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Sonar

Black Light

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: instrumental; Mathrock; RIO / Avant
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Stephan Thelen electric tritone guitar
Bernhard Wagner electric tritone guitar
Christian Kuntner electric tritone bass
Manuel Pasquinelli drums

Tracklist

Disc 1
1. Enneagram 9:17
2. Black Light 5:35
3. Orbit 5.7 8:38
4. Angular Momentum 9:26
5. String Geometry 6:00
6. Critical Mass 10:35
Gesamtlaufzeit49:31


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Das ungewöhnliche Schweizer Quartett Sonar stellt sein drittes Album „Black Light“ vor, welches wiederum beim klangvollen Cuneiform Label erscheint. Die Bandbesetzung ist unverändert, was auch fast logisch ist, denn hier haben sich Musiker gefunden, die tief in ihre eigene, gemeinsame Welt abgetaucht sind. Da würde ein Besetzungswechsel wahrscheinlich einer Revolution gleich kommen.

Und so erklingt auch hier das ungewöhnliche musikalische Konzept der Schweizer. Die Gitarren ergehen sich in verzwirbelten Linien, die sich stetig zu komplexen Geflechten verdichten. Instrumentale Ornamentik, die den Hörer geradezu in ein Netz strukturierter Klänge einwebt. Auch der Bass windet sich grummelnd um die Gitarren-Ornamente, während das Schlagzeug im Untergrund mit stolpernden Rhythmen das Fundament legt.

Unterkühlt, mathematisch-diszipliniert kommt die Musik daher und doch von atemloser Spannung geprägt. Jede Sekunde rechnet man mit einem Ausbruch, einer Explosion, die aber dann niemals wirklich kommt. Es ist wie, wenn man am Herd steht und das Wasser brodelt und sprudelt, aber es kocht nicht wirklich. Und doch wird es immer heißer... Aus dieser fast widersinnigen Situation bezieht die Musik ihre gewaltige Faszination. Gelegentlich geht das Schlagzeug mal etwas heftiger zu Werke, aber dann, fast als seien sie vor sich selber erschrocken, beschreiten die Schweizer gleich wieder ihren disziplinierten Pfad der polyrhythmischen Tugend.

Mathrock muss nicht immer im metallischen Gewand daherkommen. Wer Sonar schon von den vorigen Alben kennt und mochte, der muss hier wieder zugreifen. Auch wenn sich am musikalischen Konzept nicht wirklich etwas geändert hat, allenfalls könnte man sagen, dass Sonar noch kompakter, noch kühler, noch disziplinierter agieren, die Faszination bleibt für weitere 50 Minuten locker erhalten. Allen, denen elaborierte Instrumental-Musik von Musikern zusagt, die gerne mal mit dem Taschenrechner komponieren (frei nach einem Kollegen dieser Seiten), sei die Entdeckung von Sonar wärmstens empfohlen.

Anspieltipp(s): ...reinhören via Bandcamp möglich...
Vergleichbar mit: am ehesten den instrumentalen King Crimson der 80er
Veröffentlicht am: 24.9.2015
Letzte Änderung: 24.10.2015
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Auf seinem dritten Album ist das Schweizer Quartett seinem Stil und auch seiner Philosophie treu geblieben. Das heißt: Konzentration auf das Wesentliche, und zwar das Wesentliche des Prog, nämlich komplexe Strukturen. Das setzt die Band hier wieder konsequent um, verzichtet sowohl auf Soundeffekte als auch auf Frickelorgien in Hochgeschwindigkeit. Stattdessen gibt es kunstvoll verwobene Läufe der - stets „clean“ gespielten - Gitarren, die sich mit- und gegeneinander zu einem dichten Geflecht vereinen und von der ebenso virtuos agierenden Rhythmussektion souverän getragen werden.

Wie schon auf dem Vorgänger wirkt die Musik eher kühl, wenn auch nicht ganz so introvertiert wie dort. Tempo und Dynamik sind eher verhalten und werden auch kaum variiert, trotzdem herrscht eine permanente Spannung in der Musik. Die entlädt sich jedoch nie, auch wenn die Musik immer wieder minimal anschwillt, so dass man gelegentlich den Eindruck hat, es würde sich etwas aufbauen, das nach Entladung in einer Krachorgie schreit; stattdessen wird die Musik dann wieder zurückgefahren, werden die Gitarrenlinien etwas entflochten. Minimale Änderungen, die dennoch für stetige Spannung sorgen, vorausgesetzt, man folgt der Musik mit der nötigen Aufmerksamkeit.

Sonar zeigen auch auf Black Light wieder, dass komplexe Musik nicht notwendigerweise in Form einer Lärmorgie gemacht werden muss. Großartig!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.10.2015
Letzte Änderung: 23.10.2015
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 3 von 3)


Schwarzes Licht? Besser schwarzweiß, wie das Cover. So wirkt jedenfalls die auf "Black Light", dem vierten Album von Sonar, zu findende Musik auf den Rezensenten. Vertrackt und komplex einerseits, sehr minimalistisch und repetitiv andererseits. Ein wenig nach den rezenteren King Crimson klingt das, nach Stickprog, auch wenn hier kein Chapmanstick zum Einsatz kommt, wirkt aber kühler, statischer, berechneter und verkopfter ... intellektueller.

Der Bandname ist jedenfalls gut gewählt, klingt doch die Musik der Schweizer mit seiner stakatoartigen Monotonie in der Tat wie ein Sonargerät, das allerlei Klänge aussendet und diese echoartig wieder aufgreift. Recht gleichförmig ist das Quartett zudem zu Gange, verändert sich das kompositorische Konzept über die Dauer der Scheibe kaum und wechseln die vier Protagonisten auch selten die Geschwindigkeit, mit der sie tätig sind. Aber, meine Vorschreiber haben es schon angemerkt, damit erzeugen Sonar eine eigenartige Spannung, die das gesamte Album hindurch gehalten wird, eine packende Intensität, die den Hörer gefangen nimmt, so er sich denn darauf einlässt. Seltsamerweise wird die Spannung aber nie gelöst oder entladen, kommt es nicht zu heftigen Ausbrüchen, so dass man sich als Hörer nach einer Weile so vorkommt, als müsste man fast 50 Minuten die Luft anhalten.

Insgesamt hat man hier oft den Eindruck, als würde man jemandem beim Anwenden diverser mathematischer Formeln zuhören, wobei es nicht so ganz klar ist, ob dabei auch eine Lösung gefunden wird. Oder, offenhörlich wird keine gefunden. Man lauscht den Rechenvorgängen, was durchaus faszinierend ist, aber wartet vergeblich auf das Endresultat. Kurzum: "Black Light" bietet sehr interessante, virtuos vorgetragene, stellenweise beeindruckend komplexe und progressive Rockmusik, die aber den Hörer (den Rezensenten) am Ende seltsam unbefriedigt zurück lässt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.1.2017
Letzte Änderung: 17.1.2017
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sonar

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 A Flaw Of Nature 12.00 1
2014 Static Motion 12.00 1

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