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Michel Sajrawy

Floating City

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Jazz; Jazzrock / Fusion; Worldmusic / Ethno
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 14/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michel Sajrawy guitar & bass
Wassim Odeh oud
Suhail Nassar qanoun
Loai Abu Anak keyboards
Wisam Arram darbuka
Stas Zilberman drums

Tracklist

Disc 1
1. Floating City 5:06
2. Bride of the Galilee 6:31
3. On the Road 6:20
4. Life Smiles Back 4:29
5. Absence 4:30
6. Zanjaran 6:19
7. Earth, Wind & Fire 4:26
8. I'm Not Sure 4:06
9. Sahra 4:32
Gesamtlaufzeit46:19


Rezensionen


Von: Volkmar Mantei @


„Floating City“ ist das vierte Album des virtuosen Gitarristen Michel Sajrawy, der als christlicher Araber mir israelischem Pass und palästinensischem Bewusstsein in Nazareth lebt. Der Einfluss der vielfältigen historischen Folklore seiner Heimat, die aus mehreren sozialen, politischen und ethnischen Gruppen wächst, prägt diesen locker flockigen Jazzrock stark. Sajrawys Musik wurzelt tief in Jazz, ist lyrisch und hochmelodisch, verzichtet überwiegend auf technisch Hochkomplexes, und scheint in seiner beeindruckend lebhaften wie zugleich melancholischen Weise zu schweben.

Die handwerkliche Arbeit ist exzellent gelungen. Die Band spielt leichthändig, flott und dynamisch, die Songs fließen und machen dabei ordentlich Spaß. Trotz der eher eingängigen, ethnischen Art gibt es hier nicht, anders als in der zweiten Hälfte der Siebziger, kitschige Anbiederung an Massengeschmack, sondern ausdrucksstarke Arbeit, die den Zuhörer ebenso fordert wie erfüllt.

Einige Songs leben stärker das ethnische Element und können dabei mitreißende Hochgeschwindigkeit entfalten wie mit nachdenklicher Lyrik verzücken. Anderes ist enorm jazzdurchflutet, was in den (fast) rein instrumentalen Stücken sehr intensiv zu erfahren ist. Hier kann man den Kopf verlieren und in verrückt reichhaltiger Komplexlandschaft versinken. Denn wenn auch nicht die radikale Komplexität gespielt wird, wie sie etwa das Mahavishnu Orchestra prägte, so geht es hier doch, typisch progressive Prägung, erheblich aufwendig zur Sache. Und dann sind da noch die kernigen Jazzrocker mit Verweis auf die Schule der frühen Siebziger, denen zudem die ethnische Prägung gegeben ist.

Die Soli der elektrischen Jazzgitarre jagen mit illustrer Leichtigkeit durch diesen lichten, schöngeistigen und verinnerlichten Sound, während Pianosoli, weitaus jazziger und wenig rocktypisch, viel melancholischer und nachdenklicher gespielt sind.

Die Rhythmusabteilung arbeitet hinreißend komplex, hier ist der Einfluss aus dem progressiven Jazzrock der frühen Siebziger am stärksten zu hören. Genau das, was dem geneigten Prog-Jazz-Fusion-Freak die Socken auszieht.

Doch es ist weit weniger das Erwartbare, was hier verzückt, als vielmehr die Melange der Einflüsse und lyrische Tiefe der Komposition, die spürbar starke Prägung des ethnischen Umfeldes auf die Musiker und damit die Kompositionen.

"Floating City“ kann Jazzrock-Fans ebenso verstören wie begeistern. Der wenige Gesang entspringt arabischer Kultur, das leichte Element, das die Songs so flüssig schweben lässt und die zarte Lyrik, die zugleich melancholisch, nachdenklich und fröhlich zu sein scheint und Licht und Dunkel auf einzigartige Weise vereint, ist nicht, was typisch für Jazzrock ist, und doch vielmehr Bereicherung, als manche stilsichere Arbeit ohne äußere Einflüsse. Und daneben sind viele Elemente enthalten, die das Ohr des geübten Zuhörers kennt. Und die ihn durchaus hinreißen können.

Mir steht nur ein Download des Albums zur Verfügung. Leider! Die CD ist auf dem Weg von Israel nach Deutschland verloren gegangen. So könnte „Floating City“ neben den drei Vorgängeralben Sajrawys in der Sammlung stehen. Denn eines ist sicher, die Arbeiten von Michael Sajrawy haben langen Atem, sind qua zeitlos und von eindrucksvoll starkem Ausdruck.

Anspieltipp(s): von Anfang bis Ende in einem einzigen kurzweiligen Rausch
Vergleichbar mit: kaum vergleichbar
Veröffentlicht am: 27.3.2017
Letzte Änderung: 27.3.2017
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Michel Sajrawy

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Yathrib 11.00 1
2012 Arabop 10.00 1

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