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Crippled Black Phoenix

Bronze

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; New Artrock; Postrock; Psychedelic
Label: Season of Mist
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Justin Greaves guitar, backing vocals, bass (studio), drums (studio)
Daniel Änghede vocals, guitar
Mark Furnevall synthesizer, keyboard, organ, backing vocals
Daisy Chapman piano, keyboard, vocals
Jonas Stälhammar guitar, backing vocals
Ben Wilsker drums (live)
Tom Greenway bass (live)
Belinda Kordic vocals

Gastmusiker

Chrissie Caulfield violin
Arthur Young piano ("A Future Shock")
Robert Holm brass
Arvid Jonsson vocals ("Turn To Stone")

Tracklist

Disc 1
1. Dead Imperial Bastard 5:00
2. Deviant Burials 6:45
3. No Fun 4:53
4. Rotten Memories 3:11
5. Champions of Disturbance 9:02
6. Goodbye Then 5:23
7. Turn to stone 7:04
8. Scared and alone 8:59
9. Winning a Losing Battle 9:15
10. We are the Darkeners 10:23
11. A Future Shock   (bonus track) 5:52
12. Denisovans   (bonus track) 3:12
Gesamtlaufzeit78:59


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Crippled Black Phoenix sind wieder mit einem Studio-Album am Start. Es ist ja immer etwas unruhig rund um Band, aber Mastermind Justin Greaves, der letztlich Crippled Black Phoenix ist, ficht das nicht an. Er schüttelt seine Endzeit-Balladen locker aus dem Ärmel und spielt auch noch das meiste davon selbst ein. Die Band existiert eigentlich nur live, im Studio herrscht Greaves. Sänger Änghede darf immerhin seine Texte selbst schreiben (Belinda Kordic bei dem einen Song, den sie interpretiert auch). Neben eigenen Werken gibt es diesmal auch wieder ein Cover, „Turn to stone“, im Original von Joe Walsh (welches ich allerdings nicht kenne).

Nachdem uns der Musik-Gott mitgeteilt hat, dass bevor er die Sache in die Hand genommen hat, alles öde und leer war und er ziemlich alleine, geht es mit düster-dräuendem Gewaber los. Ziemlich lange wird der der Hörer so in einen düsteren musikalischen Sumpf gezogen, bis das Album eigentlich so nach den ersten zwei Minuten von „Deviant Burials“ mit einem fetten Gitarren-Riff so richtig durchstartet.

Ab da walzt die Musik aber über den Hörer hinweg, wie man das auf einem gepflegten Crippled Black Phoenix-Opus auch erwarten darf. Düstere, schwere, schwermütige Riffs donnern aus den Boxen, umhüllt von ebenso düsteren Synthie-Flächen und untermalt von schleppender Rhythmik. Gewaltige Klangkathedralen werden erschaffen in denen die dunkel-düsteren, balladesken Songs förmlich widerhallen.

Zwischendurch starten die Phoenixe immer mal wieder durch und rocken förmlich ab. Der Höhepunkt in dieser Disziplin ist ausgerechnet der Cover-Song, wo fast schon Hard-Rock'n'Roll geboten wird. Immer wieder schleicht sich mal ein elegantes Solo in die Musik, erklingen mal Bläser oder Streicher. Sprachsamples, Vocoder-Spielereien, flirrende Elektronik-Klänge sorgen für zusätzliche Gimmick-Akzente. So bleibt „Bronze“ über die ganze Laufzeit spannend, wenn auch durchweg düster und erdrückend. Keine Musik des fröhlichen Abfeierns, aber das hätte vermutlich auch niemand von Crippled Black Phoenix erwartet. Eher der perfekte Soundtrack zum gerade einsetzenden trüben und regnerischen Herbst.

Dunkle Monolithen sind die Stücke, aber nie ohne Hoffnung. Schon wegen der angenehmen Stimme von Daniel Änghede, der sich immer wieder aus den Tiefen des musikalischen Sogs nach oben kämpft. Wie Lichtstrahlen in finsterer Nacht erhellt Änghede das düstere Geschehen.

Das 'offizielle' Album endet mit „We are the Darkeners“, welches mit einer langen Pause am Schluss aufwartet, bevor die beiden Bonus-Tracks erklingen (so man denn die Digi-Pak-Ausgabe gewählt hat). Zwei Stücke, die das Niveau des Albums locker halten können und deswegen gar nicht so schamhaft am Ende ungenannt versteckt werden müssen.

Ein weiteres hervorragendes Album der Phoenixe. Eine Ode an Verlorenheit, Einsamkeit, Dunkelheit, Pink Floyd im Klanggewand von Black Sabbath, um die Stimmung mal zu beschreiben. Zusammen mit „Mankind“ der Höhepunkt in der Diskografie von Crippled Black Phoenix.

Anspieltipp(s): Champions Of Disturbance, Turn to stone
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.11.2016
Letzte Änderung: 17.11.2016
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


"Dunkle Monolithen sind die Stücke, aber nie ohne Hoffnung. Schon wegen der angenehmen Stimme von Daniel Änghede, der sich immer wieder aus den Tiefen des musikalischen Sogs nach oben kämpft. Wie Lichtstrahlen in finsterer Nacht erhellt Änghede das düstere Geschehen."

Gar lyrisch wurde unser Kollege Thomas in seiner Rezension des aktuellen CBP-Albums. Kann man durchaus werden, angesichts eines Albums, das derart auf Atmosphäre setzt wie "Bronze". Aber Thomas hätte hier nicht rezensiert, wenn er nicht auch hinter die Kulissen geschaut hätte. Äußerst treffend seine Charakterisierung des Albums als "Pink Floyd im Klanggewand von Black Sabbath" – besser kann man's kaum sagen.

CBP gehören bekanntlich zu jenen Bands, die ihre Alben derart überproduzieren, dass man vom Klang geradezu zugeschüttet wird. (Sch)Wall of Sound nennt sich das, und so klingen die Alben all dieser Bands so, als würde man andauernd gegen eine Mauer aus Schall donnern. Eine Schallmauer, sozusagen. Das ist natürlich ein ästhetisches Stilmittel, man kann es aber auch als einen Trick betrachten, der den Zweck hat, die musikalische Substanz durch unzählige Schichten beständig wummernden Klangs lediglich aufzumotzen. Tatsächlich geschieht das hier auch bei einer ganzen Reihe von Songs, bei "No Fun" zum Beispiel, oder bei "Rotten Memories", einem schlichten Blues, der mit allerlei Gimmicks, wie Thomas sie über mir schon angesprochen hat, und ebenjener hochgedrehten Lautheit aufgemotzt ist, die erst kurz vor der Übersteuerung Halt macht.

Aber es gibt auch anderes. "Deviant Burials" etwa, ein mehrteiliges Stück, das den eben genannten harmonisch weit überlegen ist, und dessen Rhythmus durch eingeschaltete 11er bzw. 7er-Takte (je nach Zählung) interessant wird. Aber wer der Band nichts Gutes unterstellen mag, kann auch das als bloßes Gimmick werten, als rhythmisches Gimmick eben.

Und auch die Länge der Songs macht's nicht. "Champions of Disturbance" etwa, einer der Neunminüter hier, hat einfach nur eine vierminütige Einleitung, die zur Substanz des Stückes überhaupt nichts beiträgt. Klar, zur Atmosphäre schon – aber diese Atmosphäre besteht aus kaum mehr als einem Akkord und darum herumgewundenen kleinen Girlanden, die jeweils aus kaum mehr als drei Tönen bestehen. Besonders raffiniert ist das nun wirklich nicht.

Man könnte hier aufhören. Diese Atmosphäre wird konstant durchgehalten, Gimmicks kommen und gehen, CBP entpuppen sich auch nicht mehr als Frickler, das Album bleibt, wie Thomas richtig schreibt, "durchweg düster und erdrückend". Oder musikalisch gesprochen: Es gibt viel Moll, viel auf 11 gedrehten Sound, viele Gimmicks, viel Produktion. Um es klar zu sagen: Das Verhältnis von Musik zu Produktion ist mir viel zu unausgewogen. Mich beeindruckt es weitaus stärker, wenn eine Band so eine Atmosphäre komponiert, als wenn sie sie bloß herbeiproduziert.

Ein paar schöne Momente sind für mich dann aber doch dabei – und es sind, wenig überraschend, die am wenigsten aufgeplusterten. "Turn to stone", das Thomas schon heraushob, gefällt mir – Prog ist es nicht. Wie so Vieles auf diesem Album.

Thomas spricht noch die beiden Bonustracks an und erwähnt, dass die das Niveau des Albums locker halten können. Ja, das stimmt – aber spricht das bei Bonustracks nicht eher gegen das Album als dafür?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.10.2017
Letzte Änderung: 12.10.2017
Wertung: 6/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Crippled Black Phoenix

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 200 tons of bad luck 11.00 1
2010 I, Vigilante 10.50 2
2012 (Mankind) The Crafty Ape 10.33 3
2012 No Sadness Or Farewell 11.00 1
2013 Live Poznan 12.00 1
2014 White Light Generator 11.00 1
2015 New Dark Age 9.00 1

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