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The Missing Piece

Dream Rider

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Eigenpressung
Durchschnittswertung: 4/15 (1 Rezension)

Besetzung

Nanna Burger Lead Vocals
Rob Brons Keyboards
Rene van Dalen Guitars
Adri Slijster Bass Guitar, Backing Vocals
Nanne Tiggelmann Drums, Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Closed Doors 4:26
2. Signs 4:08
3. Destiny 5:28
4. Erasmus 5:29
5. Reflection 5:28
6. Dream Rider 5:56
7. Shadow 7:13
8. Underneath The Mask 4:23
9. The Close Pt I - The Days Before 4:03
10. The Close Pt II - Black Death 5:09
11. Maze (Bonus Track) 3:58
Gesamtlaufzeit55:41


Rezensionen


Von: Harald Schmidt @


The Missing Piece – wenn dieser Bandname mal nicht die Herzen aller Gentle Giant-Fans erwartungsvoll höher schlagen lässt. Allerdings dürfte der geneigte Fan dann beim Anblick des Computer-Covers des Debutalbums Dream Rider schnell misstrauisch werden. Und das zu Recht. Mit Gentle Giant hat das hier so viel zu tun wie Mike And The Mechanics mit Zeuhl. Ja, selbst das Attribut „Progressive Rock“ zu vergeben, fällt mir schwer. Es sind eher so einzelne Versatzstücke, die man mit Prog (v.a. der Mitt-90er-Phase mit SI Music Releases der niederländischen Szene) assoziieren kann, die aber am Ende kein Prog-Album definieren. Bildlich gesprochen: Ein Ferrari mag typischerweise rot sein, aber keineswegs sind rote Autos dann zwingend ein Ferrari.

Also eingestiegen in die niederländische Variante des Opel Corsa und der Auftakt ist sogar ganz brauchbar mit rockigen Gitarren, Stakkato-Akkorden, Kirchenorgel und ganz netten Keyboardläufen. An sich alles dabei was der Neo-Prog so braucht, würde sich nur leider nicht das komplette Ideen- und Dynamikpotenzial des Albums gleich im Opener erschöpfen, so dass für den Rest des Albums nur Wiederholungen übrig bleiben. Der Gesang ist der auffälligste Schwachpunkt – die inzwischen durch einen männlichen Kollegen ersetzte Sängerin wirkt zwischen ihrer aufgesetzten Theatralik und dem Versuch, die Rockröhre zu mimen, völlig verloren. Fehlanzeige auch im Hinblick auf griffige Melodien.

Die Band hat durchaus Momente, in denen sie beginnt, Spannung aufzubauen. Es bleibt hier jedoch bei pseudodramatischen Ansätzen, die dann verpuffen ohne dass die beabsichtige Spannung zu einem Höhepunkt gelangen und sich effektiv auflösen lassen würde. Das ist zu oft halbherzig umgesetzt. Tiefpunkt des Albums ist die Ballade Underneath The Mask. Da ist der bedeutungsschwangere Titel umso ungünstiger, je prätentiöser es umgesetzt wird.

Die Schwachpunkte dominieren Dream Rider leider: Unspannendes Songwriting, schleppende Songs, hölzerne Arrangements und der erwähnt uninspirierte Gesang. Typisch für solche Alben ist es, dass einzig die E-Gitarre mit Solo-Ausflügen für gewisse positive Momente sorgen kann. So auch hier, jedoch rettet es Dream Rider nicht davor, ein pseudo-proggiges Album zu sein. Klar, dass die Inspirationen aus dem 80er- und 90er-Neo-Prog ebenso kommen wie aus dem AOR/Hard Rock-Umfeld. Nur zündet die Mischung hier leider nicht und es bleibt bei einer kreuzbiederen Darbietung von Stereotypien.

Anspieltipp(s): Closed Doors, Shadow
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.4.2017
Letzte Änderung: 19.4.2017
Wertung: 4/15

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