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Strange Attractor

Everything Is Closer

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Ambient; ArtPop; Canterbury; Jazzrock / Fusion; Moderne Electronica; RIO / Avant
Label: Music for Speakers
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Richard van Kruysdijk electronics, synths, soft synths, samples, guitar, drums, percussion, DX27, Moog rogue, thumb piano
Niels van Hoorn soprano saxophone, tenor saxophone, bass saxophone, bass clarinet, flute, boomerang, EMS VCS3, Farfisa organ

Gastmusiker

Marie-Claudine Vanvlemen vocals, backing vocals
Jeroen van Vliet Fender rhodes
Edward Capel treated & acoustic alto clarinet
Edward Ka-Spel vocals
Richard Sinclair vocals, fretless bass

Tracklist

Disc 1
1. Rorschach   (Heritage 1.01 Remix) 4:54
2. Black Earth 5:01
3. Alpha 1:48
4. Omega 4:31
5. Simulacra 3:27
6. The Mind Travels Further Than The Body 1:26
7. Never Say Never 4:15
8. In The End It's All Pretend 5:07
9. Dreamtime 6:13
10. Scrap Metal 3:11
11. Fishface 5:16
12. 26 September 2:05
13. Five Below Nothing 3:59
14. Melancholy Station 4:22
15. Undone 4:07
16. Fifteen Years Of Sorrow 6:20
Gesamtlaufzeit66:02


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Strange Attractor ist (oder wohl eher war) ein Projekt der niederländischen Musiker Richard van Kruysdijk und Niels van Hoorn (lange Zeit bei den Legendary Pink Dots aktiv). Auf dem Album „Everything Is Closer“ von 2006 veröffentlichen sie eine Zusammenfassung ihrer beiden 2004 und 2005 erschienen LPs Rorschach I“ und „Rorschach II“. Auf der CD sind allerdings mehr Stücke als auf den beiden LPs enthalten und die Reihenfolge wurde geändert.

Neben van Kruysdijk und van Hoorn sind noch einige Gastmusiker aktiv, bei denen natürlich der Name der Canterbury-Legende Richard Sinclair heraussticht, der auf einem Track singt, auf einem anderen Bass spielt.

Die Musik auf „Everything Is Closer“ ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Was neben den Besonderheiten vermutlich auch daran liegt, dass es nicht unbedingt so „meine“ Musik ist. Van Kruysdijk ist für allerlei elektronische Manipulationen und Tasteneinsatz verantwortlich, van Hoorn im wesentlichen für allerlei Gebläse, wobei vor allem die tiefönenden Klarinetten und Saxophone souverän daherröhren.

Die zwei Musiker entspinnen ein dichtes, aber leichtfüßiges Geflecht aus elektronischen Klängen, sanften Trip-Hop-Beats, loungigen Jazz-Klängen, Ausflügen in das Land von Canterbury, leicht schrägen Art-Pop und gelegentlichen – gerade gegen Ende des Albums – Ausbrüchen in avantgardistische Klangbereiche. Fragile Song-Gespinste, mal verträumt, mal unverschämt melodiös-poppig, dann wieder verschroben und schräg. Von „Everything Is Closer“ geht eine seltsam hypnotische Wirkung aus, die eigenartige Musik der Niederländer umhüllt den Hörer und trägt ihn fort in eine andere, träumerische Welt. Interessant auch die teils ungewöhnliche Rhythmik, welche den Stücken unterlegt ist… kein reales Schlagzeug hier, aber spannende Programmierung, das hört man auch nicht alle Tage.

Wenn Marie-Claudine Vanvlevem singt, dann geht es schnell in Richtung Jazz-Pop, wenn hingegen die Herren am Mikro sind, dann wird es eher schräg und auch mal ein bisschen rau.

Zwischen sanft, verschroben, zart, schräg und auch mal rau und heftig entsteht ein recht eigenwilliger Klangkosmos, der nirgends so richtig passen will. Vielleicht oder eben vermutlich deshalb strahlt „Everything Is Closer“ so einen Charme aus, der das Album sympathisch und schwer widerstehlich macht.

„Entdeckt“ habe ich das Album über einen Tipp in der [progrock-dt]-Facebook-Gruppe (Danke, Sal!) mit dem Hinweis „kostenlos und sehr gut“… in der Tat, das Album gibt es als kostenlosen Download. Allerdings auch als physische CD (die dann natürlich etwas kostet) mit hübschem Artwork und ebenso hübschem Booklet im Jewel-Case und Pappschuber.

Anspieltipp(s): Black Earth, Simulacra
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.1.2017
Letzte Änderung: 10.1.2017
Wertung: 10/15

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