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Vermont

II

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: Kompakt
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Marcus Worgull
Danilo Plessow

Gastmusiker

Dermot O'Mahony Strings
Tadhg Murphy Strings
Robert Van Der Bildt Guitar

Tracklist

Disc 1
1. Norderney 5:22
2. Dschuna 5:39
3. Gebirge 4:32
4. Demut 4:02
5. Ki-Bou 4:35
6. Hallo von der anderen Seite 4:42
7. Ufer 4:45
8. Chanang 3:58
9. Wenik 5:56
10. Chemtrails 3:13
11. Skorbut 4:05
12. Langholmen 4:04
13. Unruh 2:41
Gesamtlaufzeit57:34


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Mit "II" legten Vermont Anfang 2017 ihr - Überraschung - zweites Album vor. Wie schon der Erstling steckt die CD in einem kleinen Klappcover, welches zwar das Herausziehen der CD etwas komplizierter gestaltet (insbesondere ohne diese zu zerkratzen), dafür aber von einem schönen, doch seltsam fremdartigen Coverbild geziert wird (in das auch der Bandnamen eingestanzt ist). Auf diesem ist ein von Bäumen sparsam umgebenes kubusartiges Gebäude zu sehen, welches an einem Ecke einen orientalisch anmutenden Erker und einen ebensolchen Eingang besitzt, auf den zu sich offenbar gerade ein Pferd bewegt. Das alles passt recht gut zur auf "II" zu findenden seltsam friedlichen, aber auch etwas fremdartigen Musik.

Diese unterscheidet sich in stilistischer Hinsicht kaum von der auf dem Vermont-Erstling zu findenden. Auch auf "II" sind retro-krautelektronische Tonbilder zu finden, erzeugt mit einer Ladung meist analoger Klangerzeuger (als da sind: ARP Odyssey, Fender Rhodes Piano, Kurzweil K2000, Moog Prodigy, Realistic MG1, Roland Jupiter 4, Roland SH1, Roland Juno 6, Sequential Prophet VS, Yamaha CS15 – wer der beiden Hauptprotagonisten was spielt ist den Besetzungsangaben nicht zu entnehmen), die eher getragen und luftig aus den Boxen schweben. Dazu kommen wieder Gastmusiker an E-Gitarre und Gestrichenem. Im Gegensatz zum Erstling haben Worgull und Plessow diesmal ganz auf Perkussives verzichtet.

Impressionistische, erstaunlich kompakte Elektronikgebilde, farbig und dicht instrumentiert, gleiten hier durch die Gehörgänge, eher ruhig und unaufgeregt, dabei aber nicht notwendigerweise auch melodisch und rund (oft aber schon), mal minimalistisch-repetitiv, mal entspannt tonmalend, mal freiformatiger dahin gleitend. An die Hervorbringungen der Düsseldorfer Elektronikschule erinnert das klangliche Ergebnis, insbesondere an die beschaulicheren Tongewebe aus dem Weserbergland, an Cluster und Harmonia, an deren Kollaborationen mit Brian Eno, oder auch an die Soloscheiben von Hans-Joachim Roedelius, insbesondere das wunderbare "Jardin au Fou".

Eine gewisse entspannte Melancholie verströmt die Musik, eine ruhige Sonnenuntergansstimmung, gibt sich als wärmendes Tongleiten, das erstaunlich farbig und vielseitig dahin fließt. Nur im abschließenden "Unruh" geht es - dem Namen des Stücks entsprechend - etwas bewegter zu. Ansonsten wird eher unaufgeregt musiziert, bewegen sich allerlei elektronische Tonmuster, hallende E-Pianolinien, getragen pulsierende Synthesizergewebe, ruhig wummernde Bassgebilde, hallendes Gitarrenplingen und verhalten fiepende, zischende und knurrende Elektroniksounds klangvoll, harmonisch und vielschichtig umeinander. Selten abreiten sich auch Streicherklänge symphonisch nach vorne. Glatt oder kitschig wird das alles nie, ist doch immer latent eine gewisse Sperrigkeit oder Schrägheit vorhanden, steht die Musik immer an der Grenze zum Freiformatigen oder formlosen Tonmalen.

"II" ist alles in allem ein ausgesprochen schönes Elektronikalbum mit Retroflair, welches ohne ins Seichte abzugleiten, oder ohne dass es langweilig wird, auf eine wundersame entspannte Reise mitnimmt, dabei aber immer eine gewisse fremdartige Atmosphäre verbreitet. Ein Sommerabendspaziergang in einem Wäldchen auf dem Mars?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.4.2017
Letzte Änderung: 7.5.2017
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Manchen Bands scheint daran gelegen zu sein, dass ihre CDs möglichst nicht angehört werden. Warum sonst versteckt man selbige in Hüllen, denen man sie nur durch Zerkratzen der Scheibchen oder Zerreißen der Hülle entnehmen kann?

So scheint es auch bei dem Kölner Duo Vermont der Fall zu sein, das seinen zweiten Silberling in solch einer viel zu eng geratenen Verpackung einzwängt. Hat man es dennoch fertiggebracht, ihn unbeschädigt zu entnehmen, erwartet den Hörer eine wundersame akustische Reise in die Welt krautiger Elektronik. Insbesondere die Klänge aus dem Weserbergland, sprich: Cluster und Harmonia, haben es den beiden offensichtlich angetan. Ganz im Geiste Moebius/Roedeliusscher Klangmalerei fluffen und puffen pastellfarbene Töne aus den Boxen, die von ländlicher Idylle zu erzählen scheinen, dabei doch immer wieder von seltsamen kleinen Schrulligkeiten durchsetzt sind.

Auf ein rhythmisches Element wird weitgehend verzichtet, nur hie und da (etwa in Chanang) hört man kurzzeitig das dezente Scheppern einer Rhythmusmaschine. Ansonsten wird die - natürlich komplett analoge - Elektronik gelegentlich noch um etwas Gitarre oder Streicher ergänzt.

Insgesamt ist dies ein wunderbares Album mit elektronischem Retro-Krautrock, der insbesondere Liebhabern der Klänge aus dem Weserbergland zusagen dürfte. Ich bin gespannt auf Album Nr. 3!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.5.2017
Letzte Änderung: 12.10.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Vermont

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Vermont 11.50 2

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