SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
25.5.2017
Damanek - On Track
Mike Oldfield - Amarok
24.5.2017
Starchitect - Shift
Amorphis - Elegy
Fish - Sunsets on Empire
23.5.2017
Shamblemaths - Shamblemaths
Zauss - Trittico Immer All Over
Kaprekar's Constant - Fate Outsmarts Desire
Tussk - Tussk
22.5.2017
Free Salamander Exhibit - Undestroyed
Expired Utopia - Expired Utopia
Mike Oldfield - Crises
Mumpbeak - Tooth
21.5.2017
Sendelica - Lilacs Out Of The Deadlands
Orchestra of the Upper Atmosphere - Θ3
Below The Sun - Alien World
20.5.2017
Moon Duo - Occult Architecture Vol. 2
Zauss - Trittico Immer All Over
ARCHIV
STATISTIK
23471 Rezensionen zu 16033 Alben von 6222 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Tim Bowness

Lost in the Ghost Light

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Ambient; ArtPop
Label: InsideOut Music
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tim Bowness Vocals, Backing Vocals, Synths and Rhythm Programming (6)
Colin Edwin Electric, Fretless and Acoustic Bass Guitars
Bruce Soord Guitars (1, 3, 5, 7, 8), Backing Vocals (1)
Hux Nettermalm Drums (1, 2, 5)
Stephen Bennett Keyboards, Additional Guitars (1, 2, 4, 5)
Andrew Booker Drums (3, 4, 7, 8)

Gastmusiker

Ian Anderson Flute (8)
Kit Watkins Flute (1, 6), Waterphone (6)
Andrew Keeling String Arrangements (3, 4, 5), Flute (3, 4, 5), Acoustic Guitars (4)
Steve Bingham Violin (7, 8)
David Rhodes Guitar (3)
Charlotte Dowding Violin Ensemble (3, 4, 5)
Pete Smith Rickenbacker Bass (7)

Tracklist

Disc 1
1. Worlds of Yesterday 5.41
2. Moonshot Manchild 8.58
3. Kill the Pain that's killing you 3.44
4. Nowhere good to go 4.46
5. You'll be the silence 9.01
6. Lost in the Ghost Light 1.41
7. You wanted to be seen 5.32
8. Distant Summers 4.06
Gesamtlaufzeit43:29


Rezensionen


Von: Marc Colling @ (Rezension 1 von 2)


Olala würde der Franzose beim Lineup von Tim Bowness neuem Solowerk sagen. Wer da alles wieder in seiner Band mitspielt, das ist schon beachtlich. Und als wenn das noch nicht reichen würde schiebt er noch einige Gastmusiker der ersten Kategorie dazu. Siehe oben. Nach 25 Jahren im Musikbusiness hat er sich einen guten Namen gemacht durch seine vielseitigen Kollaborationen. Ob mit Steven Wilson im Duo No-Man, Phil Manzanera, Peter Hammill, Robert Fripp oder Banco De Gaia. Immer wieder taucht er auf Soloprojekten dieser Künstler auf und hinterlässt seinen Fußabdruck.

Doch das will ja noch nicht heißen, dass uns der Sänger auch ein gutes Album präsentiert. Zu oft wurde ich von namhaften Musikern enttäuscht die nicht das hielten, was man sich von ihnen versprach. Doch Bowness überlässt nichts dem Zufall und so schrieb er die Texte schon mal selbst. Das Konzeptalbum handelt über einen Rockstar der sich so seine Gedanken macht über das, was auf sowie hinter der Bühne abläuft. Auch die Veränderung des Fanverhaltens im Musikkonsum (Streaming, immer älter werdend, jüngere Künstler ziehen nach und sind erfolgreicher) ist ein wichtiges Thema für den Musiker.

Für mich persönlich ist aber vor den Texten immer noch die Komposition das Wichtigste. Gute Musik mit mittelmäßigen Texten geht ja noch, aber umgekehrt? Knüpft er also an seinen überaus gelungenen Vorgänger „Stupid things that mean the world“ an? Ja, das tut er absolut. So viel schon mal vorweg. Behutsame Entwicklung durch den Einbau von 2 längeren Tracks die Raum bieten für u. a. schöne Gitarrensoli.

YOU'LL BE THE SILENCE ist ruhig, klingt erhaben und wirkt beruhigend mit seinem monotonen Rhythmus, seiner eleganten Klavierlinie und der nur gehauchten Stimme von Bowness. Zusätzlich hört man zum Schluss hin noch ein schönes Gitarrensolo. MOONSHOT MANCHILD fließt majestätisch dahin und bietet großartige Melodiebögen zwischen den Soli. Man hört ein Mellotron, im Hintergrund schwebende Keys und einen warmen, behutsam gespielten Bass von Colin Edwin (Porcupine Tree). Diese beiden Tracks allein bieten über 18 Minuten Träumereien, Bilder im Kopf von unendlicher Schönheit und sie versetzen den Hörer in eine andere Welt. Sofern dieser die Gabe besitzt sich auf diese Musik einzulassen. Dass er textlich über traurige Gedanken und Erkenntnisse seiner Hauptfigur „Moonchild“ singt, kommt noch hinzu.

Bereits der Opener WORLDS OF YESTERDAY lässt keine Zweifel aufkommen, dass Tim Bowness sein Songwriting noch perfekter gestaltet hat. Die Streicher sind hervorragend im Arrangement eingebunden, wirken keine Spur aufgesetzt und die Querflöte passt wunderbar. Dass er aber auch anders als soft kann, beweist er uns mit dem überaus hektisch gespielten KILL THE PAIN THAT'S KILLING YOU. Mit seinem perkussiven Charakter, der härter als sonst eingesetzten Gitarre und seiner teils verfremdeten Gesangsstimme wirkt der Song aufgekratzt und wütend. Chapeau, Mr. Bowness.

Nicht so gut gelungen ist ihm NOWHERE GOOD TO GO, das wenig Spannung aufbaut, trotz der wiederum schönen Flöte. Das klingt zu bemüht in seiner Suche nach dem großen Leid im Leben. Dagegen fängt YOU WANTED TO BE SEEN großartig mit einer traurigen Flöte und Violine an, die die negativen Seiten des Startums verdeutlichen. Die Musik schleppt sich förmlich nach vorne und erst nach 2 Minuten leitet eine Kehrtwende zum proggigen Teil über. Harte Gitarrenfetzen, grollender Bass und Drum, vertrackte Melodie. Bis die Gitarre übernimmt und zum versöhnlichen Ende führt. Das ist ein Highlight des Albums.

Völlig anders dann der Schlusstrack DISTANT SUMMERS. Sein ruhiges Klavier, das mit Besen gespielte Drumset, der Standbass und vor allem das phantastische Flötenspiel von Ian Anderson verleihen dem Song Erhabenheit und Größe. Überzeugender Track mit ruhigem Charakter.

Wie bereits erwähnt finde ich das vorliegende Album noch einen Tick besser als das bereits überzeugende Vorgängeralbum. Es mag an den beiden Longtracks liegen oder vielleicht einfach an der Tatsache, dass es keinen wirklichen Ausreißer nach unten gibt. Tim Bowness ist ja bekannt dafür, dass er ruhige und höchst interessante Musik schreiben kann ohne all zu viele technischen Spielereien zu benutzen. Die Musik steht immer im Mittelpunkt. Sicher ist erneut Herbststimmung angesagt, und das bei einem Album das jetzt im Frühling erscheint. Oder wollte Bowness uns den Soundtrack für eine sonnige Rast in einer Blumenwiese schreiben?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.2.2017
Letzte Änderung: 14.2.2017
Wertung: 11/15
Bowness geht seinen Weg erfolgreich weiter

Zum Seitenanfang

Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 2)


„Lost in the Ghost Light“ ist seit, ich weiß nicht, wieviel Jahren, das erste Albumcover, das ich in die Hände nahm, aufklappte und mir intensiv betrachtete. Tolles Konzept, tolle Umsetzung. Das hat mich mal wieder an Jugendjahre erinnert, als man die Plattenhüllen noch Tag für Tag endlos studierte. Das Konzeptalbum handelt vom Frontman Jeff Harrison der fiktiven Prog Rock-Band “Moonshot”, die ihre großen Erfolge (natürlich) in den 70ern feierte. Das Cover zeigt dementsprechend allerhand Memorabilia vergangener Erfolge, Tonträger und detailreich gestaltetes Moonshot-Merchandise. So geht Artwork!

„Lost in the Ghost Light“ ist Art-Rock mit schönen Mellotroneinsätzen, tollem Drumming und geschmackvollen Gitarrensoli. Wobei Rock bei Bowness natürlich immer relativ ist. Wenn ihn vielleicht nur mal jemand darauf hinweisen könnte, dass er auch mal richtig singen darf, ohne dass der deshalb gleich an Emotionalität verliert.

Noch mehr Schelte: die jüngeren Bowness/no-man-Veröffentlichungen waren qualitativ zwar hochwertig, klangen aber leider immer identischer. Die Spannung auf ein weiteres Album mit austauschbaren Songs hielt sich bei mir daher in Grenzen. Bowness schafft jedoch den nächsten Schritt und überzeugt mit einem Album, das seine Stärken genauso beinhaltet, wie es eine Weiterentwicklung in die richtige Richtung erkennen lässt.

„Worlds of Yesterday“ zeigt gleich zu Beginn, wohin die Reise geht: Bowness‘ typischer (Sprech-)Gesang, dazu aber etwas lebhaftere Musik, als man sie von ihm gewohnt ist. Weniger Minimalismus, mehr Noten, mehr Leben. Der Opener ist ein klasse Song mit einem tollen Beitrag von Kit Watkins an der Querflöte. So geht Gastbeitrag!

Wie immer bei Bowness ist das Album recht homogen, Stilbrüche sind ihm fremd. Die erste Hälfte, sprich Albumseite 1, ist toll. Seite 2, also die Stücke 5 bis 8, ist noch etwas besser. „You’ll Be the Silence“ beinhaltet, wie auch „Moonshot Manchild“, ein schönes Gitarrensolo. Mit „Lost in the Ghost Light“ wird es leicht dramatisch und mit den beiden abschließenden Songs findet das Album seinen Höhepunkt. Das zunächst ruhige „You Wanted To Be Seen“ wird nach 2 Minuten richtig aufwühlend und überzeugt durch proggige Keyboardpassagen. Zu „Distant Summers“ steuert Ian Anderson noch ein Solo auf seinem Instrument bei, womit das Album nach 43 Minuten bereits seinen gelungenen Abschluss findet.

Applaus für Tim Bowness. Endlich mal wieder ein Künstler, der weiß, dass ein Album nur im Ausnahmefall länger als 45 Minuten sein sollte.

Die Erinnerung an „Moonshot“ lebt…und dann gab es da natürlich noch Thotch. Aber das ist eine andere Geschichte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.4.2017
Letzte Änderung: 10.4.2017
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tim Bowness

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Abandoned Dancehall Dreams 10.00 1
2015 Stupid Things that mean the World 10.00 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum