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King Of Agogik

Morning Star

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Progmetal; RetroProg; sonstiges
Label: sAUsTARK records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Hans Jörg Schmitz Drums and Percussion,Keyboard,Guitar,Bass
Dago Wilms Guitar and Bass
Gary Farmer Bass
Steve Unruh Flute and Violin
Pantelis Petrakakis Bass
Andrew Marshall Spanish Guitar
Phillip Schmitz Keyboards,Piano,Voice
Peter Simon Woodwinds
Erik Vaxjö Mellotron
Chip Germillion Keyboard
Scott Taylor Ulliann Pipe
Kathrin Daniel Voice
Viktoria Papen Voice

Tracklist

Disc 1
1. Veils Open 1.37
2. The Unavoidable Wayfare... 13.25
3. ...To the Place of Origin 11.09
4. Mother of Depth 2.05
5. Nyade 2.55
6. The Art of Make-Up 2.22
7. Suprema Lex 8.14
8. Ignes Fatui 3.37
9. A Visit to the Mouse Barber 2.09
10. The End of Dithyramb 20.04
11. Curtain Call 3.13
Gesamtlaufzeit70:50


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Das sechste Album von King of Agogik (einem Projekt des Schlagzeugers Hans-Jörg Schmitz) trägt den Titel „Morning Star“ und wurde von der Lyrik Christian Morgensterns inspiriert. Dementsprechend rezitieren Damen- und Herrenstimmen in mehreren Stücken aus den Werken des deutschen Dichters, Schriftstellers und Übersetzers. Ich gehe bis auf Weiteres mal davon aus, dass die im CD-Heft abgedruckten Gedichte in deutscher, englischer, französischer, italienischer und finnischer (?) Sprache ebenso von Morgenstern stammen.

Zu den auffallendsten Merkmalen von „The Unavoidable Wayfare…“ gehören die orientalisch-fernöstlichen Motive, die im Rahmen des melodischen Progmetal von der Oboe, den Gitarren, den Keyboards und der Perkussion gespielt werden. Auch die stolzen Solos von der elektrischen Gitarre und einem Synthesizer gehören in die Kategorie „gelungen“. Ziemlich ungewohnt und originell in diesem Kontext muten da die bisweilen auftauchenden elektronischen Sequencer-Figuren an. Als kurze Entspannung dient eine orchestrale Passage mit Mellotronklängen. Als Krönung sorgen die Röhrenglocken für eine Prise Bombast. Angetrieben wird das Ganze von dem energetischen Schlagzeug.

„…To the Place of Origin“ wird von einem leichtfüßigen Arrangement für akustische Gitarre, Flöte und Geige eröffnet. Daraus entwickelt sich ein in seiner Stimmung geradezu jubilierendes und mit viel Spielfreude vorgetragenes Instrumental. Diese virtuose Verschmelzung von symphonischem Prog und gemäßigtem Progmetal ist bestens dazu geeignet, die positiv denken Musikfreunde in den Zustand der Begeisterung zu versetzen.

„The Mother of Depth“ ist ein symphonisch-minimalisches Ambient-Stück, das von H.J. Schmitz (Keys und Carillon) und Phillipp Schmitz (Fender Piano) vorgetragen wird.

Durch das sehr kompetente Schlagzeugsolo in „The Art of Make-Up“ werden wir mal wieder daran erinnert, dass der Projektchef von King of Agogik nicht zuletzt ein ausgezeichneter Schlagzeuger ist. (Der erstaunlicherweise auch noch hörenswerte, ohne Gesang auskommende Progressive Rock-Alben generiert). In dem melancholisch angehauchten „Nyade“ spielt H.J. Schmitz alles (Schlagzeug, Keys und Gitarren) selbst, begleitet nur von der den Dichter rezitierender Stimme von Kathrin Daniel.

Die Schwäche des Komponisten für diverse Samples wird in „Suprema Lex“ (oberstes Gesetz) deutlich, wo jeder Rock- und Iron Maiden-Fan sofort die Stimme von Winston Churchill erkennen wird. In dem Stück gibt es massenweise Politiker-Samples auf die Ohren, sowie Samples von mindestens einem Verbrecher, der sich für Politiker ausgab. Die Stimmen von Goebbels, Margaret Thatcher, John F. Kennedy habe ich also noch erkannt, von John Lennon ganz zu schweigen. Aber das waren bei weitem nicht alle. Der vollständige Spruch aus dem Titel lautet wohl „Die Wille des Königs ist oberstes Gesetz“ (Regis voluntas suprema lex), was aus dem zwischen Progmetal und Heavy Metal wechselnden Instrumental wahrscheinlich eine Protest-Komposition (abgeleitet von dem Begriff „Protest-Song“) gegen den Krieg, oder gegen die fragwürdigen politischen Machenschaften macht.

Die lyrischen akustischen Gitarren bilden das Fundament von „Ignes Fatui“, das zusätzlich von schöngeistigen elektrischen Gitarrenlinien und irischen Dudelsäcken (Uillean Pipes) veredelt wird.

„A Visit to the Mouse Barber“ nennt sich ein kurzes Duo-Stück für elektrischen Bass und Schlagzeug, dessen Jazzrockige Ausrichtung ganz besonders den Sympathisanten von Bands wie Brand X gefallen wird.

In dem zwischen Symphonic Prog und Progmetal-Einwürfen balancierenden Longtrack „The End of Dithyramb“ spielen die Geige und die Flöte von Steve Unruh die exponierten Rollen. Vorbildlich die Art und Weise, wie H.J. Schmitz die Komposition mit seinen Keyboardbeiträgen bereichert und wie die kraftvolle Bassgitarre von Gary Farmer für ein gewisses Chris Squire-Wohlgefühl sorgt. Ganz besonders bezaubernd in dem Stück: die Duo-Passagen für spanische Gitarre und Geige.

Der Reiz von „Morning Star“ besteht für mich in der Begabung von H.J. Schmitz, in seinen lebhaften und dichten Kompositionen die Elemente des symphonischen Progressive Rock, des virtuosen Progmetal, des Jazz-Rock, der Klassik und der Weltmusik miteinander verschmelzen zu lassen.

Anspieltipp(s): The Unavoidable Wayfare…
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.2.2017
Letzte Änderung: 16.2.2017
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Ich bin heute so agogisch drauf, drum (Wortspiel!) gleichmal in das neue Album des Kings of Agogik reinhören! "Morning Star" heißt es, übersetzt Morgenstern, und Siggy hat die kulturgeschichtliche Einordnung im Hinblick auf die Bezüge zum Werk Christian Morgensterns ja bereits vorgenommen. Von mir nur noch ein paar dürre Worte zur Musik.

Die Basis dessen, was es hier zu hören gibt, ist Neoprog, mit all den Charakteristika, die dem Neoprog so zu eigen sind. Dass die Gitarren hier auch mal härter klingen, ist ein Charakterisitkum des Soundgewands, das macht die Musik noch nicht zum (Prog)metal. Wer seinen Progmetal aber gern soundorientiert hört, wird die eine oder andere Passage sicherlich zum Progmetal rechnen. Wie auch immer: Der Rockanteil ist hier höher als im Neoprog üblich, ist dieser doch im Allgemeinen durch eine Keyboarddominanz geprägt, die hier nur passagenweise herrscht. Alle anderen Stilmerkmale, die Siggy genannt hat, sind stärker kompositionell integriert: Die akustischen Gitarren von "Ignes Fatui" sorgen für ein klassisches Gepräge, die Dudelsackmelodien sorgen für den Folk-Einschlag; "A Visit to the Mouse Barber" ist Jazzrock; "The Mother of Depth" ist Ambient, "Nyade" Spoken-Word-Ambient.

Jenseits davon gibt es die Langformater "The Unavoidable Wayfare...", "...To the Place of Origin" und vor allem "The End of Dithyramb", die naturgemäß stilistisch breiter aufgestellt sind, im Großen und Ganzen aber doch zum Neoprog gerechnet werden können. Stellenweise erinnern sie mich daran, dass ich mir die Musik des Kings immer ein wenig lockerer, ein wenig verspielter gewünscht hätte, Steve Unruh und Dago Wilms sorgen aber immer wieder mit schönen Soli für jene Lebendigkeit, die ich anderswo noch etwas vermisse.

Ein schönes Album, das Freunde instrumentalen Neoprogs unbedingt mal antesten sollten. Der King Of Agogik ist eine Bank für solche Musik.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.4.2017
Letzte Änderung: 4.4.2017
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von King Of Agogik

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Membranophonic Experience 6.00 3
2008 Aleatorik System 7.75 4
2009 The Rhythmic Drawing Room 10.75 4
2011 From A to A 11.00 3
2014 Exlex Beats 11.67 3

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