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Requiem

For A World After

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1981 (Reissue 2016, Mental Experience)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Krautrock
Label: Daviton
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Georg A. Speckert Keyboards, Synthesizers, Sequencer, Rhythm Machine, Electronics
Massimo Grande Guitar

Tracklist

Disc 1
1. Destruction 9:21
2. Devastation 11:06
3. Realisation 5:02
4. Revelation 5:17
5. Construction 4:21
6. Creation 5:09
Gesamtlaufzeit40:16


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Requiem war im Grunde ein Soloprojekt des Exil-Amerikaners Georg A. Speckert, der allerdings seit Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts in Deutschland lebt und sein Geld vornehmlich als Musiklehrer verdiente, zuletzt als Direktor der städtischen Musikschule von Hannover (seit 2014 ist er offenbar in Pension). In der zweiten Hälfte der 70er Jahre entdeckte der studierte Bratschist die Elektronische Musik, inspiriert von diversen deutschen und französischen damals in diesem Bereich tätigen Bands und Musikern, und beschloss selbst in dieser Richtung tätig zu werden.

Anfang der 80er Jahre spielte er jedenfalls, unterstützt von dem italienischen Gitarristen Massimo Grandi und dem ebenfalls in Deutschland lebenden Produzenten, Synthesizerexperten und Toningenieur David Cassidy (nein, nicht DER David Cassidy), ein Album mit elektronischer Musik ein, welches 1981 auf Cassidys Label Daviton unter dem Titel "For A World After" veröffentlicht wurde. Das im Vinyl-Original sehr seltene Album wurde Ende 2016 von Guerssen Records (auf dem Unterlabel Mental Experience) auf LP und CD neu aufgelegt.

Krautige Elektronik kommt hier aus den Boxen, erzeugt von allerlei analogen Synthesizern, Spaet-70er-Keybords und Sequenzern, verziert mit diversen E-Gitarrenklängen und zudem versehen mit verschiedenen rhythmischen Mustern, erzeugt von einer primitiven Rhythmusmaschine. Basierend auf einer damals aktuellen Kalte-Krieg-Thematik, das Ende der Welt (in "Destruction" durch allerlei elektronische Kriegsgeräusche in Ton gesetzt) und was danach kommt beschreibend, kommen hier leicht angedüsterte, mit zunehmender Spielzeit (zumindest ab "Construction") aber vermehrt melodisch-hymnische, voluminös-klangwabernde, auf- und abwogende, perlend dahin gleitende Elektronikgemälde aus den Boxen, meist dezent voran getrieben von sich eher im Hintergrund bewegenden Rhythmusmustern.

Recht abwechslungsreich und farbig, impressionistisch und versehen mit spacig-sphärischen Gitarrenlinien erinnert diese Musik eher an die Weserbergland-Schule als an Berlin, gemahnt zudem etwas an Jean Michel Jarre, arbeitet sich aber sperriger und krautiger voran. Ein paar jazzige Tasteneinsprengsel sorgen zudem, vor allem gegen Ende des Albums weiter für eigenen Charakter.

"For A World After" biete alles in allem eine sehr originelle krautig-einfallsreiche Elektronik (auch wenn keiner der Beteiligten in Deutschland geboren wurde), die sich Liebhaber des Genres, insbesondere Freunde von Cluster und des Soloschaffens von Moebius und Roedelius, nicht entgehen lassen sollten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.2.2017
Letzte Änderung: 13.2.2017
Wertung: 11/15

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