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Tohpati Ethnomission

Mata Hati

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: Moonjune Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tohpati Guitar
Indro Hardjodikoro Bass
Demas Narawangsa Drums
Endang Ramdan Percussion
Diki Suwarjiki Suling Flute,Tarompet

Gastmusiker

Czech Symphony Orchestra

Tracklist

Disc 1
1. Janger 6.29
2. Pelog Rock 5.27
3. Tanah Emas 5.17
4. Mata Hati 6.37
5. Berburu 6.43
6. Rancak 4.34
7. Reog 6.52
8. Pangkur 4.32
9. Amarah 5.02
Gesamtlaufzeit51:33


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Auch das zweite Album von Tohpati Ethnomission präsentiert eine farbenfrohe und nuancenreiche Verschmelzung von Jazz-Rock und Prog mit der sog. World Music. In diesem Fall steht World Music natürlich für die Elemente der indonesischen Volksmusik. Diese werden unter anderem durch den Einsatz der Suling Flute (indonesische Bambusflöte) und durch diverse Perkussionsinstrumente getragen.

Als Opener dient das zum exotischen Tanz einladende „Janger“, das durch die wohligen Streicher von Czech Symphony Orchestra überrascht. Solche Arrangements erinnern mich ein wenig an die Zeit von „Roots to branches“ von Jethro Tull, als Ian Anderson sich verstärkt mit fernöstlicher Musik befasste.

„Pelog Rock“ besticht durch die virtuosen und energetischen Themen, die gleichermaßen etwas von Fusion und von Progmetal haben. „Tenah Emas“ verströmt stattdessen einiges an der berühmt-berüchtigten Fusion-Leichtigkeit. Das Abgleiten in die Fahrstuhlmusik-Regionen scheint jedoch in weiter Ferne zu liegen. Für diesen Eindruck sorgen die flotten Melodien, die von der Gitarre und Flöte unisono dargeboten werden.

„Mata Hati“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, wobei es auch hier in erster Linie um schöngeistige Melodien und weniger um solistische Leistungen der Bandmitglieder geht. Von daher verstehe ich diese Musik als progressive Fusion, weil das Durchkomponierte an erster Stelle steht, sehr oft mit jazziger Leichtigkeit vorgetragen.

Zu der Gitarre und Flöte, die üblicherweise die Themen des Albums unisono anstimmen, kommt in „Berburu“ noch Marimba hinzu. In „Rancak“ wurde die elektrische Gitarre durch die akustische ersetzt. In „Reog“ und „Pangkur“ kontrastieren die rockigen Passagen mit schwungvollen Ethno-Prog-Fusion-Einfällen.

In den letzten drei Stücken des Albums bekommen diverse Perkussionsinstrumente mitsamt Schlagzeug ihre kurzen Solospots. In dem abschließenden „Amarah“ wird es dann richtig prog-metallisch. Es findet hier eine reizvolle Begegnung zwischen harten Gitarren und melodischen Flöten statt, alles natürlich mit einer gewissen Ethno-Jazz-Rock-Schlagseite . Die spärlich verstreuten Gitarren- und Bass-Soli dienen durchweg eher den Kompositionen, statt sich in den Vordergrund zu drängen. Fast wünschte ich mir manchmal ein längeres Gitarrensolo von Tohpati.

Insgesamt liegt mit „Mata hati“ also ein ansprechendes Beispiel für erstklassigen Ethno-Fusion-Prog vor.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.2.2017
Letzte Änderung: 1.2.2017
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Erstklassigen Ethnoprog hört Kollege Siggy auf Tohpati Ethnomissions Scheibling "Mata Hati" (nicht Hari)!

Ich auch! Vermutlich weil erstklassiger Ethnoprog auf Tohpati Ethnomissions "Mata Hati" ist! Die Band vereint in ihrem Stil (ichsachgetzma Ethnoprog sachichgetzma) Jazzrock, Prog und eben Ethno (ist der Ausdruck eigentlich nicht irgendwie rassistisch? Oder? Ist deutsche Volksmusik Ethno? Ich find schon.). Je nachdem, welcher Anteil stärker hervortritt, ist das Ergebnis mal eher dancey ("Tanah Emas"), eher fluffy "Mata Hati" oder eher proggy "Pelog Rock" - oder eher ethny oder eher metal-y. "Amarah" ist Blutwurst!

Wobei, das sei gleich gesagt, der gemeine Progfan nicht tanzen kann, und Sachen wie "Mata Hati" doch eher unangenehm an Ian-Anderson-Soloalben aus den 80ern erinnern. Zum Glück gibt es Stücke wir "Berburu", das zwischen all diesen Stilen vermittelt, und von Tohpati darüber hinaus mit einem ganz fantstischen Jazzrocksolo verzaubert wird - zum Zungeschnalzen.

Trotzdem, Sachen wie eben "Mata Hati" oder "Rancak" sind mir ein wenig zu seicht. Gut dass das gleich von "Reog" gefolgt wird, einem proggigen Stück, das sogar mit waschechten Rockriffs aufwarten kann. Klasse!

Ach, und "Amarah" ist Blutwurst!

Wo sind die her? Indonesien! Tohpati spielt auch bei simakDIALOG! Ja dann ist ja alles klar. Klasse Jazzrockformation. Und überhaupt, Indonesien, da stammte eine der spannendsten Progbands der Jahrtausendwende her: Discus! Lohnt sich also, dieses Land und seine Prog- - öhrm - Szene zu entdecken. Tohpati Ethnomission jedenfalls kann ich nur empfehlen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.11.2017
Letzte Änderung: 18.11.2017
Wertung: 12/15
Ne Freundin von mir war kürzlich Indonesien.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tohpati Ethnomission

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Save The Planet (Selamatkan Bumi) 11.00 2

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