“ ist klar eines der besonderen Alben des Jahres 2014. Bei jedem Durchlauf offenbaren die ausgefeilten Arrangements neue Details und der Hörspaß ist wachsend und wachsend.

Anspieltipp(s): Harvest Soul (auf Bandcamp kann man antesten)
Vergleichbar mit: Dream Theater, Fates Warning über Spock's Beard bis hin zu Kansas, je nachdem wo man gerade in dem Album unterwegs ist
Veröffentlicht am: 25.12.2014
Letzte Änderung: 25.12.2014
Wertung: 12/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Hört man sich "Projective Instruments" an, ohne sich um die Hintergründe dieses Albums zu scheren, ist man möglicherweise weniger begeistert vom Zweitalbum von Not Otherwise Specified. Dann nämlich wundert man sich über einige Macken die im Laufe der Songs: Da wäre etwa das Frickelriff nach 45 Sekunden in "Harvest Soul", mit dem sich der Gitarrist geradezu zu übernehmen scheint, und später im selben Song die Wendung hin zu einem Reggae-artigen Rhythmus mit tapsiger Klavierbegleitung. Das unsauber gespielte 6/8-Bassriff am Anfang von "Falling" fällt ebenfalls negativ auf, und die super-quietschigen Keyboards in "Racing Shadows" (das ist sozusagen 80er-Wakeman plus 1), diverse Crossfade-Übergänge sowie die gelegentlich schiefen Chöre überzeugen für sich genommen ebenfalls kaum. Ebenso stellt sich merkwürdigerweise heraus, dass die Produktion den Fokus zeitweise unschön verschiebt: Mal steht der Gesang im Mittelpunkt und drängt alles andere beiseite, dann wiederum werden alle weiteren Spuren für ein Gitarrensolo zurückgefahren.

Macht man sich dagegen klar, dass Craig Kerley das alles weitestgehend alleine zu verantworten hat, dann bin ich hingegen versucht, mit diesem Album viel weniger hart ins Gericht zu gehen. Denn einerseits nötigt die Leistung, fast alles selber aufgenommen zu haben, wie immer Respekt ab, und andererseits werden bei dieser Vorgehensweise auch einige kompositorische und produktive Entscheidungen nachvollziehbarer. Will meinen: Wenn Kerley sich vornimmt, im Song eine Gesangspassage einzusetzen, dann ist es hundertprozentig verständlich, dass dieser Tausendsassa dafür dann eben alle anderen Instrumente kurz zurücktreten lässt. Einer Einzelperson vergibt man solche Entscheidungen leichter als einer - so erwartet man es zumindest - eingespielten und souveränen Band. Dito die spielerische Leistung: Dass jemand die verschiedensten Instrumente virtuos meistert, sollte man als Hörer doch nun wirklich nicht voraussetzen, und man drückt schon mal ein Auge bzw. Ohr zu, wenn der Bass wenigstens richtigherum gehalten wird. Oder?

Von diesen Eigenheiten abgesehen, sollte aber zumindest darauf hingewiesen werden, dass "Projective Instruments" seine objektiven Qualitäten hat. Die Songs jonglieren locker und geradezu befreit mit verschiedenen (wenn auch nicht besonders weit auseinander liegenden) Stilen, sodass sich ohne große Widersprüche kräftiges Progmetal-Riffing mit dramatischer, aber nicht überkandidelter Keyboardbegleitung zu Neo- oder Retroprog-verdächtigen Balladenstrophen gesellt oder ganze Songs - ich meine hier das kurze "Hold On" - mit Stampf-Rhythmus und Orgelbegleitung eher an Hardrock-Bands wie Black Country Communion oder Buckcherry erinnern. Ebenso im stilistischen Rahmen bemerkenswert wären noch die schon von Thomas angesprochene Gospel-artige Nummer "Caveat" (so uramerikanisch sauber-süßlich wie Intro und Refrain von "Carry On Wayward Son") und das etwas an Steve-Hackett-Stücke wie "After The Ordeal" (gemischt mit der Melodie von "An die Freude") erinnernde Instrumental "Sorbert".

Die Balance stimmt hier eigentlich, und überzeugendstes Mittel, um diese Dinge unter einen Hut zu bringen, ist ausgerechnet Kerleys Gesang. Hier gibt es im Übrigen in den Melodien eine Tendenz zu langen, gewundenen Silben, was mit der sehr kontrast- und variantenreichen Musik drumherum doch sehr an den Stil von Pain Of Salvationn erinnert. Das aber eben wiederum mit der Einschränkung, dass einige Chöre eher nicht sitzen. Wie erwähnt ist davon insbesondere die Passage in "Racing Shadows" ab ca. 7:50 betroffen, die mit kreiselnden Keyboards zu einem locker stapfenden Rhythmus an "South Side Of The Sky" erinnert. Meist allerdings ist der Gesang aber eben relativ sicher und selbstbewusst, und ein Stück wie das erwähnte "Caveat" zeugt nicht nur hiervon, sondern wäre anders vermutlich überhaupt nicht möglich gewesen.

Dennoch bleibt unterm Strich ein etwas zwiespältiger Eindruck von "Projective Instruments". Relativ viele instrumentale Lösungen klingen eben hausbacken - so schießen Not Otherwise Specified mit dem Tempopart bei 5:40 in "Harvest Soul" übers Ziel hinaus, das letzte Drittel von "Falling" ist, eingeleitet von einer neoproggigen Schunkelpassage mit üppigen Orchesterakkorden, eher konfus gestaltet, und auch diesen RAK-artigen Arpeggio-Instrumentalpart am Ende von "Racing Shadows" führt man eher unsauber zum Ende. Wie gesagt: Das sind alles Macken, die man einer "richtigen" Band viel eher krummnehmen würde als einer Einzelperson. So ganz kann ich mich von diesem Eindruck dann letztlich auch nicht lösen und stelle daher fest: "Projective Instruments" ist ungeachtet seiner Mängel ein ganz unterhaltsames und munteres Album. Ob ich das wirklich anders sehen würde, wenn hier mehrere Musiker federführend gewesen wären?

Anspieltipp(s): Harvest Soul, Signal To Noise
Vergleichbar mit: Pain Of Salvation, Kansas, Agents Of Mercy, Black Country Communion
Veröffentlicht am: 12.10.2017
Letzte Änderung: 12.10.2017
Wertung: 8/15
Einerseits irgendwie charmant und unterhaltsam, andererseits aber eben auch mit Macken

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