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A KEW’S TAG

Silence of the Sirens

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Folk; Independent / Alternative; Mathrock; sonstiges
Label: Magic Mile Music
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Julian Helms vocals,glockenspiel on 7
Johannes Weik guitar,bass,vocals
Florian Weik drums,glockenspiel on 3

Tracklist

Disc 1
1. Heading for the Horizon 3.40
2. Wilted Flowers Smell 6.10
3. A Poisoned Mind 10.42
4. My Cage 5.20
5. Amentia 15.41
6. Statues Falling 3.14
7. Horizon's End 8.08
8. End to start again 5.21
Gesamtlaufzeit58:16


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Das Quartett A KEW’S TAG aus Köln/Berlin gibt es seit spätestens 2012. Davor muss die mutige Entscheidung gefallen sein, eine von akustischer Gitarre angeführte Rockgruppe zu starten. (Wer jetzt an Folk-Prog, an eine rein akustische Version von Jethro Tull, oder an Pentangle, Comus, Fairport Convention, The Incredible String Band und Roy Harper denkt, der liegt in diesem Fall weitgehend falsch).

Genaugenommen wurde die elektrische Gitarre einer „klassischen“ Rock-Besetzung bei A KEW’S TAG durch eine akustische ersetzt. Die Elemente der Folkmusik lassen sich trotzdem nur selten ausmachen. Das heißt, der akustische Gitarrist (und der Sänger) wird meistens von Bass und Schlagzeug begleitet, um die mit Songstrukturen versehenen Kompositionen umsetzen zu können.

Die Musik von A KEW’S TAG steht überwiegend dem sogenannten Alternative Prog am nächsten, dieser in den konservativen Prog-Kreisen umstrittenen Prog-Art, die den Alternative Rock als Basis für ihre progressive Musik verwendet.

Auf der anderen Seite kommen gelegentlich eher „folkig“ anmutende Einfälle zum Vorschein, wie die romantischen Arrangements für Stimme, akustische Gitarren und Glockenspiel in einem Teil von „A Poisoned Mind“. Direkt darauf folgen wiederum treibende Passagen, die der akustischen Gitarre eine gewisse Rock-Attitüde abverlangen.

Vermutlich kann man sich auf das Zweitwerk von A KEW’S TAG „Silence of the Sirens“ ganz gut vorbereiten, indem man sich vorzustellen versucht, wie die Formationen wie Karnivool, oder Closure in Moscow nur mit akustischen 6-saitigen Gitarren klingen würden.

Für die großen Festivalbühnen ist so eine Besetzung wahrscheinlich nicht unbedingt optimal, neigt doch ein Teil des Rock-Publikums immer wieder dazu, sich bei den leiseren akustischen Passagen den Gesprächen zu widmen. Möglicherweise funktioniert die Musik von A KEW’S TAG in überdachten Räumen mit guter Akustik am besten. Ohne die elektrische Klampfe wird man bei den Live-Auftritten kaum die Lautstärke einer üblichen Rocktruppe erreichen können.

Es ist aber allemal originell und ungewohnt anzuhören, wenn die komplexen und oft auch temperamentvoll angelegten Progressive Rock-Strukturen unter solchen Umständen vermittelt werden müssen. Und welchen Kraftaufwand es bedeuten muss, dieses Ziel mit einer akustischen Gitarre zu erreichen.

Mich beschleicht trotzdem der Eindruck, dass mir A KEW’S TAG noch ein Stückchen besser gefallen würden, wenn der Gitarrist seine virtuosen Fertigkeiten und die Band ihre durchaus abwechslungsreichen Kompositionen unter Einsatz einer elektrischen Gitarre zu Geltung bringen würden.

„Statues Falling“ wäre mit elektrischer Gitarre wahrscheinlich zu einem Progmetal/Mathrock-Hammertrack mutiert.

Falls jemand doch weniger „festgefahren“ in seinem Musikgeschmack sein sollte, als ich es offenbar bin, so kann er sich immer noch an den für akustische Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang geschriebenen Kompositionen erfreuen, die die Elemente von Alternative Prog, Mathrock, Artpop und Folk zu einem interessanten Ganzen vereinigen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.4.2017
Letzte Änderung: 17.4.2017
Wertung: 9/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


A Kew's Tag bringen mit ihrem Album „Silence of the Sirens“ ihr zweites Werk auf den Markt und es hat sich nichts an ihrem Konzept geändert. Die deutsche Band schwört weiterhin auf die Akustik-Gitarre als Hauptinstrument, plus Bass und Drum. Und natürlich Gesang, der in der Welt von A Kew's Tag eine wichtige Rolle spielt. Dass der Name für das Wort „Akustik“ steht dürfte wohl jedem aufgefallen sein.

2017 waren sie Sonntags am frühen Nachmittag zu Gast beim Night of the Prog auf der Loreley. Das war ein erstklassiger Gig, trotz, nein wegen, der akustischen Gitarre und dem totalen Verzicht auf eine Elektrogitarre. Bis zu dem Tag hatte ich so was nur bei Folkbands gesehen, womit A Kew's Tag nun wirklich nicht viel gemein haben, außer mal bei kurzen Intros. Sie selbst nennen ihren Stil „Acoustic Progressive Rock“, was es ziemlich genau trifft. Johannes Weik holt alles aus seiner Gitarre heraus und füllt einen ganzen Konzertsaal, ja sogar das Loreleygelände. Dabei ist ihm eine tragende Unterstützung durch Bass und Schlagzeug garantiert.

Grundsätzlich spielt das ja alles im Independent/Alternative Rock, doch durch ihre komplexen Songaufbauten und die vielen laut/leise Wechsel wirken die Tracks alles andere als eingängig. Erst nach mehreren Durchgängen zuckt man bei den vertrackten Rhythmen mit dem Fuß und beginnt hinter die Fassade der Songs zu sehen. Da entdeckt man in 2 Songs ein Glockenspiel, eine A-Gitarre in ProgMetal-Manier sowie die dazu passende Basspassage in MY CAGE oder einen Song wie das fast instrumentale HORIZON'S END das mit seinem Minimalismus keinen Ausbruch erlaubt, wobei der Hörer diesen förmlich herbei sehnt.

Zentrum des Ganzen bildet das mit mit unzähligen Überraschungen aufwartende AMENTIA, wo die Band beweist, dass ein Longtrack in dieser instrumentalen Besetzung gemeistert werden kann. In der Tat fesselt auch hier wieder die eigenwillige Mixtur von verschiedenen Musikstilen, wieder geht es hin und her und dennoch ist dieser Wirrwarr nach einiger Zeit in sich schlüssig.

Die Band versteht sich auch wunderbar auf schnelle Wechsel der erzeugten Stimmungen. Besonders deutlich in A POISONED MIND zu hören, wo es zwischen martialischen Rhythmen und zerbrechlichen Gebilden hin und her flirrt. So schreitet das Album voran und wird immer mehr zu einer überraschenden Entdeckung.

A Kew's Tag bringen etwas Neues auf den Markt, zumindest schließen sie sich keinem momentanen Trend an. Das klingt erfrischend anders und überzeugt mich, da es weder abgedroschen noch, durch die reine akustische Umsetzung, zu soft klingt wie bei den bekannten MTV-Shows. Hat nichts mit „Lagerfeuerromantik“ zu tun, trotz A-Gitarre.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.8.2017
Letzte Änderung: 14.8.2017
Wertung: 10/15
gutes Album, zum Schluss hin leicht abfallend

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