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Unearth Noise

Spirit Guitar

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Folk; Jazzrock / Fusion; Psychedelic; Worldmusic / Ethno
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Roger Berkowitz Gitarre, Sitar, Sintir, Elektronik, Tabla, Bass, Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Prism 05:19
2. The Guide 06:10
3. Heaven Mechanism 07:04
4. It Takes One to No One 06:10
5. Passengers 07:19
6. Sacred Weapon 06:00
7. Gone 05:38
Gesamtlaufzeit43:40


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Vor zwei Jahren hatte ich hier eine Platte namens "Another Dimension" besprochen, die von einem gewissen Roger Berkowitz unter dem Projektnamen Unearth Noise veröffentlicht wurde. Die Rezension schloss mit eher unterdurchschnittlichen 7/15 Punkten, was Herrn Berkowitz natürlich wenig begeisterte. In einer Konversation, die auf seine Rückmeldung zu diesem Text folgte, legte mir Berkowitz daraufhin nahe, es doch einmal mit den weiteren Veröffentlichungen von Unearth Noise zu versuchen - und bei Nichtgefallen eben nichts dazu zu schreiben. Nun, diese Geschichte ist schon drei Jahre her. Gelegentlich habe ich die drei mir zur Verfügung gestellten Alben dann schon, aber aufraffen, sie einer genaueren Betrachtung zu unterziehen, konnte ich mich damals nicht.

Jetzt allerdings habe ich diese Aufgabe lange genug vor mir hergeschoben, und es ist an der Zeit, eingedenk des bei aller Kritik freundlichen Gesprächs doch noch mal was zu Unearth Noise zu schreiben. Die Wahl fällt auf "Spirit Guitar", das sogar ein kleines bisschen neuer ist als (das heute in seiner ursprünglichen Form offenbar gar nicht mehr erhältliche) "Another Dimension". Einmal mehr ist Roger Berkowitz für alles auf diesem Album zu hörende alleine verantwortlich und eine stilistische Verwandtschaft zu den anderen Unearth-Noise-Alben besteht, aber der Titel ist natürlich programmatisch: Es sind überwiegend Gitarren, die die Musik auf diesem Album prägen.

In der Konsequenz nimmt sich der Stil auf "Spirit Guitar" also ungefähr so aus: Im Wesentlichen ist das hier immer noch der Psychedelic-Bereich mit deutlichen World-Music-Einflüssen. Im Unterschied zu "Another Dimension" allerdings fehlen diesmal elektronische Elemente und Dissonanzen weitestgehend, was den Sound insgesamt gleich ein bisschen nahbarer machen. Hauptbestandteile der Stücke sind nunmehr Riffs und Motive, die überwiegend von A-Gitarre und anderen Saiteninstrumenten wie beispielsweise der Sitar gespielt werden, die adäquate Begleitung besteht oftmals eher aus Percussion denn aus einem konventionellen Schlagzeug. Verwoben ist diese Basis dann mit dem, was obendrüber passiert: Die E-Gitarre soliert nicht pausenlos, sondern nimmt Motive und Phrasen aus der Begleitung auf, diese wiederum verändert sich immer wieder, und auch Sitar und A-Gitarre agieren gelegentlich emanzipierter oder "erwidern" Einwürfe der Sologitarre regelrecht. In den besten Momenten sind die verschiedenen Tonspuren damit geradezu polyphon verflochten, in den schwächeren gibt es dagegen immer noch einen netten Psychedelic-Jam mit sattsam bekannten Schwelgereien zwischen "Albatros" und "Shine On You Crazy Diamond".

Hinzu kommt auch, dass sich mit dieser kombinierten Vorgehensweise in den Stücken oft genug markante Struktur bietet, um den Hörer bei Laune zu halten: So gibt es in "Prism" immer wieder mal Punkte, an denen E-Gitarre und Begleitung kurz mal zu einem Unisono konvergieren und danach nicht wieder auseinander laufen, sondern in gegenseitiger Korrespondenz agieren. Später gibt es noch mit Delay- und Echo-Effekten eine Aufwertung des ansonsten nicht spektakulären, aber formidablen Arrangements. Besonders gelungen ist "Heaven Mechanism", das von dröhnenden Ambient-Sounds zur Begleitung geprägt ist, erst langsam einen Rhythmus einführt, sich nach drei Minuten aber mit Rhythmik, Struktur und verstärktem Engagement der E-Gitarre zusehends konkretisiert. Hierunter wandelt sich dann das Dröhnen zu einem hohen Pfeifen, das seinerseits qua An- oder Abschwellen den Spannungsbogen mitgeht. Soweit ein griffiges Stück, nur das Fadeout am Ende ist kaum mehr als eine Verlegenheitslösung.

Etwas darunter liegt noch "It Takes One To No One", das mit seinem auf krumm getakteten 6/8-Rhythmus sehr bewegt klingt, von einem Bassriff ebenso geprägt ist wie von Postrock-Harmonien und ansonsten die Führung mal an die E-, mal an die A-Gitarre übergibt. Zum Ende hin wird die Verzerrung der Gitarre immer bizarrer, während bei der Begleitung der Fokus wieder auf orientalischen Elementen liegt. Außergewöhnliches passiert hier eigentlich nicht, aber Unearth Noise gehen diesen Weg geradlinig bis zum Ende. Das gilt ebenso auch für die lockere Fusion-Nummer "Passengers" mit ihrem 7/4-Takt, einem Crimso-artigen Break nach gut 4:40 und interessanten Harmonien im Schlussteil, die durch die Wechselwirkung polyphoner Gitarren entstehen. Leider macht sich indes in diesem Stück auch eine weniger gute Tendenz bemerkbar: Dem Spiel auf der E-Gitarre fehlt es gelegentlich an Kraft und Souveränität, sodass diese immer wieder mal dünn, gniedelig und wie mit letzter Kraft gezupft klingt.

Das wäre allerdings - das folgende "Sacred Weapon" ist davon ebenso betroffen - auch schon die einzige größere Schwäche am Sound von "Spirit Guitar" (logisch, dass an einem so heißenden Album auch die Minuspunkte von der Gitarre kassiert werden...). Ansonsten ließe sich eigentlich nur bemängeln, dass einige Passagen mit häufigen Wiederholungen ziellos und unergiebig sind. Das betrifft beispielsweise "The Guide", dem nach vier Minuten hörbar die Luft ausgeht, und die Mitte des Abschlusstracks "Gone". Ansonsten bleibt ein lebhaftes, einladend klingendes Album zwischen Psychedelic, Fusion und Folk, das die ihm zur Verfügung stehenden Stilmittel meist recht vorteilhaft einsetzt. Und das ist ja mal lobenswert.

Anspieltipp(s): Heaven Mechanism, It Takes One To No One
Vergleichbar mit: Yossi Sassi spielt "Shine On..." und "Albatros"
Veröffentlicht am: 19.4.2017
Letzte Änderung: 19.4.2017
Wertung: 10/15
Darauf lässt sich aufbauen... und ich werde wohl weiterhören.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Unearth Noise

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Another Dimension 7.00 1
2014 The Long Count 10.00 1

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