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Southern Empire

Southern Empire

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: HardRock; Melodic Rock / AOR; RetroProg
Label: GEP
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Sean Timms Keyboards, Vocals, Saxaphone
Danny Lopresto Lead Vocals, Guitar
Cam Blokland Guitar, Vocals
Brody Green Drums, Vocals
Jez Martin Bass, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Show Me The Way 0:49
2. Forest Fire 7:32
3. Hold 11:42
4. How Long 11:28
5. The Bridge That Binds

1. Don’t Look Down
2. The Bridge That Binds
3. Before You Know It
4. Turbulence
5. Show Me A Sign
6. Undercurrents
7. Let The River Run Red
8. It All Depends
9. The End Of My Days

28:22
6. Dreams & Machines 5:10
Gesamtlaufzeit65:03
Disc 2
1. Forest Fire   (DVD) 7:32
2. Hold 11:42
3. How Long 11:28
4. The Bridge That Binds 28:22
Gesamtlaufzeit59:04


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Unitopia! Wisster noch?

United Progressive Fraternity?

Zuck'riger Kitschprog mit flowerkingsigen Fantasycovern.

Wisster noch?

Und dann hat's gekracht! Erst log Mark Trueack, man habe sich in Freundschaft getrennt (musikalische Differenzen, Baby), dann holte Keyboarder Sean Timms zum Gegenschlag aus: Trueack habe sich danebenbenommen und müsse sich entschuldigen. Als das nicht geschah, habe er, Timms, die Band für immer verlassen.

Schlimm sowas.

Trueack stellte es dann so dar, als habe man sich darauf geeinigt, ein neues Unitopia-Doppelalbum unter sich aufzuteilen: Timms habe sich für ein zukünftiges Projekt die härteren Sachen genommen, Trueack den Rest für die United Progressive Fraternity. Timms widersprach prompt! Er habe von alldem nichts gewusst und in dem fertigen UPF-Album die Unitopia-Demos wiedererkannt, an denen er ursprünglich nicht bloß mitgearbeitet hatte, nein, von denen er gar den Löwenanteil komponiert habe. Von einer einmütigen Aufteilung des Materials könne keine Rede sein.

Nun gibt es also zwei Bands. Die glaubwürdig betitelte United Progressive Fraternity, und Southern Empire, die Band von Sean Timms.

Sie macht die härtere Musik. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Naja, passt schon. Timms' Mitmusiker entstammen sämtlich der Hardrockszene. Allenfalls Jez Martin dürften Proghörer vielleicht kennen, er spielt bei der Frank-Zappa-Tribute-Band Läther und einer Dream Theater Tribute Show (wieso eigentlich? Die gibt's doch noch!). Ansonsten sind in der Band eher Hardrocker.

Und so ist es auch nicht überraschend, dass Southern Empire im Herzen eine Hardrockband ist. Aber die machen das ganz interessant und vor allem sehr abwechslungsreich. Also. Riffiger Hardrock, männlich gesungen, ab und zu mehrstimmig aufgemotzt, dazu aufwändig instrumentiert und (über)produziert, mit vielen schwelgerischen Passagen, und zwischendurch eben immer wieder gewürzt mit knackigen Prog. Das Ganze hat ordentlich Power, catchy Melodien und einen hohen Ohrwurmfaktor. Ob's besser ist als United Progressive Fraternity ist schwer zu sagen, es ist defi weniger eso, und wer der Meinung ist, dass harte Gitarren nicht kitschig sind, der wird "Southern Empire" auch weniger kitschig finden.

Wer der Meinung ist, dass harte Gitarren nicht kitschig sind, der sollte seine Dream-Theater-Sammlung nochmal aufmerksam durchhören...

Dream Theater? Nö. Die stehen zwar auf dem Infozettel der Plattenfirma, ich würde aber eher einen Vergleich mit Spock's Beard in ihren ohrwürmeligsten Momenten ziehen. Ab und zu muss man schon an die denken. Bissl härter vielleicht, und der Sänger klingt mehr nach Chris Cornell als nach Neal Morse, und es ist, naja, nicht so gut, und nicht so proggig, aber das funktioniert schon. Kein schlechtes Album.

"How Long" ist das beste Beispiel für diese Mischung und der gelungenste Song auf dem Album. Auch "Forest Fire" und "Hold" sind okay, der Longtrack dagegen überzeugt nur passagenweise. Zu lang das Ganze.

Naja. Vor ein paar Wochen hat Subsignal mit "The Beacons Of Somewhere Sometime" für übertriebene Aufmerksamkeit gesorgt. Wer nach einer Alternative sucht, ist mit Southern Empire richtig gut bedient.

P. S.: Dem Album liegt eine DVD bei. Man sieht die Band im Studio vier der Stücke spielen, die Aufnahme ist aber die Studioaufnahme. Sowas braucht man eher nicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: anderen vergnüglichen Prog/Hardrock-Mixen
Veröffentlicht am: 2.3.2016
Letzte Änderung: 3.3.2016
Wertung: 10/15
Die bessere Alternative zu Subsignal

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Von: Peter Meyer @ (Rezension 2 von 2)


Der doppelte Australier - Ergebnis eines Rosenkriegs mit beidseitigem Sorgerecht

Southern Empire und United Progressive Fraternity sind die beiden Bands, die aus der aufgrund „musikalischer Differenzen“ unlängst zersplitterten Unitopia hervorgegangen sind. Letztere haben mit der Namensgebung den Leuten den Vorteil verschafft, im CD-Regal nicht so lange herumsuchen zu müssen (vorausgesetzt, man hat die Scheiben alphabetisch einsortiert). Und sie haben einen Rekord aufgestellt: Sie haben es geschafft, das scheußlichste Cover EVER zu publizieren, grafischer Totalschaden, typografischer Offenbarungseid. Aber zum Glück geht es hier ja um Musik, und zwar in erster Linie um die von Southern Empires (dem Album).

Southern Empire bieten auf ihrem 2016 erschienenen Longplayer mit dem wesentlich ansehnlicheren Cover eine abwechslungsreiche und vor allem melodische Mischung aus Hard Rock, AOR und RetroProg. Mit Hold, How Long und The Bride That Binds haben die Australier gleich drei Longtracks versammelt. Auf Forest Fire spielen die Musiker mit geradezu überschäumender guter Laune, eimerweise good vibrations ergießen sich über den Hörer. Diesen Optimismus mag ich. Sehr. Der Song des Jahres! Bekam den Refrain (How fast is my life going now, I´m caught up in a forest fire…) erstmal nicht mehr aus den Gehörgängen. Ein gutes Zeichen. Prog-Zuckerguss, karamellig wie ein guter Doppelbock, oder wie einst - ja! - Electric Light Orchestra, im Übrigen auch hier vertreten, sogar mit der ordinären Plage Xanadu (!!???) - also, ELO mit Hold on Tight („autsch“, mag mancher denken, ich spür´schon wieder meine Karies, DAS hätte er jetzt nicht schreiben dürfen). How Long ist ein echter Ohrwurm mit Langzeitwirkung. Dass die Musiker an einem weiteren Unitopia-Release gearbeitet haben als man sich überwarf, wird schnell klar, wenn man das Album mit dem schon 2014 erschienen Erstling der Fraternity-Blutsbrüderschaft vergleicht. So wurde das Hauptthema von Empires How Long eben mal für den Titel Intersection und einen Teil des Longtracks Travelling Man (ab Minute 16) verwendet. Angeblich (siehe Niks Rezi) hat man das vorhandene Material brüderschaftlich (Fraternity!) aufgeteilt. Das kann ja nun nicht so ganz stimmen, was zumindest einer der beiden Herren mitteilen ließ. Interessant, was bei den zwei recht unterschiedlichen Arrangements herauskommt.

Und wer gewinnt? Southern Empire, und zwar eindeutig. Das Empire-Arrangement ist gefälliger und druckvoller. Zudem faszinieren die leger eingestreuten Piano-Jazz-Ausflüge. Auch die anderen Stücke von Southern Empire sind glasklar und vielschichtig, dynamisch und ausgewogen, der Gesang von Danny Lopresto vielseitig. In den Instrumentalparts zeigen die Jungs ihr ganzes Können und beweisen der restlichen Welt erneut, dass auch der Fünfte Kontinent progtechnisch einiges zu bieten hat. Härtere Passagen wechseln mit federleicht groovenden Parts (Canterbury-Assoziation!) ab, mehrstimmiger Gesang rundet das Kunstwerk ab. Nik würde auch „einen Vergleich mit Spock's Beard in ihren ohrwürmeligsten Momenten ziehen“. Passt. Wenn das mal keine gute Referenz ist!

Southern Empire sind also die besseren Unitopia-Erben, vergleichsweise zerstreut geht die Brüderschaft in ihrem One-Size-Fits-All-Versuch des endgültigen MelodicProg zu Werke und kommt irgendwo nicht zum Punkt. Ich mache auch Unterschiede in der Klangqualität aus. Der weltmusikalische Ansatz, der gelegentlich aufblitzt, ist jetzt auch nicht so mein Regal. Natürlich ist Mark Trueack ein prima Sänger mit einer unverwechselbaren Stimme und seine Melodien gehen oft ins Ohr, keine Frage. Aber der Titelsong Fall in Love With the World (mit erbarmungswürdigem Mandolinengeschrammel) ist Kitsch von der ganz üblen Sorte, bei dem sich selbst der gewichtige Schnulzenmann Demis Roussos (Aphrodite´s Child) im Grabe umdrehen würde. Diese nicht unerhebliche geschmackliche Entgleisung konterkariert die eigentlich guten Ansätze. An eine „13“ oder mehr wiederum für Southern Empire mag ich mich noch nicht herantrauen, vielleicht übertreffen sich die Musiker ja noch beim nächsten Versuch.

Anspieltipp(s): Forest Fire
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.10.2017
Letzte Änderung: 20.10.2017
Wertung: 12/15
Gute-Laune-Prog vom fünften Kontinent

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