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Ingranaggi Della Valle

Warm spaced blue

(Tipp des Monats 3/2017)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: RetroProg; sonstiges
Label: Black Widow Records
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Davide Savarese Vocals, Glockenspiel, Rhodes
Mattia Liberati Hammond, Mellotron, Fender Rhodes, Minimoog, Piano, Vocals
Flavio Gonnellini Guitars, Vocals
Alessandro Di Siculo Guitars, Moog Minitaur, Mellotron, Synthesizers, Keyboards, Electronics, Vocals
Marco Gennarini Violin, Vocals
Antonio Coronato Bass
Shanti Colucci Drums, Percussion

Gastmusiker

Fabio Pignatelli Bass, Bass Effects (Track 1)
Florian Lechner Narrator (Track 2)
Stefano Vicarelli Modular Synthesis (Track5)
Paolo Lucini Flute (Track 6)

Tracklist

Disc 1
1. Call for Cthulhu: Orison 9:23
2. Inntal 10:35
3. Call for Cthulhu: Through the stars 3:16
4. Lada Niva 8:52
5. Ayida Wado 5:55
6. Call for Cthulhu: Promise 11:48
Gesamtlaufzeit49:49


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 3)


Die Zahnräder vom Tal drehen sich wieder! Na gut ... zugegeben, keine sehr geistreiche Einleitung. Aber bei dem Bandnamen muss man ja irgendeinen schlauen Spruch klopfen. Ingranaggi della Valle aus Rom legen mit "Warm spaced blue" also ihren Zweitling vor. Und ausgesprochen gut ist der geworden.

Erstaunlich gut. Denn, wenn ich dem Bandfoto in der Mitte des Beihefts irgendwo anders in einem musikalischen Zusammenhang begegnet wäre, hätte ich sicher nicht darauf getippt, dass diese Jungs solche Musik machen. Die sehen eher nach Boygroup aus … sind ja so viele und wirken sehr modisch, cool und gerade aus dem Ei gepellt. Geboten wird aber Prog, reinrassiger Prog, eine Art Retroprog, aber versehen mit einer eigenen, modernen Komponente.

Die Besetzung hat sich in den drei Jahren seit Erscheinen des Erstlings (siehe "In Hoc Signo") etwas verändert, doch ist die instrumentale Mischung dabei im Grunde dieselbe geblieben - die Tastenabteilung wurde aber etwas ausgebaut. Retroprogressives, oft doppelt besetztes Tastenwerk (natürlich inklusive Mellotron) wird mit jazzig-jubilierender E-Gitarrenarbeit vermengt, ergänzt um virtuosen Violineneinsatz und elektronische Einlagen, und voran getrieben von der kraftvollen Rhythmusabteilung. Dazu kommt der neue Sänger Davide Savarese, der aber eher selten zum Einsatz kommt, dann aber typisch italienisch-expressiv, wobei er allerdings immer englisch singt. Allzu sehr nach Italoprog klingt "Warm spaced blue" daher nicht.

Das Ergebnis ist ein dynamischer, sehr farbiger, abwechslungsreich instrumentierter und reichlich komplexer Prog, der mal härter rockt, mal jazzig-canterburyartig-verspielt voran tanzt, mal klassisch-retrosymphonisch rockt. Trotz der Lovecraft-Bezüge kommt die Musik eher gutgelaunt und munter daher, wobei es doch den einen oder anderen freiformatig-klangwabernd-elektronischen, leicht angedüsterten Moment gibt, insbesondere im kurzen "Through the stars". An einer Stelle im langen "Inntal" rezitiert zudem jemand namens Florian Lechner einen kurzen lyrischen Text mit zum Titel passendem, stark österreichischen (Inntaler?) Akzent. Wer weiss, welch interessante Geschichte hier dahinter steckt. Oder, hat die Band das nur eingebaut, weil es (für italienische Ohren - na gut, für die meisten deutschen auch) seltsam exotisch klingt?

Wie auch immer, "Warm spaced blue" macht wirklich Spaß und jeder an retro-modernem, komplex-vielfältigem Prog Interessierte, sollte die Scheibe dringend antesten. Vor 20 Jahren hätte dieses Album für einiges an Aufsehen in der Proggergemeinde gesorgt und den allmächtigen Änglagård ordentlich Konkurrenz gemacht. Inzwischen hat das Angebot an qualitätvollem zeitgenössischem Prog allerdings deutlich zugenommen, so dass es fast unmöglich geworden ist sich alle relevanten Alben zu Gemüte zu führen. Ich hoffe "Warm spaced blue" erfährt trotzdem die Aufmerksamkeit, die es verdient hat. Tolle Scheibe. Weiter so, Jungs!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.11.2016
Letzte Änderung: 21.1.2017
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 3)


Es gibt ja in den letzten Jahren wieder viel Italoprog. Da sind zum einen die Bands aus der fünften Reihe der 70er, die damals nur eine Studio-LP geschafft haben, und 1979 (oder '91) ein Live-Album in Bootleg-Qualität auf einem dubiosen Label, und deren Bassist sich vor ein paar Jahren mit dem Sohn des Schlagzeugers, dem Großneffen eines Schwippschwagers der Gattin des Texters (der damals immer im Hintergrund geblieben war) und ein paar Hilfsarbeitern zusammengetan hat, um im Club Cittá in Tokyo vor einer Handvoll ekstatischer Japaner noch einmal jenes legendäre Studioalbum aufzuführen, das keiner kennt. Und da sind zum anderen junge Einundzwanzigjährige, die professionelle 79-Minüter aufnehmen, die sehr kompetent und doch überaus anstrengend zu hören sind. Ich musste mich am Samstag durch solch ein Album hören, "Avenoth" von La Bocca della Verità, ein echt gutes Album, aber auch ziemlich schwerfällig. (Aber der Anlass war schön!)

Und dabei gibt es doch Ingranaggi Della Valle! Kollegen! Wieso kennen alle diese Alben - außer mir?!? Ihr müsst mir doch mit solchen Alben DAS INNENOHR PFÄHLEN, bis der Steigbügel klöppelt! Wofür hammer Euch.

Schließlich.

Wundervolle Scheibe. Und wie Achim sagt: Die Zahnräder vom Tale (ich wette, wenn die Deutsch könn(t)en, würden sie auf das Dativ-e bestehen) drehen sich wieder. "Du kchennst des Schickchsoi des Di erwochtet". Das Album ist Retroprog, ja, aber Ingranaggi Della Valle sind eigenständig, weit entfernt von dem Malen-nach-Zahlen vieler ihrer Lanzleute (da springt doch noch'n Bandname raus, oder? I Dipinti dei Numeri?), wuchtig in ihrem Orgelprog, locker in ihren jazzigen Passagen, lyrisch in den Gesangsparts - kurz: Eine tolle Scheibe. Wäre schade, wenn sie in der derzeitigen Flut guter Veröffentlichungen unterginge, und ungerecht, wenn Reißbrettprog dieses Album überflügelte. Achim hat recht, das ist durchaus was für Retroprog-Fans mit Anspruch, Änglagård-Fans zum Beispiel. Reinhören lohnt sich!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Ja, warum nicht Änglagård.
Veröffentlicht am: 14.2.2017
Letzte Änderung: 15.2.2017
Wertung: 12/15
Du kchennst des Schickchsoi des Di erwochtet!

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Cthulhu ist ein vor mehreren hundert Millionen Jahren auf die Erde gekommenes Wesen von großer Macht, das durch einen Fluch in der versunkenen Stadt R’lyeh im Pazifischen Ozean in todesähnlichem Schlaf gefangengehalten wird. Es wird wieder auferstehen, wenn die Sterne richtig stehen, um dann erneut seine Schreckensherrschaft über die Erde auszuüben, was letztendlich den Tod allen Lebens auf der Erde bedeuten würde.

Erkenne deine Feinde werden sich wohl auch Ingranaggi della Valle gedacht haben, als sie diesem Wesen eine dreiteilige Suite gewidmet haben. Oder haben die Jungs zu viel „Hearthstone“ gespielt, dieses süchtig machende Kartenspiel im Netz? Na egal, jedenfalls haben sie die passende Musik zu diesem Schreckenswesen geschrieben. Schaurig und schön, also schön schaurig. Ob sie das mit elektronischem Schnickschnack oder mit echten analogen Instrumenten interpretieren spielt dabei keine Rolle. Die Band schafft es mit Leichtigkeit einen gewissen Horror in ihrer Musik zu verstecken.

Dass die Stimme dabei nur eine untergeordnete Rolle spielt ist schade, da der neue Sänger Davide Savarese eine absolut tolle Gesangsstimme besitzt die selbst höchste Höhen locker beherrscht. Andererseits ist es aber auch der Beweis, dass die Musik auch so funktioniert. Die Kompositionen wirken erstaunlich erwachsen und entführen den Hörer durch alle erdenklichen Höhen und Tiefen der menschlichen Gefühlswelt. Dabei sind die Tracks immer stringent und wohl durchdacht, befeuern zwar das Hirn zum aufmerksamen Zuhören, überfordern den Fan aber nicht. Diese Gratwanderung ist schwer zu realisieren und gelingt nicht jeder Band.

Ingranaggi della Valle haben hier ein hervorragendes Album geschaffen zwischen Retroprog, Jazz, elektronischen Experimenten und sinfonischen Anleihen. Das macht Spaß und gefällt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.4.2017
Letzte Änderung: 9.4.2017
Wertung: 12/15
Respekt für diese noch junge Band

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ingranaggi Della Valle

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 In Hoc Signo 12.00 3

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