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Il Rumore Bianco

Antropocene

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Fading Records (AltrOck)
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Alessandro Zara Gesang
Thomas Pessina Keyboards
Michele Zanotti Gitarre, Tenorsaxophon
Giacomo Banali Gitarre
Alessandro Danzi Bass

Gastmusiker

Andrea Sbrogiò Schlagzeug (1,2,3,5,6,7)
Umberto Sartori Schlagzeug (4)
Federico Lonardi Gitarre (3,6)
Eddy Fiorio Synthesizer (1,2,5,6,8)

Tracklist

Disc 1
1. Al crepuscolo dell'anima 5:17
2. Mediocrazia 7:17
3. Il capitale umano 7:52
4. Tempio pallido 6:40
5. Tephlon (Club) 5:06
6. Il giudice e il bugiardo 9:26
7. Antropocene Pt I 1:54
8. Antropocene Pt II 6:24
Gesamtlaufzeit49:56


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Drei Jahre nach ihrer Debüt-EP bringt die Veroneser Formation Il Rumore Bianco mit Antropocene ihr erstes Vollzeitalbum heraus, für das sie beim Mailänder Label AltrOck bzw. dessen Sublabel Fading Records gelandet sind. Der Grund für die relativ lange Pause könnte in den Umbesetzungen liegen - drei Musiker des ursprünglichen Sextetts, darunter Sänger Eddy Fiorio, sind nicht mehr dabei, tauchen lediglich noch unter den Gastmusikern auf.

Mit Al crepuscolo dell’anima geht es ziemlich rockig los, aber diese Song bleibt eine Ausnahme, auch wenn es im weiteren Verlauf des Albums immer wieder härtere Passagen gibt. Ansonsten kombinieren die Veroneser auf gelungene Weise retroprogressive und moderne Klänge, bei denen auch Jazz eine gewichtige Rolle spielt. Entsprechend abwechslungsreich sind die Songs aufgebaut; da stehen jazzige Läufe des E-Pianos neben kernigen, crimsoiden Gitarrenriffs, zu denen kräftig in die Schweineorgel gehauen wird, und zwischendurch darf es auch mal etwas wohlig-symphonisch werden. Letzteres kommt eher selten vor, nur in Tempio pallido herrscht etwas zu viel Flauschigkeit; das bleibt aber ein Einzelfall, schon im folgenden Tephlon geht es wieder kantiger zur Sache, wenn Gitarrist Zanotti ins Tenorsaxophon bläst und dabei die Musik etwas nach Van der Graaf Generator klingen lässt. Natürlich liegt das nicht alleine daran, dass ein Saxophon benutzt wird, aber es finden sich in diesem Song immer wieder Passagen, bei denen man sich an die frühen VdGG erinnert fühlt.

Der neue Sänger Alessandro Zara hat die dazu passende Stimme: in etwas höheren Lagen angesiedelt (aber nicht zu sehr), kräftig und gelegentlich mit der für italienischen Prog unverzichtbaren Theatralik (auch davon nicht zu viel). Somit ist Antropocene ein schönes Debüt (ich bezeichne es einfach mal als das „richtige“ Debüt) einer weiteren vielversprechenden Band aus Italien.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.12.2016
Letzte Änderung: 23.12.2016
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Als Anthropozän wird von einigen Wissenschaftlern die derzeit aktuelle geochronologische Epoche auf der Erde bezeichnet, eben jene, in der der Mensch zum vorherrschenden Einflussgeber auf die auf unserem Planeten ablaufenden, vor allem biologischen Prozesse geworden ist. Il Rumore Bianco aus Verona haben diese Thematik offenbar zum Konzept ihres ersten Volllängenalbums gemacht. Dementsprechend geht es hier vornehmlich darum, was der Mensch seinem Planeten und den drauf lebenden Kreaturen so alles antut. Wie das Cover andeutet, ist dabei damit zu rechnen, dass er dabei seinen Lebensbaum selbst fällt.

Trotz der eher düsteren Thematik und der in entsprechenden Farbtönen gehaltenen Cover- und Beiheftgestaltung, kommt die auf "Antropocene" zu findende Musik eher gutgelaunt und melodisch aus den Boxen, allerdings oft angereichert mit typisch italienischer Theatralik. Einen sehr jazzrockigen Retroprog gibt es hier zu hören, bestimmt von E-Gitarre und Tasten, oft einer E-Orgel, und thematisch verziert mit allerlei Saxeinlagen. Inspirationen seitens Crimson und Van der Graaf Generator – von Jochen weiter oben als stellenweise feststellbare Vergleiche angeführt – kann man in der Tat bisweilen heraushören. Ansonsten spielen Il Rumore Bianco einen dynamischen, abwechslungsreich instrumentierten Jazzprog, den man mit der auf den rezenteren Alben von Deus Ex Machina zu findenden Musik vergleichen könnte, zumindest vom stilistischen Ansatz her, ist doch das verwendete Instrumentarium etwas verschieden. Bei Il Rumore Bianco dominieren neo- bzw. retroprogressive Tastenklänge deutlicher das Geschehen. Blues und härteres Rocken fehlen dagegen (und natürlich die Geige).

Bei beiden Formationen ist zudem ein ausdrucksstarker Sänger tätig. Alessandro Zara ist noch ein Stück theatralischer tätig als Alberto Piras, hat oft diese sehr italienische Affektiertheit in der Stimme, diesen dreckig-coolen Machoanstrich, der mir nicht sonderlich zusagt. Ich finde daher nicht, dass er die zur Musik passende Stimme hat. Aber, das ist sicher Geschmackssache.

An dieser Musik ist ansonsten nicht viel auszusetzten. Es wird abwechslungsreich und kompetent gejazzproggt, retro-modern, komplex verschachtelt, und sehr druckvoll und dynamisch produziert ist das Ganze auch. Überbordend originell ist die Musik dabei nicht, ist hier doch kaum etwas zu hören, was in den letzten 40 Jahren Jazzrock- bzw. Proggeschichte nicht schon zu hören war. Aber, das trifft auf viele (die meisten) heutigen Retroprogproduktionen zu und gut gemacht ist "Antropocene" (bis auf den Gesang). Die kürzlich erschienenen Scheiben von Ingranaggi Della Valle, Macroscream, Promenade und auch "Devoto" (um bei italienischen Produktionen zu bleiben) haben mir allerdings eine Spur besser gefallen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.1.2017
Letzte Änderung: 7.1.2017
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Il Rumore Bianco

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Mediocrazia 11.00 3

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