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Dave Bainbridge

Celestial Fire

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Folk; RetroProg
Label: Open Sky Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Dave Bainbridge keyboards,guitars
Troy Donockley Uilleann Pipes
Gabriel Alonso Percussion,Gongs
Sally Minnear Vocals
Collin Leijenaar Drums
Randy George Basses
Damian Wilson vocals
Yvonne Lyon vocals
Frank van Essen String Ensemble
Todd Reynolds violin
Corinne Frost Cello
David Fitzgerald Flutes

Tracklist

Disc 1
1. Heavenfield 1.10
2. Celestial Fire 15.24
3. See what I see 6.03
4. The First Autumn 4.06
5. For such time as this 10.31
6. Innocence Found 5.53
7. Love Remains 13.03
8. In the Moment 14.26
9. Heavenfield Reprise 0.47
10. On the Edge of Glory 3.08
Gesamtlaufzeit74:31


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Schon einige der Gastmusiker/Innen auf dem zweiten Soloalbum von Dave Bainbridge deuten unmissverständlich an, wohin die musikalische Reise geht. Neben dem durch Iona bekannten Multiinstrumentalisten Bainbridge finden sich auf "Celestial Fire" insgesamt fünf Sängerinnen (darunter auch Joanne Hogg, die Stimme von Iona), der wohl in erster Linie durch seine Beiträge zu diversen Progmetal-Alben aufgefallene Damian Wilson, sowie Collin Leijenaar, der Tour-Schlagzeuger von Neal Morse. Ausserdem haben noch Cellos, Flöten, Geigen und irische Dudelsäcke ihren Platz in den Arrangements. Die Dudelsäcke werden natürlich von Ionas Troy Donockley geblasen.

Richtig, das alles zusammengenommen dürfte eine reizvolle Verschmelzung von Retroprog mit atmosphärischem Folk ergeben, als würden beispielsweise Transatlantic, oder The Flower Kings zusammen mit Iona musizieren. Genauso kommt es dann auch.

Colin Leijenaar scheint mit seinem energetischen und dichten Schlagzeugspiel Mike Portnoy nacheifern zu wollen. Mich beeindrucken vor allem die ausgedehnten und durchkomponierten Instrumentalteile, die sowohl sehr temperamentvoll als auch bedächtig und leicht entrückt ausfallen können.

Der fünfzehnminütige Titelsong kann zu den zahlreichen Lichtblicken der Scheibe gezählt werden. Hier findet eine überzeugende Synthese aus hymnisch-symphonischen Retroprog-Passagen und esoterisch angehauchten Folkprog-Momenten. Dies alles mit sich abwechselnden weiblichen und männlichen Gesangsstimmen versehen und reichhaltigen Arrangements garniert.

Damian Wilson stellt mal wieder unter Beweis, was für ausgezeichneter, variabler Sänger er ist. Wilson ist neben dem für Gitarren, Tasteninstrumente und Kompositionen zuständigen Bainbridge der herausragende Musiker auf "Celestial Fire".

"The First Autumn" präsentiert sich als eine stimmungsvolle Ballade mit weiblichem Gesang, der von akustischen Gitarren, Piano und einem Streicherensemble begleitet wird. Ganz besonders hübsch ist der atmosphärische, fast schon kammermusikalisch arrangierte Folkprog in "Innocence found" ausgefallen. Die von Keyboards dominierten Teile von "Love Remains" zeigen Dave Bainbridge auf den Spuren von diversen bekannten Tastenvirtuosen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die gekonnt gesetzten, emotional wirkenden Wendungen in "In the Moment" bei empfindlichen Gemütern für Gänsehaut sorgen könnten.

Wer sich also für den erstklassig komponierten und dargebotenen Symphoprog mit den leicht erkennbaren Iona-Merkmalen begeistern kann, der sollte "Celestial Fire" nicht verpassen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.2.2015
Letzte Änderung: 7.2.2015
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Zehn Jahre waren vergangen, seit Dave Bainbridge "Veil of Gossamer" veröffentlicht hatte, und immerhin fünf seit seiner Zusammenarbeit mit David Fitzgerald auf “Life Journey“. Ionas 2011er Album "Another Realm" hatte auch nicht gerade alle vom Hocker gerissen. Eine lange, eine zu lange Zeit für alle, die sich auf ein neues Solowerk von Dave Bainbridge freuten.

Doch das Warten hatte sich gelohnt: 2014 legte Dave Bainbridge mit „Celestial Fire“ ein außergewöhlich reichhaltiges und facettenreiches Progalbum vor, das mit seinen fast 75 Minuten nun wirklich alle zufriedenstellen konnte. Und er ließ sich nicht lumpen, hatte er seine Musik doch mit einer großen Zahl illustrer Gäste verziert, darunter Thresholds Damian Wilson, Randy George von der Neal Morse Band, Colin Leijenaar (ebenfalls von Neal Morse) und natürlich die Iona-Kollegen David Fitzgerald, Troy Donockley, Frank van Essen, Martin Nolan und Joanna Hogg. All diese Talente sind es, die für die vielfarbigen Klänge auf „Celestial Fire“ verantwortlich sind.

Das Album wartet mit vier Longtracks auf, die alle zwar inspiriert sind von den klassischen Progbands (eher Yes und Genesis als ELP oder King Crimson), aber die häufig zu lesende Gleichsetzung mit einigen darunter (vor allem Yes) nicht wirklich rechtfertigen. Bainbridge ist kein Yes-Kloner, und er will auch keiner sein.

Nach einer pseudokeltischen Einleitung ("Heavenfield") startet die Scheibe mit dem Titeltrack, der prompt häufig mit Yes vergleichen wird, kompositorisch aber eher an die großen Tage der Flower Kings gemahnt. Nur dass mir Bainbridges Gitarrenspiel deutlich besser gefällt als das Stolts. Er übernimmt häufig die Hauptmelodie und spielt damit einfach sehr gruppentauglich. Es gibt tolle Sympho-Momente, Genesis-Reminiszenzen, alles, was das Herz des Retroproggers höher schlagen lässt.

"See What I see" wechselt dann die Richtung. Man bekommt den Eindruck, Bainbridge sei zehn Jahre in die Zukunft gesprungen und hätte mit Steve Hackett GTR oder mit Robert Berry Three gegründet. Und ich mag die, nicht schimpfen. "See What I see" geht also in diese 80er-Post-Prog-Richtung. Damian Wilsons Stimme passt perfekt dazu.

Dave Bainbridge gehört zu Iona, einer Prog-Folk-Band, und das hört man spätestens bei "The First Autumn", einer zarten Ruralballade, mit einem leichten Hang zum New Age (der ja mit dem Prog recht eng verwandt ist). Big Big Train wäre hier ein guter Vergleich.

Das epische "For Such a Time as This" erinnert an Bainbridges Vorgängeralbum "Veil of Gossamer": Fanstasievolles Keyboardspiel, im Wechsel mit leicht angejazzter Gitarre leiten über zu einer stillen Spoken-Word-Passage, das Ganze nochmal, und die Band rockt richtig los. George und Leijenaar bieten eine kraftvolle Unterlage für ein tolles Gitarrensolo. Dann wechselt "For Such a Time as This" hinüber in den Folk/Klassik-Bereich, der vom Violinisten Todd Reynolds und der Cellistin Corinne Frost ausgestaltet werden. Später erklingt ein Duett von Akustik- und Slide-Gitarre, bevor sich das Stück dann seinem höchst dynamischen Ende nähert. Vielleicht ein bisschen viel für zehn Minuten, aber eine höchst abwechslungsreiche Reise durch die Klangwelt auch des gesamten Albums.

Nach der oldfieldig folkigen Ballade "Innocence Found" geht es weiter mit einem weiteren Prog-Epos, dem 13minütigen "Love Remains". Auch hier zieht Dave Bainbridge nochmal alle Register des klassischen (und dabei nicht unmodernen) Progressive Rock: dynamische, rhythmische Passagen, Soli vom Quietschkeyboard, elegisches, weibliches Sehnen, frenetische Dissonanzen, vokales Pathos – hier steckt alles drin, was den Prog ausmacht.

Der ebenfallsige Longtrack "In the Moment" schaltet dann einen Gang zurück, wendet sich eher in die epische, majestätische Richtung. Noch mehr Hochenergie wäre an dieser Stelle wohl zuviel des Guten gewesen.

"Heavenfield" bekommt eine kurze Reprise, bevor der ruhige Folker "On the Edge of Glory" mit seinen zwei Tin Whistles (Nolan und Fitzgerald) das Album schließt – nicht ohne ein großes Finale, denn ein solches Album kann nicht einfach ruhig ausklingen.

Dave Bainbridges „Celestial Fire“ ist eine kleine große Perle, die es zu entdecken gilt. Auch moderner Prog kann noch echter Prog sein, vielschichtig, intelligent, farbenfroh, emotional. Ja, es gibt sowas tatsächlich noch. Wie schön!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.3.2018
Letzte Änderung: 13.3.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Dave Bainbridge

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Veil of Gossamer 11.00 1

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