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Universal Totem Orchestra

Mathematical Mother

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; RetroProg; Zeuhl
Label: Black Widow Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ana Torres Fraile vocals
Antonio Fedeli alto and tenor saxophone
Daniele Valle guitar
Fabrzio Mattuzzi keyboard, piano
UTO G. Golin drums
Yanik Lorenzo Andreatta bass

Gastmusiker

Adriano Vianini vocals
Alessandro Andreatta guitar on "Architettura Dell'Acqua"
Francesco Festi vocals
Gianni Nicolini tabla on "Elogio Del Dubbio"
Mirko Pedrotti vibes on "Città Infinite"
Oscar Cordioli vocals
Samia Charbel vocals on "Elogio Del Dubbio"

Tracklist

Disc 1
1. Terra Cava 14:06
2. Codice Y16 5:21
3. Elogio Del Dubbio 7:54
4. Architettura Dell'Acqua 11:27
5. Città Infinite 6:19
6. Mare Verticale 7:38
Gesamtlaufzeit52:45


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Servus!

Könnt Ihr Euch Zeuhl vorstellen, der von netten Leuten gespielt wird? Nee? Ich auch nicht. Oder besser: konnte auch nicht, bis ich Universal Totem Orchestras Album "Mathematical Mother" gehört habe. Zeuhl von Leuten, die keine Menschenfresser sind!

Das Album beginnt mit so Holzgeklöppel im schnellen Stolpertakt, dann dudelt Ana Torres Fraile fröhlich los. Fröhlich! Man stelle sich das vor! Und auch wenn dann der Chorgesang beginnt, oder das Ganze in einen klavierbetonten Klangraum wechselt, bleibt der Eindruck - nett. Also "nett" im Sinne von "sympathisch", nicht in dem Kleine-Schwester-Sinne, in dem jeder glaubt, das Wort negativ verwenden zu müssen, als gäbe es nicht schon genug abwertende Wörter auf der Welt.

Also ich weiß nicht. Zeuhl kann jetzt nett auch sein?

Wie klingt netter Zeuhl? Nun, zunächst mal nicht so düster, nicht so wuchtig, nicht so monumental. Diese Musik ist leichtfüßig und klingt eher nach Italoprog, oder so tullig (oder sagt man tullös? Tullesk? Tullisch? Tullativ? Tullistisch? Jethrös? Jethresk?) - aber ach, Italoprog klang ja immer irgendwie immer ein bisschen nach Tull, die mochten die halt.

Und auch wenn Yanik Lorenzo Andreatta ein fieses Bassriff entstapelt, das ein wenig an Janik Tops "De Futura" erinnert, bleibt es nett, weil die Keyboardklänge für jene südländische Sonnigkeit sorgen, die ebenjenen Italoprog immer ausgemacht haben. Es gibt auch wunderbare Sax- und Gitarrensoli ("Architettura dell'Acqua").

Aber vielleicht liegt's vor allem auch an der Frau. Ana Torres Fraile, Marke "Opernsängerin", aber in diesem Fall nicht so übel wie die meisten ihrer Operrock-Kolleginnen, die kann echt was; und auch wenn hier Italo-Kobaïanisch gesungen wird, versorgt sie doch die Musik mit einer engelhaften Schönheit, die denkbar weit vom düster-ernsten Deklamieren sonstigen Zeuhls entfernt ist. Gepaart mit leichtfüßigem Jazz und einer Riesenportion Italoprog machen sie und der Rest der Band "Mathematical Mother" zu einem ebenso überraschenden wie einleuchtenden Crossover-Album, das jedem empfohlen werden kann, der auf Zeuhl steht - oder gerade auch nicht. Das ist es ja eben. Universal Totem Orchestra haben nicht immer gleichklassige Albem vorgelegt - die älteren kenne ich nicht besonders gut - aber bei allem, was ich von ihnen kenne, kann ich sagen: das hier ist große Klasse, und das bisher beste!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Italoprog, Zeuhl, Tull
Veröffentlicht am: 16.2.2017
Letzte Änderung: 17.2.2017
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Zeuhl mit Operngesang Teil 3. 1995 von Giorgio Golin und Giuseppe Buttiglione, der ersten Rhythmusabteilung von Runaway Totem, ins Leben gerufen, veröffentlichte das Universal Totem Orchestra 1999 mit "Rituale Alieno" sein Albumdebüt. Wie die Schwesterband ist man trotz diverser Besetzungsänderungen (Buttiglione bedient z.B. seit dem Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends wieder bei Runaway Totem den Bass) bis heute tätig, hat allerdings nicht ganz so fleißig Tonträger veröffentlicht. "Mathematical Mother" ist erst Album Nummer 3.

Stilistisch hat man sich in all diesen Jahren kaum verändert, hat immer ein recht eigenes Gemenge (Crossover, von mir aus) aus Zeuhl, Jazzrock, Spacerock und Retrohardrock im Angebot, wobei die letzten beiden Ingredienzien zunehmend in den Hintergrund traten. Allzu viel Hardrock ist daher auf "Mathematical Mother" nicht mehr zu finden. Allerlei Spacig-Elektronisches zischt und wabert aber immer noch im Hintergrund herum, und bisweilen jault die E-Gitarre voluminös auf (ein Hardrockrudiment).

Ansonsten wird hier zeuhlig, symphonisch-retroprogressiv und sehr jazzrockig musiziert, farbig, elegant und dynamisch. Repetitive Pianomuster, hallende E-Pianolinien und ein bisweilen schön fetter Zeuhlbass (z.B. ziemlich in der Mitte von "Terra-Cava") sorgen für genretypische Momente, eingebettet in allerlei symphonisches Tastenwerk. Teile desselben gemahnen klanglich eher an die 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts und wirken etwas steril (und nach Midi-Imitat), sind aber fast so etwas wie ein Markenzeichen des Universal-Totem-Orchestra/Runaway-Totem-Sounds.

Ein weiteres Markenzeichen der Band war schon immer der kraftvoll-klare Altgesang von Ana Torres Fraile, der die Musik mit einer ganz eigenen Note versehen hat. Inzwischen ist sie fast zur einzigen Stimme der Band geworden, gab es doch auf früheren Alben meist einen männlichen Gegenpart, und zudem diverse Choreinlagen. Ganz sind diese nicht verschwunden, auch nicht die seltsam folkigen Beiträge, die verblüffend nach norditalienischem Männergesangverein klingen (man höre z.B. das Ende des schon erwähnten "Terra-Cava"). Erstmals wird, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, auf einem Universal-Totem-Orchestra-Album auch auf Englisch gesungen (am Anfang von "Architettura Dell’ Acqua" – ansonsten sind romanische Sprachen vorherrschend), was fast für eine soulige Atmosphäre sorgt, und nicht wirklich notwendig gewesen wäre.

Alles in allem bietet "Mathematical Mother" einen klangvollen, runden und freundlichen Zeuhljazz-Symphoprog, der deutlich abwechslungsreicher und eigenständiger ausgefallen ist, als die auf dem durchwachsenen Vorgänger zu hörende Musik. An den grandiosen Erstling kommt das Album aber nicht heran. Die klangliche Vielfalt von "Rituale Alieno" war doch um einiges größer, gab es viel mehr Ecken und Kanten, und war das Gebotene deutlich origineller, monumentaler, spaciger und überraschender. In einer anderen Hinsicht schließe ich mich meinem Vorschreiber aber an: Jedem Zeuhl-Aficionado sei "Mathematical Mother" sehr empfohlen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.7.2017
Letzte Änderung: 2.7.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Universal Totem Orchestra

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Rituale Alieno 11.00 3
2008 The Magus 10.00 2

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