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Ashby

Fragmental

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Neoprog; New Artrock; Progmetal
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Sabina Moser Vocals
Joel von der Heiden Keyboards, backing Vocals
Christopher Streidt Bass, backing Vocals
Rik Schindler Drums
Jan Göpelt Guitar, backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. The Faceless And The Shore 5:00
2. Aether - The Lunar Year 13:06
3. Ashes Decay 9:43
4. Pax 6:06
5. The Colossal Empire 13:17
6. Holy Water 6:49
7. A Question Never Heard 10:26
Gesamtlaufzeit64:27


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 3)


Ashby sind eine hervorragende neue Band aus Mülheim/Ruhr, die nach einer 3-Song-EP mit „Fragmental“ nun ihr Debüt-Album vorlegen. Dass dieses amtlich klingt, dafür sorgen Christian „Moschus“ Moos beim Mix und Eroc für das Mastering. Beide sind ja in Prog-Kreisen keine Unbekannten. Ersterer spielt das Schlagzeug bei Everon und hat bereits Bands wie Haken produziert. Letzterer ist ja niemand geringerer als das Grobschnitt-Urgestein, der in seinen Studios auch schon manch amtlichen Sound fabriziert hat, u.a. für Opeth. Nun kommen Ashby und die warten mit einer Mischung aus Artrock, Neo-Prog und Metalelementen auf und haben nebenbei auch noch eine charismatische Sängerin in ihren Reihen.

Es wäre grundsätzlich falsch, Ashby nur auf die Stimme von Sabina Moser zu reduzieren. Da der Gesang aber im Rahmen einer Band oft eine tragende Rolle einnimmt, möchte ich damit beginnen. Moser kann rocken, Moser kann sanft und Moser kann Melodie. Großartiges Gefühl ist da genauso präsent wie ungezügelte Kraft. Der Wiedererkennungswert ist enorm hoch, die Ausstrahlung dürfte den gemeinen Progfan durchaus ansprechen, vorausgesetzt sie oder er hören nicht nur abgedrehten RIO-Kram. Dann nämlich dürften euch Ashby nicht erreichen.

Musikalisch bewegt man sich auf einem ausgezeichnet frischen Niveau, vermengt modernen Artrock mit Neoprog Elementen. Die Musik weist dabei eine hohe Dichte an tragenden Keyboardarrangements auf. Mir gefallen vor allem die tröpfelnden Pianosequenzen im Song Aether sehr. Die Gitarren legen sich weitgehend auf einen metallenen Sound fest. Nicht selten wird kerniges Riffing abgeliefert, das durch ansprechende Rhythmik untermauert wird. Dass die Gitarre aber auch anders kann, zeigt sich in den teilweise überlangen Kompositionen des Öfteren. Ashby sind da recht virtuos und nicht auf ein Charaktermerkmal festzulegen.

Erstaunlich finde ich die Tiefe in den Kompositionen vor dem Hintergrund, dass die Band erst 2011 gegründet wurde. Die Ernsthaftigkeit, mit der die Band in den vergangenen Jahren komponiert haben muss, ist beeindruckend. Es gelingt fast immer, die Spannung auch bei den langen Stücken aufrecht zu halten, stets unterbricht man die Melodieführung auch mit hart getakteten Instrumentalteilen. Geradliniger und erheblich zugänglicher sind aber die kurzen Stücke. Exemplarisch nenne ich da den Opener „The Faceless And The Shore“, welches mit einer prägnanten Keyboardlinie aufwartet, treibende Gitarren besitzt und dich mit der kriechenden Rhythmik sofort mitnimmt ins Album. Die Gesangsstimme zeigt hier nahezu alle Facetten von sanfter „Kinderlied“-Romantik bis zu rockenden Passagen. Was mir aber besonders gefällt ist die leicht rauchige Note in der Stimme, die erst im weiteren Verlauf des Albums immer wieder deutlich in den Fokus rückt. Wunderbar.

Ashby ist mit diesem Album ein super Start in eine hoffentlich lang andauernde Karriere gelungen. Wenn die Band die Ernsthaftigkeit aufrecht erhalten kann und ihr musikalisches Potential weiterentwickelt und abruft, dann stehen uns da in Zukunft noch vielversprechende Alben ins Haus. Mit Fragmental hat man schon einmal nahezu alles richtig gemacht. Vom Songwriting bis hin zum Coverartwork ausgezeichnet!

Anspieltipp(s): The Faceless And The Shore, Ashes Decay
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.12.2015
Letzte Änderung: 5.12.2015
Wertung: 11/15
Tendenz geht nach oben. Ich lasse mir mal Luft für die Wertungen kommender Alben.

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 3)


Oh Mann!

2015!

Oder?

2015!

Was für ein grandioses Progjahr. Es begann grandios mit Alben von Trottoir, Outrun the Sunlight, At War With Self, Special Providence, Ben Levin Group, The Psychedelic Ensemble, Blast Unicorn, schenkte uns Großtaten von Ciccada, District 97, Leprous und The Fractured Dimension, bedachte uns mit den Entdeckungen Loomings und Empty Days, und verabschiedet uns nun mit fantastischen Alben von Earthside, Ed Bernard und - tja, und Ashby.

Was für ein großartiges Jahr!

Keine großen Namen in meiner Liste? Ein gutes Zeichen. Die Szene wäre offensichtlich selbst dann gesund und munter, wenn es Renaissance, Dream Theater, Neal Morse oder Magma nicht gäbe. Ohne Yes wäre sie eh besser dran.

2015! Und plötzlich kommen aus Deutschland großartige Progbands! Nein, ich meine wirklich nicht RPWL.

Ashby - Hammer! Was wurde aus dem cheesy Deutschprog?!?

Na, lieber nicht nachforschen. Ashby legen mit "Fragmental" eine ganz großartige Scheibe vor, wie mein Vorredner richtig gesagt hat, aus dem Bereich Retroprog/Progmetal. "Ashes Decay"! Reinhören! "Holy Water"!

Retroprog? Ist der nicht tot? Na, stimmt schon, der klassische Retroprog a la Neal Morse/Flower Kings ist durch, nicht einmal Beardfish wollen ihn mehr spielen. Ashby aber würzen ihn klug mit einer ordentlichen Prise Progmetal aus der Dream-Theater-Schule einerseits, und einer ordentlichen Prise musikalischem Können andererseits. Mögen sie es weiterhin tun! Diese Progband aus - ich glaub's ja nicht - Mülheim an der Ruhr hat in meinen Augen das Potenzial, zu einer fixen Größe in der deutschen Progszene zu werden: Sie sind mainstreamig genug, um vielen zu gefallen, und undoof genug, um über die Fans des üblichen Retroprog-Einerleis hinaus auch anspruchsvolleren Hörern zu gefallen. Und sie haben genug Metal in der Hose, um selbst DT-Fans aus selbiger zu hauen.

Warum? Weil sie es können. Hier ist Prog noch Rock, das Gefrickel ist songtauglich und nicht technische Angeberei, und die pathetischen Passagen sind grandios und nicht cheesy. Prog-Rock als Song gedacht. So muss das sein. Und das Ganze steckt hinter einem undoofen Coverbild. Danke.

Nochwas? Sabina Moser ist der Knaller. Heisere Frauen sind eh sexy.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.12.2015
Letzte Änderung: 27.12.2015
Wertung: 12/15
Um einen legendären Prog-Impresario zu zitieren: Rock'n'Roooooll!

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Mülheim an der Ruhr muss man vielleicht nicht kennen, aber die aus dieser Stadt stammende Band Ashby sollte man als Progfan mit Hang zu Metal, Retroprog und New Artrock schon auf dem Schirm haben. Diese noch blutjungen Musiker liefern hier ein Debüt ab, das manch anderen Bands der Szene den Angstschweiß auf die Stirn treiben dürfte. Die Musik bedient eine weit gefächerte Kundschaft vom Progger mit Hang zu Melodien bis zum Progger mit Hang zum Metal. ohne sich im geringsten bei irgendeiner Partei einschleichen zu wollen.

Daran trägt Sabina Moser, Ex-Kandidatin bei „The Voice Of Germany“, einen entscheidenden Anteil. Ihre Stimme beherrscht alle Facetten einer starken, voluminösen und kraftvollen Rockröhre. Sie verleiht den Songs den passenden Anstrich und vermeidet jeden Anflug von Kitsch in den langsameren, sowie jedes affektierte Gehabe in den harten Passagen.

Doch auch die Band ist hervorragend besetzt, komponiert, arrangiert und textet alle Songs gemeinsam. ASHES DECAY ist ein Paradebeispiel für ein phantastisches Arrangement, großartige und teils mehrstimmige Gesangsstimmen und eine technisch einwandfreie Leistung jedes einzelnen. Da ich die Band live auf dem NOTP 2017 auf der Loreley gesehen und kennen gelernt habe, kann ich bezeugen, dass sie das auch live problemlos hinbekommen. Respekt! Davon abgesehen waren sie für mich DIE Überraschung auf dem Felsen.

AETHER – A LUNAR YEAR verbindet völlig unterschiedliche Passagen mit melodischen Übergängen als wenn das ein Kinderspiel sei. Das schaffen Bands der alten Garde wie die Flower Kings schon seit Jahren nicht mehr. Die Tracks wirken frisch und die Band unverbraucht. Der Spaßfaktor ist enorm wenn die Musik hin und her springt zwischen laut und leise, schnell und langsam, hymnisch und melancholisch. THE COLOSSAL EMPIRE steht zum Beispiel für den Prog wie ihn die meisten lieben, melodiös genug, doch an den richtigen Stellen auch herrlich vertrackt. Dazu zündende Solopassagen und den ein oder anderen Tempowechsel. Das rockt.

Derweil HOLY WATER volle Kanne zwischen Prog und schweren Hardrockriffs pendelt und damit eine nervöse und bedrohliche Spannung aufbaut, verpasst es die Ballade PAX leider zu überzeugen. Schwächster Song auf dem Album, da er einfach keine Idee besitzt und uninspiriert ist.

Verabschiedet wird der Fan von einem wahren Feuerwerk an Gefühlen in A QUESTION NEVER HEARD. Zwischen hochdramatischen Passagen knallen unvermittelt ganze Salven an Riffs hinein. Der Track ist wild und unbezähmbar, verlangt die volle Aufmerksamkeit um sich zu offenbaren.

Klangbild und Abmischung sind perfekt. Das Album wurde mangels Plattenfirma über Crowdfunding finanziert, was der Band natürlich mehr Freiheiten gibt. Die haben sie weidlich ausgenutzt und ein beachtenswertes Werk abgeliefert, dem bald ein neues folgen soll, gemäß ihrer Aussage auf der Loreley. Fans von u.a. Haken und ähnlichen Bands sollten die Ohren mal weit aufsperren.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Haken, Fatal Fusion, Soul Secret, Awaiting Dawn
Veröffentlicht am: 15.8.2017
Letzte Änderung: 15.8.2017
Wertung: 12/15
kann sich ruhig jeder auf den Merkzettel schreiben

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ashby

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 A Question Never Heard 9.50 2

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