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Emmett Elvin

Assault on the Tyranny of Reason

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; New Artrock; Psychedelic; RIO / Avant; sonstiges
Label: Bad Elephant Music / Bandcamp
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Emmett Elvin vox, piano, recorders, celeste, guitar, synth, bass, percussion, organ, rhodes, casserole, colander, wurlitzer, samples, crumar organ
Anna Tam cello
Alex Thomas drums
Chloe Herington bassoon
Sarah Anderson viola, violin
Daniel Friend flugelhorn, trumpet
Beverly Crome french horn, baritone horn, tenor horn

Gastmusiker

Emma Sullivan vocals
Elen Evans harp
Mark Cawthra cymbals
Kavus Torabi guitar
Josh Perl clarinet
Philipp Collin church organ

Tracklist

Disc 1
1. Morning March of Unreason 0:36
2. Boiling 3:48
3. Dysnomia - Full Moon 2:59
4. Heartbuster 6:00
5. Mars Is So Yesterday 5:12
6. Burma Wednesday 2:14
7. The Democracy They Deserve 3:12
8. AllWeAreIsLove 3:45
9. The Plankton Suite 4:22
10. Dozy Phantoms 3:34
11. The Curate's Eggnog 3:02
12. Assault on the Tyranny of Reason 5:01
13. Sphere of the Deceiver   (bonus track) 6:47
Gesamtlaufzeit50:32


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Emmett Elvin ist bekanntlich als Keyboarder mit Guapo, Chrome Hoof und Knifeworld unterwegs (und wenn es nicht bekannt war, dann ist es jetzt). Elvin kann aber einige Instrumente mehr spielen als Keyboards und das lebt er auf seinen Solo-Alben aus. Je nach dem, wie man die „Emmettronica“-Veröffentlichungen bewertet, ist „Assault on the Tyranny of Reason“ das zweite oder vierte Solowerk des Briten. Ich würde ja für das Zweite plädieren. Aber sei es wie es ist, Elvin ist wieder mit einem Solowerk zugange. Unterstützt wird er dabei von Musikern, die größtenteils schon beim Vorgänger „Bloody Marvels“ aktiv waren und die wie Elvin selbst meist aus dem Chrome Hoof / Guapo / Knifeworld-Umfeld kommen.

Und in gewisser Weise entspricht die Musik auf „Assault on the Tyranny of Reason“ dann auch den Erwartungen, die durch die Namensnennungen geweckt wird. Aber Emmett Elvin lebt seine eigene musikalische Welt aus, die weder besonders konsistent, noch schubladisiert, noch immer so einfach zu genießen ist. Grenzen, Schranken, gar Einschränkungen sind nichts, womit sich Elvin lang aufhält. Jazzrock, Kammerprog, lyrische schwebende Klänge, Alternative, veritabler Rock, schräges Riffen in der Tradition von King Crimson, Avant-Rock in der RIO-Nachfolge, atonale Klangkonstrukte und hin und wieder eine liebevolle Melodie (selten, aber doch), daraus braut Elvin seine verschrobenen Stücke. Die wirken nicht immer fertig und zu ende gedacht, atmen aber alle so einen liebenswerten anarchischen Charme.

Ist es am Anfang noch eher ruhig und gefühlvoll, so wird es spätestens ab „Heartbuster“ bewegter und ab „The Democracy They Deserve“ überschlagen sich quasi die Ereignisse. Mit der „Plankton Suite“ und dem nachfolgenden kraftvollen Rocker „Dozy Phantoms“ wird es dann auch richtig eckig und kantig. Die stärkste Phase des ohnehin sehr unterhaltsamen und auch ein bisschen fordernden Albums.

„Assault on the Tyranny of Reason“ ist ein wundersames Sammelsurium kreativer, teils verschrobener, teils abstruser, sehr eigener Rockmusik. Modern, unterhaltsam, fordernd, mitreißend, ungewöhnlich, Schubladen vermeidend und auch noch mit einer Portion Spaß gesegnet. Schön ist's, wenn Emmett Elvin so einfach frei Schnauze („von der Leber weg“, har har) musiziert.

Anspieltipp(s): The Democracy They Deserve, Dozy Phantoms ...reinhören via Bandcamp möglich
Vergleichbar mit: Elvin ist recht eigen, aber seine Stammbands sind durchaus in ähnlichen Universen zugange
Veröffentlicht am: 19.11.2016
Letzte Änderung: 19.11.2016
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Oh, ein Keyboarder-Soloalbum! Das kann leicht in die Hose gehen… Aber nicht bei Emmett Elvin, Tastendrücker in so unterschiedlichen Formationen wie Guapo und Chrome Hoof. So wie diese Bandnamen für Musik abseits gängiger Prog-Klischees stehen, so steht Elvins Soloalbum Assault on the Tyranny of Reason auch für Musik abseits üblicher Klischees von Keyboarder-Soloalben.

Nicht nur, dass Elvin neben den Tasten noch einige andere Instrumente bedient, die Hinzunahme einer ganzen Reihe weiterer Musiker, die größtenteils Instrumente aus dem Bereich der Klassik - Streicher, Holz- und Blechgebläse - beitragen, sorgt dafür, dass hier nicht einfach nur ein Egotrip geboten wird. Am meisten freilich sorgt dafür die Qualität der Musik, die wie ein Panoptikum verschiedener Stilarten progressiver Rockmusik wirkt. Mal kammermusikalisch instrumentiert und dabei bisweilen von impressionistischer Schönheit, dann wieder in Form kraftvoller, kantig-verquerer Rocker mit jazziger oder crimsoider Attitüde, zeigt uns Emmett Elvin, was man so alles jenseits des Mainstreams - auch des Prog-Mainstreams - musikalisch so veranstalten kann. Mit AllWeAreIsLove [sic] gibt es auch einen Ausflug in die Gefilde elektronischer Musik.

Dass das Album bei einer solchen stilistischen Bandbreite etwas zusammengeschustert wirkt (was nicht für die einzelnen Stücke gilt), lässt sich dabei ebenso verschmerzen wie die Tatsache, dass der Gesang nicht gerade Elvins Stärke ist. Dieser bleibt stets blass, wirkt manchmal wie gelangweilt. Oder war das beabsichtigt? Wie auch immer, als rein instrumentales Album hätte es mir noch besser gefallen. Aber auch so bietet Assault on the Tyranny of Reason dem Liebhaber kantiger Klänge ordentlich Stoff.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.12.2016
Letzte Änderung: 12.12.2016
Wertung: 11/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 3 von 3)


Der Titel ist „Programm“: einen Anschlag auf die Tyrannei des Verstandes bzw. der Vernunft hat Emmett Elvin hier nicht nur vorgehabt, sondern auch ausgeführt und präsentiert ein reichlich verstörendes, etwas verschroben und durchweg schräges Album.

Angefangen beim enigmatisch anmutenden Cover mit rätselhaften bildlichen Darstellungen über kryptische Annotationen bis hin zu teilweise nur über das „Dritte Ohr“ verständlich klingenden Tracks gibt einem das Werk und die Kompositionen so manche harte Nuss zu knacken.

Wenig eingängige Passagen wechseln zu mystisch mäandernden Klangformen mit Einsatz von stark jazzigen Trompeten und anderen Blasinstrumenten, dann wieder sind Ansätze von modernen Klassikeinflüssen und filmmusikalische Sequenzen zu hören, ruhige Momente werden durch harte Riffs brüsk beendet.

Auch in den wenigen mit Gesang performten Stücken wird mit expressionistischen Varianten gearbeitet: experimentell mit Recorder verzerrte Stimmen und irritierende Gesangslinien dominieren. Dabei ist EE’s Stimme im Grunde durchaus angenehm und recht interessant.

Ein ums andere Mal stürzt EE den Hörer sozusagen mit Anlauf und, so scheint es, voll diebischer Freude in den Abgrund seiner unkonventionellen Klanggebilde und nimmt dabei wenig Rücksicht auf eingefräste Melodievorstellungen oder „vernünftige“ Hörgewohnheiten. Zwar gibt es auf dem Album enorm viel zu entdecken – es auch zu mögen, ist etwas anderes.

Verlässlich scheint bei EE nur das Unerwartete zu sein. Also: expect the unexpected! Zurück bleibt ein leicht ratloser Rezensent, der sich nur mit Mühe in dieses vertrackte Werk reinfinden kann. Ein sicher interessanter und überwiegend anspruchsvoller Genrebeitrag, aber auch anstrengend und von daher nur mäßig unterhaltsam. Die Liner Notes enden übrigens mit der Bemerkung: „Don’t puncture the mummy“. Das ist vielsagend – irgendwie…

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.2.2017
Letzte Änderung: 13.2.2017
Wertung: 8/15
irgendwie interessant, aber nicht jedermanns Geschmack

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Emmett Elvin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Bloody Marvels 11.00 1

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