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Deus Ex Machina

Devoto

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Cuneiform
Durchschnittswertung: 10.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Mauro Collina guitar, bouzouki, dobro
Alessandro Bonetti violin, mandoline
Alessandro Porreca bass
Luigi Ricciardello keyboards
Claudio Trotta drums
Alberto Piras vocals

Gastmusiker

Luigi Savino Kontrabass, Synthesizer
Alessandro Meroli Saxophon
Marco Matteuzzi Saxophon
Massimo Grecco Posaune

Tracklist

Disc 1
1. Devoto 5.54
2. Sotterfugio 1.23
3. Multiverso 5.46
4. Distratto da me 7.27
5. Eterno ritorno 3.24
6. Piu uguale 10.09
7. Transizione 7.04
8. Autore del Futuro 7.00
9. Figli 6.59
10. Quattro piccolo mani 4.38
Gesamtlaufzeit59:44


Rezensionen


Von: Marc Colling @ (Rezension 1 von 4)


Nach 8 Jahren Pause erscheint mit Album Nummer 8 das neueste Werk der Italiener. Da ich die Band nicht kenne, versuche ich mich mal mit einer intensiven Auseinandersetzung ihres neues Opus. Neugierig bin ich allemal, denn in der Pressemitteilung steht unter anderem, dass die CD mit den besten Instrumenten gespielt wurde die bis 1975 gebaut worden sind. Das verspricht ja schon mal ein Retrogefühl (das dann aber irgendwie doch nicht kommt, was aber überhaupt kein Problem darstellt).

Bereits nach nur sehr wenigen Hörsessions krallen sich ganze Akkordfolgen fest. Da fliegen dir Motive um die Ohren im Sekundentakt. Wie ich im Vorfeld gelesen hatte, wollten die Italiener sich von ihrem „schwierig-intellektuellen“ Image entfernen. Ich denke, das ist ihnen gelungen. Denn schwierig oder zu kopflastig klingt das hier keineswegs. Wobei man aber jetzt nicht annehmen sollte, das hier sei einfache Kost. Das ist es nämlich nicht, es ist eher wie ein 3 Sterne Menu das man in seiner Lieblingskneipe verspeisen darf.

Erstaunlicherweise empfand ich die Musik von Anfang an als etwas sehr lebendiges und luftiges Etwas. Passte doch so gar nicht in eine unserer sonst gern genommenen Schubladen. Mal ist es Rock, dann im nächsten Moment Jazz, dann wieder Blues und zum Abschluss ein Schuss Funk. Das alles gemixt ergibt einen erstaunlichen Prog-Cocktail; und es ist einer der besten, den ich seit langem gehört habe.

Wunderbar werden hie und da die Gast-Bläser dezent in die Musik eingewoben, so dass im Hintergrund eine schöne Harmonie entsteht. Das lockert selbst die vertracktesten Songs auf. Meist aber agiert die Band allein. Und meist agiert sie indem sie ihre Songs von der Leine lässt, mit langen Jams und Improvisationen. Doch diese wirken nie kompliziert, eher lockern sie die ansonsten sehr stringenten Kompositionen auf.

So ist DISTRATTO DA ME ein gewaltiger Song mit einer phantastischen Hammond, langen Jams und einem außergewöhnlichen Drive. Doch auch die Violine hat viel Spielraum und so ist bereits der nachfolgende Song ETERNO RITORNO von diesem Instrument dominiert. Der Titeltrack DEVOTO dagegen hält überhaupt nichts von Jams. Hier ist alles auf die Note durchkomponiert und mit einem leicht vertrackten Rhythmus garniert.

Mit einem sehr langen PIU UGUALE rockt die Band zu Beginn richtig drauf los, bietet im Mittelteil erst ein Gitarrensolo und dann noch ein tolles Keyboardsolo an, um dann irgendwann auch noch in ein fettes Funkmotiv zu fallen. Erstaunlicherweise greifen diese Elemente auch noch so leichtfüßig ineinander, dass man nur noch staunen kann. Die letzten 2 Minuten des Longtracks könnten auch von Herbie Hancock stammen.

Doch die Italiener können auch einfacher. So ist TRANSIZIONE ein eher simpler Song der ziemlich rockig gespielt wird und auch FIGLI mit seiner Violine und leicht folkigen Einflüssen ist weit weg von sperrig.

Dazwischen ertönt dann aber mit L'AUTORE DEL FUTURO ein Klassesong der irgendwo im Blues verwurzelt ist. Eine sehr gefühlvolle Gitarre zaubert ein gutes Gefühl und man lässt sich gerne von diesem Longtrack treiben. Doch die Stimmung wechselt manchmal und zwischendurch wird es somit auch mal schneller.

Sehr psychedelisch kommt dann zum Abschluss noch QUATTRO PICCOLO MANI. Dieser Song hätte auch gut auf eine der Filmmusikalben von Pink Floyd gepasst.

Wer mal etwas nicht Alltägliches hören möchte wird hier gut bedient. Es ist kein richtiger Jazzrock oder Progrock oder Retroprog. Es ist.....Deus Ex Machina.

Anspieltipp(s): L'Autore del Futuro
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.6.2016
Letzte Änderung: 18.6.2016
Wertung: 10/15
passt in keine Schublade

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 4)


Ein Album, das in keine Schublade passt, nennt mein Vorredner Marc Deus Ex Machinas neues Album "Devoto". Dem kann ich gar nicht beistimmen. Das Album ist im Gegenteil sogar ziemlich leicht einzuordnen, nämlich genau dort, wo Marc es auch eingeordnet hat: Im Bereich Jazzrock/Fusion. Ja, "Devoto" ist sogar ein recht traditionelles Jazzrock-/Fusion-Album, und ich würde das Wort "konventionell" verwenden, wenn es nicht so negativ konnotiert wäre.

Denn das hat es nicht verdient. Im Gegenteil, "Devoto" ist sogar ziemlich geil! Das Album ist heiß! Es rockt, es swingt, hat unglaublich Groove und man ist sofort dabei, mitzuwippen, mit den Fingern zu schnipsen - oder gar noch was Schlimmeres! Das böse Wort mit T-, nein, nein, das machen Progfans nicht.

Also: "Devoto" enthält traditionellen, und dabei sehr geilen Jazzrock, mit allem, was laut Musiklexikon dazugehört: Groovigen - äh - Grooves, funkigen Eskapaden, bluesigen Soli. Dabei ist "Devoto" unglaublich präzise gespielt, auf den Punkt, die Band ist tight, und das braucht es auch in diesem Genre, wenn es so richtig geil werden soll. Passt! Das Ganze ist, wie Marc schon erwähnte, mit Instrumenten eingespielt, die sämtlich das Jahr 1975 noch erlebt haben - man könnte also mit Fug von historischer Aufführungspraxis sprechen. Retro, retro, retro allenthalben also.

Wer Fusion und Jazzrock mag, ist hier also perfekt aufgehoben - Neues wird er/sie allerdings nicht zu hören bekommen. Nur Spaß, Spaß wird er/sie haben. Defi.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.7.2016
Letzte Änderung: 15.7.2016
Wertung: 11/15
passt exakt in seine Schublade

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 4)


Deus ex Machina! Ich hätte nicht gedacht, von denen noch mal was zu hören, immerhin datierte ihr letztes Album vor diesem hier aus dem Jahre 2008 - und die Aufnahmen darauf waren sogar noch etwas älter. Umso schöner war die Überraschung, als für Juni 2016 doch ein neues Album angekündigt ward.

Von einer Umbesetzung an den Tasten abgesehen agiert die gleiche Besetzung wie auf imparis, hie und da verstärkt von ein paar gastierenden Bläsern. Und auch die Musik ist im Wesentlichen von gleichem Charakter. Jazzrockig geht es hier zur Sache, es wird ordentlich komplex gejazzt und dabei mit Saft und Kraft gerockt. Kernige Gitarre, sägende Violine und kräftiges Georgel werden mit der souverän agierenden Rhythmusfraktion zu einem dichten, dynamisch vorwärts preschenden Gebräu vermengt, das praktisch permanent am Siedepunkt brodelt. Gekrönt wird das Ganze wieder vom stimmgewaltigen Gesang von Alberto Piras, der - wie schon auf dem Vorgänger - sich auf italienische Texte beschränkt, nachdem auf früheren Alben der Band teilweise auch in Latein gesungen wurde.

Wirklich Neues hat das Sextett auf Devoto also nicht zu bieten. Aber so lange sie so kraftvoll-komplex jazzrocken, soll mir das recht sein. Retro-Musik als lauen Aufguss gibt es schließlich oft genug.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.7.2016
Letzte Änderung: 30.11.2016
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 4 von 4)


Deus Ex Machina war damals (Mitte der 90er) eine der ersten Bands aus Italien die mir unter die Ohren gekommen ist, die neuen Prog mit deutlichen 70er Anleihen gemacht haben, gleichzeitig versehen mit einem jazzig-rockigen Element, der sich vom damals noch oft gepflegten Neoprog abhob. Allzu viele solcher Gruppen gab es damals in Italien nicht. Finisterre (Fabio Zuffantis erstes bekannteres Projekt) und DFA kommen dem Rezensenten noch in den Sinn.

Deus ex Machina wurden schon 1985 in Bologna gegründet und man machte sich an die Komposition einer Rockoper, die dann auf dem ersten, 1991 erschienenen Debütalbum "Gladium Caeli" zu finden war. Auch wenn sich die Besetzung der Gruppe bis heute (erstaunlicherweise) kaum verändert hat (nur der Schlagzeuger wurde gewechselt) hat sich der Stil der Band über die Jahre gewandelt. Betätigte man sich zu Beginn eher in gitarren- und orgellastigen RetroHardrockgefilden mit begrenztem Progfaktor, hat man ab dem 1995 erschienenen "De Republica" ein komplexes, aber nie zu kompliziertes Gemenge aus Retroprog und Jazzrock mit gelegentlichen Avant- oder Kammerprogausflügen im Angebot, versehen mit recht kraftvollem, ein wenig an Demetrio Startos erinnernden Gesang.

Letzterer ist auch auf "Devoto" natürlich prägend vorhanden (wobei Piras inzwischen auch etwas gemäßigter zu Gange ist – man wird halt auch älter), doch Avantprog oder Kammerrock ist kaum noch auszumachen. Allerdings gibt es hier erstmals auf einem Album der Band Gebläse zu hören, was in einigen Stücken für Brassrock-Atmosphäre sorgt. Einen farbigen, sehr druckvollen Jazzrock mit expressivem Italogesang gibt es hier zu hören, der meist dann eigenen Charakter bekommt, oder wirklich interessant wird, wenn sich die Geige in den Vordergrund spielt (das klingt dann fast ein wenig ach Dixie Dregs). "Devoto" ist sicher das zugänglichste Album der Bologneser (das sie nach "De Republica" veröffentlicht haben). Gelegentlich gerät die Musik in Bluesrockgefilde (man höre z.B. "Autor del Futuro") und das abschließende von Akustikgitarrenklängen mit Slideeinlagen bestimmte "Quattro Piccole Mani" verbreitet sogar leichte Countrystimmung. Nett sind die gelegentlichen Synthesizereinlagen mit Vintageflair, z.B. im kurzen "Sotterfugio", welches eigentlich nur aus solchen besteht. Ansonsten wird meist kantig und druckvoll, von der E-Gitarre bestimmt gerockt, unterlegt mit Tastenwabern, ergänzt um wuselige Geigeneinlagen (bisweilen auch das schon erwähnte Gebläse) und voran getrieben von der vielseitigen Rhythmusabteilung.

Ansonsten ist "Devoto" ein unterhaltsames Album mit virtuosem, recht geradlinigem, dabei doch reichlich komplexem Italo-Retro-Jazzrock, und natürlich eine willkommene Wortmeldung einer der Veteranen dieses Stils, nicht weltbewegend, aber schön. Macht Spaß!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.1.2017
Letzte Änderung: 7.1.2017
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Deus Ex Machina

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 Gladium Caeli 9.00 2
1994 Deus Ex Machina 10.00 1
1995 De Republica 11.00 1
1998 Equilibrismo Da Insofferenza 12.00 1
2002 Cinque 11.75 4
2008 imparis 11.67 3

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