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Steve Hughes

Tales From The Silent Ocean

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; Melodic Rock / AOR; Neoprog; RetroProg; sonstiges
Label: Festival Music
Durchschnittswertung: 7.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Steve Hughes drums, bass percussion, keyboards, vocals, some guitar
J.C. Strand guitars
Sean Filkins vocals
Maciej Zolnowski violin

Gastmusiker

Stuart Bell additional guitar
Gavin Sparks additional guitar
Natasha Chomyn vocals
Angie Hughes vocals
Huyen Thao vocals
Ezzy Anya vocals

Tracklist

Disc 1
1. Will We Ever Be Free 9:41
2. 50/50 Zone 7:17
3. Tapestry Of Change 13:55
4. One Day 7:50
5. Secretly She Still Loves Him 7:09
6. The Days Without You 1:55
7. Gonna Make It 7:24
8. Free Fall 2:41
9. Sunshine Willow 16:07
10. Willow's Lament 3:23
11. Goodbye My Love 2:00
Gesamtlaufzeit79:22


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 2)


Steve Hughes war mal der Drummer von Big Big Train. Nie gehört? In Neo-/Retro-Prog Kreisen sollte diese Band durchaus einen Namen haben. Nein? Das sind die, wo jetzt Nick D'Virgilio trommelt. Ja, genau der, der mal bei Spock's Beard war. Aber hier geht es nicht um die ehemaligen Bandkumpanen, sondern um das erste Soloalbum von Steve Hughes. Und das hat recht wenig mit dem gemein, was seine früheren Bandfreunde heute machen.

Steve Hughes goes modern. Der Sound ist voller Bombast und einer wahren Front aus Klängen. Symphonisch, vor allem wenn das Keyboard/Piano allein arbeiten darf - eine Soundwand, wenn gleich mehrere Spuren davon dich erstmal erdrücken. Das Schlagzeug ist ungewöhnlich weit im Vordergrund abgemischt, wodurch druckvoll agiert wird, der Sound aber auch eine Spur "holprig" klingt. Phasenweise ersetzen oder ergänzen Drumsamples die treibenden Beats. Da muss man schon zweimal hinhören. Just zu diesem Zeitpunkt der Rezension ist das Album gerade mal sechs Minuten alt. Ganz schön aufregend, was da so alles passiert.

Hughes experimentiert und geht dabei über Grenzen. Dieses Album wäre als Big Big Train sicher nicht machbar gewesen. Das einzige, was noch an die ehemalige Band erinnert, ist der Gesang von Sean Filkins (ehemals Big Big Train), der charismatisch über der Musik schwebt und in diesem neuen Soundgewand – vorausgesetzt man kennt Big Big Train – erst einmal fremd wirkt. Der Ausstieg bei der anderen Band klingt auf diesem Album jedenfalls total nachvollziehbar. Weiterentwicklung ist das Zauberwort. Modern ist es, sagte ich das schon? Auch im zweiten Track gibt es wieder diese Computerbeats. Dazu unzählige Tonspuren an Effekten und Keyboards. Aber hey, das geht ab und wird immer wieder von großer Melodik und erstaunlich harmonisch eingefügten krummen Takten durchbrochen. Für mich ist deshalb „50/50 Zone“ schon das große Highlight auf dem Album.

Auch der Rest des Albums soll deshalb aber nicht schlechter gemacht werden, wenn es auch im Gesamtkontext abfällt, weil es sich phasenweise nicht ganz schlüssig zusammen fügt. Inhaltlich wird übrigens ein Konzept eines manisch depressiven Journalisten erzählt, der sein Heil letztlich an irgendeiner Küste findet.

Das in den ersten zwei Stücken erprobte Muster wird immer wieder bemüht und mal mehr, mal weniger verändert. Die Samples rücken mehr in den Hintergrund. Enorm viel Platz nehmen die Keyboardpassagen ein, die bis zur Grenze teilweise mehrspurig eine wahre Wand kleistern, die irgendwo zwischen modernen Prog Vertretern wie Frost* oder gestandenen Poprock Größen wie Muse stehen.

In den Longtracks, derer sind zwei über 10 Minuten auf dem Album dabei, haut man ziemlich viele Ideen übereinander. Das führt leider ein wenig zu Richtungslosigkeit, klingt hier und da nicht kompakt oder schlüssig und verwässert den Gesamtfluss etwas. Dazu kommt, dass die Übergänge nicht immer gelungen wirken und zeitweise abrupt durch Überblendungen passieren. Meiner Ansicht nach die ungeschickteste und nicht die feinste aller Lösungen. Dennoch lässt das Album immer wieder aufhorchen.

Auch wenn nicht alles rund ist (vielleicht möchte man an der einen oder anderen Stelle einfach zu viel), erkennt man immer wieder das große Potential in den Kompositionen. Die Orchestration und Melodieführung ist phasenweise wirklich brillant und mehrstimmiger, auch weiblicher Gesang, zieht den Hörer immer wieder rein ins Album.

Ich höre Begeisterung in meinen Worten. Begeisterung, die ich in den ersten Hördurchläufen gar nicht vorgefunden hatte, weil da „too much input“ war, der erst mal sortiert gehörte. Aber mir gefällt der moderne Sound, dieses symphonisch, Keyboard betonte „Zukleistern“ im Klangbild. Ich mag das auch bei Frost*. Und noch gar nicht erwähnt hatte ich, dass auch eine Violine hier zeitweise führende Figuren einnimmt und damit den symphonischen Charakter nochmal unterstreicht. Mit ein klein wenig mehr „Ordnung“ im Gesamtbild lasse ich mich bei den kommenden Alben gern auch auf noch mehr Punkte ein.

Anspieltipp(s): 50/50 Zone
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.5.2015
Letzte Änderung: 20.5.2015
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Ach, diese Reflexe - bei "Tales From [...] Ocean(s)" wird jeder Yes-Fan wohl hellhörig. So weckt dann auch Steve Hughes' Solodebüt ziemlich unvermittelt mein Interesse. Aber natürlich ist es mit diesem Reflex wie so oft Pustekuchen - Yes-Musik macht Hughes hier genauso wenig, wie er es zuvor bei Big Big Train getan hat. Oder zumindest kaum, denn ein paar New-Age-Passagen mit hohem Gesang zu einem säuseligen Keyboardgewaber, die durchaus entfernt an Jon Anderson oder seine Nachfolger erinnern, gibt es in Longtracks wie "Tapestry Of Change" oder "Sunshine Willow" schon - das allerdings eher in der Güteklasse von "The Ladder", was schon erahnen lässt, dass mir "Tales From The Silent Ocean" nicht so wirklich gefällt.

Aber der Reihe nach: Wie Thorsten weiter oben schon schreibt, ist "Tales From The Silent Ocean" modern, keyboarddominiert und sinngemäß "zugekleistert", und zwar von Keyboards über Keyboards über Gitarren über Keyboards. So etwas kann einen positiven, überwältigenden Effekt haben - der stellt sich hier aus mehreren Gründen aber nicht ein. Zuvorderst wäre da die völlig verwaschende Produktion, in der diese Schichtung leider oft genug einfach nur noch Matsch ergibt. Das wiederum könnte aus einem weiteren Makel resultieren: Vegleichsweise dünnen, schepprigen und nach billigem Plastik tönenden Sounds insbesondere dann, wenn typische Orchesterstimmen imtiert werden sollen. Was übrigens besonders eigenartig ist, denn in "Sunshine Willow" gibt es um 9:20 herum einen krassen Bruch, nach dem alle Spuren auf einmal vorübergehend völlig klar und deutlich zu hören sind. Meist aber wird nur irritierender Lärm fabriziert. Wo wir gerade beim Klang sind: Hughes' Stimme überzeugt mich auch nicht unbedingt - zwar bewegt sich der Hauptakteur dieser Platte in den gängigen Tonlagen von Peter Gabriel oder Fish, klingt dabei aber meist heiser und kehlig.

Der andere große Makel: Die Kompositionen, die sich unter dieser Wagenladung an Spuren verbergen, machen ebenfalls nicht viel her. Im Großen und Ganzen scheint sich Hughes hier um eher lockere Musik zwischen Neoprog und Pop zu bemühen, was aber leider allzu oft in Einförmigkeit mündet. Da gibt es dann stets relativ lange Passagen im Dümpeltempo... oder schlimmer noch, sehr oft technoid wummernde Loop-Rhythmen, teilweise in stampfiger Dance-Ausprägung, meist ohne zwingende Notwendigkeit im Rahmen des Songs und entsprechend wie angeflanscht wirkend. Die gesungenen Melodien (von Hughes oder seinen Gästen) können ebenfalls nicht überzeugen, wiederholen sich ständig und werden teils - was hier wirklich der Gipfel der Einfallslosigkeit ist - sogar einfach unisono von einer der Keyboardstimmen mitgespielt, wie in "Secretley She Still Loves Him" geschehen. Nein: Leider besteht "Tales From The Silent Ocean" für mich größtenteils aus ausladend produzierter, aber kompositorisch einfältiger Dudelei ohne roten Faden, die mit Wiederholungen und endlosen Instrumentalpassagen (oft genug besteht die zweite Hälfte eines Songs nur aus sowas) in die Länge gezogen wird. Und stümperhaft ausgeführte Crossfades gibt's in den beiden Longtracks auch noch...

Wie gesagt: Ich bin größtenteils enttäuscht. Trotzdem gibt es zumindest punktuell noch ganz nette Einfälle. Das wäre in der Mitte von "50/50 Zone" der Fall, wo die Melodien tatsächlich eingängig sind, die Intensität am Rande der Aggression verharrt und mit dem Rhythmus gespielt wird. Ebenso ist die Mitte von "One Day" interessant, in dem die Gesangsmelodie instrumental ausgiebig verarbeitet wird - so schafft man die nervigen Wiederholungen kreativ aus dem Weg. Und das zuvor gescholtene "Secretley She Still Loves Him" macht zumindest einen interessanten Twist durch, indem auf einmal die ganze Substanz (wenn auch mit bollerigem Schlagzeug) in einen härteren Rahmen überführt und mit Action an der Gitarre bespielt wird. Ah ja, und "Free Fall" geht mit dezenter Elektronik und weiblichem Gesang schon alleine von daher in Ordnung, weil hier endlich mal Maß gehalten wird - das aber wohl auch nur im Kontrast zum Drumherum dieses Albums.

Das allerdings ist dann auch ein Merkmal, das die negativen Qualitäten von "Tales From The Silent Ocean" nachgerade betont. Nein, eine Armada an schwach produzierten Keyboards, wenig Aufsehen erregenden Songs und generischen Dance-Rhythmen ergibt in Kombination für meine Begriffe selten bis nie ein hörenswertes Album. Vielleicht sollte ich jetzt zum Aus- und Abgleich mal wieder "The Ladder" hören...

Anspieltipp(s): 50/50 Zone, aber mehr eigentlich auch nicht
Vergleichbar mit: Galahad oder Iain Jennings in schlecht und aufgeblasen
Veröffentlicht am: 9.2.2018
Letzte Änderung: 10.2.2018
Wertung: 4/15

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