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Svin

Missionær

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Postrock; RIO / Avant
Label: PonyRec
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Lars Bech Pilgaard Gitarre
Henrik Pultz Melbye Tenorsaxophon, Klarinette
Thomas Eiler Schlagzeug
Adi Zukanovic Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Dødskontainer 5:27
2. Færgen Ellen 3:42
3. V 5:17
4. Japser 5:55
5. Kirkeorgelsafrikaner 10:33
6. Stella 7:44
Gesamtlaufzeit38:38


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Besetzungswechsel im Hause Svin: Hornist Magnus Bak, Namensgeber für die Vorgängerband Magnus Fra Gaarden, ist nicht mehr dabei. Für ihn kam Adi Zukanovic, der aber nicht ins Horn bläst, sondern in die Tasten haut, so dass das Gebläse bei Svin nunmehr nur noch einfach besetzt ist. Damit hat sich das Klangbild des Quartetts geändert, aber auch stilistisch unterscheidet sich Missionær deutlich von seinen Vorgängern.

Für die Aufnahmen zu Missionær begab sich die Band nach Island, genauer in das gleiche Studio, in dem schon Sigur Rós ihre Alben machten, und der „genius loci“ hat hier offenhörlich seine Spuren hinterlassen. Svin haben die Langsamkeit, die Elegie, auch die Stille entdeckt - erfreulicherweise dabei jedoch die Schroffheit und Kantigkeit nicht vergessen.

Dødskontainer eröffnet gleich mit quälend langsamen und gleichzeitig schroffen Klängen von Saxophon und Gitarre, die weniger Elegie als schon pure Verzweiflung herauszuschreien scheinen. Auch Færgen Ellen zeigt diese Tendenz zu in Zeitlupe herausgestoßenen Klänge, bekommt aber durch allerlei schepperndes Schlagwerk etwas mehr Dynamik. In seiner kaputten Art erinnert das etwas an die Klang gewordenen Depressionen der ersten beiden Alben von The Book Of Knots, deren Geist auch das folgende V duchweht…nur eben auf jazzigere Art.

Japser zeigt sich dann von einer ganz minimalistischen Seite, besteht es doch aus wie zufällig hingeworfenen Tönen der Gitarre, zu denen das Saxophon scheinbar beliebig herumquietscht. Ein ebenso entrücktes wie faszinierendes Klangerlebnis. Das lange Stück mit dem seltsamen Titel Kirkeorgelsafrikaner setzt diesen minimalistischen Ansatz zunächst fort, nach kurzer Zeit setzt dann ein hektischer, maschinenartig anmutender Rhythmus einen scharfen Kontrast, bis sich alles in einer Krachorgie auflöst. Das Ganze mündet schließlich in eine eigenartige Kombination aus Tastensounds, die einem alten Computerspiel entstammen könnten, und in Zeitlupe trötendem Sax, angetrieben von diesem stoischen Rhythmus, der immer noch nach einer heißgelaufenen Maschine klingt. Krass!

Zum Abschluss gibt es mit Stella ein sehr ruhiges, melancholisches Stück, das auch nicht ohne seltsame Einwürfe auskommt. Eine schräge Ballade, so könnte man dieses Stück beschreiben, dessen Schrägheit sich immer mehr verstärkt, ohne dass das Tempo anziehen würde. Schließlich versinkt alles in einem seltsamen Klangstrudel.

Svin haben mit Missionær die faszinierende neue Richtung eingeschlagen, haben sozusagen die typisch isländische Schwermut mit der bandeigenen Schrägheit vermählt. Stark und jedem Liebhaber "kaputter" Klänge zu empfehlen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.10.2016
Letzte Änderung: 30.10.2016
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Welch wunderbarer Lärm! "Dødskontainer" bietet erst einmal Freiform-Drone-Krach, Gitarrenjaulen, Saxhupen und allerlei zischende, dröhnende und wabernde Elektronik, sehr dicht, voluminös und hallend. Grandios. Mit "Færgen Ellen" bekommt die Musik bisweilen fast ein lustiges Gepräge, auch wenn die Nummer ziemlich wuchtig und angeschrägt voran schreitet, immer noch geprägt von eher aggressivem Saxtröten und einem scheppernden, aber sehr monoton dahin wuchtenden Schlagwerk. "V" gleitet dagegen eher elegisch-postrockig dahin, bestimmt von hallendem Gitarrenplingen und nun fast warmen Saxschüben.

Das alles hat sehr viel Atmosphäre, die mal eher kaputt und schräg, mal melancholisch-angedüstert, mal klangvoll-sphärisch die Musik prägt. Freiformatigeres Avantrocken und jazziges Gebläse trifft auch schwermütige Elektronik, krautige Abenteuerlust und hallenden Gitarren-Postrock, dicht verwoben, druckvoll produziert und vielschichtig arrangiert.

"Jasper" einfach nur Hall ... tiefes, langezogenes Hallen, Gitarre, Sax, Perkussion ... dazu elektronisches Fiepen und Grollen ... sehr groß. "Kirkeorgelsafrikaner" bietet dann dem Titel entsprechend erst sakrales Georgel mit Sax, ehe sich ein repetetiv-maschinenhaftes, aber durchaus abwechslungsreiches, schräg-punkiges Gerocke in den Vordergrund arbeitet (aber, wo sind die Afrikaner? - das tribale Getrommel?), immer wieder durchsetzt von einer quietschenden, krautig-elektronisch-dilettantische Synthesizermelodie, knurrendem Bassknartzen und flirrenden Elektroniksounds. Am Ende steht dann getragenes Saxklagen und bedächtiges Tastenschweben, welches auch das abschließende, fast hymnisch aus den Boxen gleitende, sich immer mehr steigernde und aus den Fugen geratende "Stella" bestimmt.

Vergleiche? Vielleicht die Franzosen von Oiseaux-Tempête. Ansonsten ist das alles sehr eigen(artig) und ungemein progressiv und beeindruckend. Elektro-Schräg-Symphopostrock. Grandios! Kaufen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.12.2016
Letzte Änderung: 19.2.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Svin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Heimat 11.00 1
2013 Secretly we are gay 11.00 1
2014 Svin 12.33 3

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