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Fvnerals

The Light

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Ambient; Moderne Electronica; Postrock
Label: Throne Records / Eerie Echoes Records / The Native Sound
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tiffany Strom Gesang, Bass, Synthesizer
Syd Scarlet Gitarre

Tracklist

Disc 1
1. Oath 4:32
2. Vakna 5:48
3. Aryd 5:11
4. Shine 5:27
5. Tiga 3:33
6. Closer 5:07
7. The Light (Part I) 3:36
8. The Light (Part II) 5:55
Gesamtlaufzeit39:09


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Tiffany Strom und Syd Scarlet trafen sich 2013 in Brighton, kamen wohl irgendwie ins Gespräch, beschlossen dann, gemeinsam Musik zu machen und traten also - samt stylischem Latein-U im Namen - als Fvnerals auf. "The Light", datierend vom Herbst 2014, ist nach einer EP mit dem Titel "The Path" das erste Album dieses Duos (die Facebook-Seite benennt noch einen Schlagzeuger namens Chris als Mitglied, dessen Name allerdings abgesetzt von Tiffany und Syd steht), das uns ein Leser vorgeschlagen hatte - da höre ich mir doch mal an, was dabei herauskommt, wenn Gesang, Gitarre und Synthesizer aufeinandertreffen, um - so die Selbstbeschreibung - "elements of doom, post-rock, shoegaze and dark ambient" zu vermischen.

Wenig überraschen dürfte dabei, dass diese Mischung zunächst einmal in vergleichsweise langsamer, minimalistischer Musik resultiert. Schon im Opener "Oath" wird auf der düsteren Gitarre ein Arpeggio so langsam gespielt, dass in den 30 Sekunden, die es dauert, bis erstmals der vorwiegend zurückhaltend-gehauchte, später dagegen mehrstimmig aufgenommene Gesang von Tiffany zu hören ist, gerade mal 8-10 Töne auf diesem Instrument angeschlagen werden. Später gibt es ähnlich spärlich gehaltene Einsätze von Bass, Schlagzeug und heulenden Ambient- oder TripHop-Sounds, und nach zweieinhalb Minuten treten zudem noch gewichtige E-Gitarren im Sludge-Sound ins Bild. Kein Zweifel: Bei allem Minimalismus gelingt es Fvnerals, ähnlich packende Musik zu spielen (nein, ich halte viel zu wenig von Marketing, um hier Verben wie "zelebrieren" oder "performen" einzusetzen) wie stilistisch verwandte Bands der Kohorte Sunn O))), Earth oder Buried At Sea.

Ist hiermit schon genug zu "The Light" gesagt? Vermutlich schon, aber die anderen Lieder haben ebenfalls ihre Würdigung verdient. Denn es ist mitnichten so, dass die Musik auf diesem Album einförmig oder wandlungsarm wäre. Im Gegenteil: Der allgegenwärtige Minimalismus macht es möglich, dass schon kleine Änderungen an den verwendeten Mitteln den Stücken trotz eines ähnlichen Klangbilds einen ganz anderen Charakter verleihen. So fällt "Vakna" mit seinen echoenden Riffs auf der Klargitarre und stärkerem TripHop-Einfluss samt eines schleppenden Schlagzeugs ungleich optimistischer aus als der Opener, und "Arayd" wirkt mit einer schnelleren Gitarrenfigur, die zudem Nuancen von Blues oder "Spiel mir das Lied vom Tod" einbringt, direkt lebhaft. In diesem Stück ist es übrigens ebenso bemerkenswert, dass mit einfachsten Mitteln schon so etwas wie eine Reise vertont wird: Am Anfang gibt es nur eine "Planet Caravan"-artige Tom-Percussion, wohingegen der Refrain auch mal mit Becken unterlegt wird.

Weitere Entwicklungen im Fortgang von "The Light" finden sich dann noch in "Shine", wo tatsächlich mal richtige Akkorde an die Stelle des Arpeggios treten, Orgel-artige Sounds zur Begleitung herangezogen werden und der Rhythmus sogar mal für den Gesang einlegt. Ebenso wird in "Closer" tatsächlich mal so etwas wie artikulierter, sprich: "gesungener" Gesang eingesetzt, der kurzzeitig sogar solieren darf. Und im ersten Teil des Titeltracks werden feierliche Klänge über einen dröhnenden Ambient-Hintergrund gelegt, was überraschenderweise an "Irrlicht" von Klaus Schulze erinnert, wo damals die Elektronik ebenso dröhnte, während obendrüber das verzerrte Orchester formlos, aber packend jubilierte. Eine frappierende Feststellung gibt es noch etwas davor, und zwar wirkt "Tiga", das auf rhythmische Percussion verzichtet, wie eine Ballade. Was ziemlich groteks wäre auf einem Album voller langsamer und leiser Songs.

So weit, so gut - Fvnerals debütieren also mit minimalistischer, aber spannender Musik irgendwo zwischen Postrock, TripHop, Ambient und Drone. Das ist eigentlich auch eine makellose Angelegenheit, aber bevor ich hier den Daumen hebe, noch eine nicht minder merkwürdige Feststellung: Zweimal überschreiten Tiffany und Syd gewisse Grenzen. So fällt eben in "Shine", das sich ja mit "vollen" Akkorden und Orgelbegleitung so etwas wie einem "richtigen" Lied angenähert hatte, negativ auf, dass ein solches Lied dann irgendwie doch nur aus zielloser Dümpelei bestehen würde. Das gleiche Spielchen wiederholt sich dann am Ende in "The Light (Part II)" und macht dabei deutlich, dass zum hörbaren Minimalismus auch ein gewisser Fokus auf die einzelnen, prägenden Elemente gehört. Stehen dagegen die gewichtigen Akkorde oder der Gesang nicht im Mittelpunkt, dann verschwimmt alles, und die ganze Wirkung löst sich wie ein Tintentropfen im Wasserglas auf. Das nur als Warnung - denn ansonsten ist "The Light" ein gelungener Einstand, der zum genussvollen Hören einlädt.

Anspieltipp(s): Aryd, Oath, The Light (Part I)
Vergleichbar mit: irgendwo zwischen Postrock, Sludge und TripHop - aber eben ziemlich eigen.
Veröffentlicht am: 12.1.2017
Letzte Änderung: 11.1.2017
Wertung: 10/15
Kleiner Abzug für die schwächeren Momente, ansonsten ziemlich konsistent

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2016 Wounds 8.00 1

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