SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
25.9.2017
Vuur - In This Moment We Are Free
24.9.2017
Electric Orange - EOXXV
Cosmograf - The Hay​-​Man Dreams
23.9.2017
Grobschnitt - Jumbo
22.9.2017
Violent Attitude If Noticed - Ourselves and Otherwise
The Tangent - The Slow Rust Of Forgotten Machinery
21.9.2017
7C - Compartment C
The Great Discord - The Rabbit Hole
White Moth Black Butterfly - Atone
20.9.2017
Panther & C. - Il Giusto Equilibrio
19.9.2017
Mastermind - Until Eternity
Hällas - Hällas
Pere Ubu - The Pere Ubu Moon Unit
Arabs in Aspic - Victim of Your Father´s Agony
17.9.2017
VagusNerve - Lo Pan
Guerilla Toss - Gay Disco
Igorrr - Hallelujah
Zanov - Moebius 256 301
ARCHIV
STATISTIK
23881 Rezensionen zu 16317 Alben von 6339 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Big Hogg

Gargoyles

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Folk; Psychedelic; sonstiges
Label: Bad Elephant Music
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Justin Lumsden guitar, vocals, bass guitar (1)
Richard Merchant trumpet, cornet, tenor horn
Ross McCrae trombone, Wurlitzer electric piano
Sophie Sexon flute, vocals
Nick Gaughan drums, percussion, electric piano, bass guitar, synthesizers (4)
Tom Davis bass guitar

Tracklist

Disc 1
1. Solitary Way 3.45
2. Vegan Mother's Day 2.53
3. Augogo 2.39
4. Laudation 1.35
5. Star og the Show 4.23
6. Drunk on a Boat 4.27
7. Waiting for Luigi 1.47
8. The Beast 6.25
9. Gold and Silver 3.50
10. Mercy 0.27
11. My Banana 3.32
12. Devil's Egg 4.40
13. Little Bear 1.20
Gesamtlaufzeit41:43


Rezensionen


Von: Marc Colling @ (Rezension 1 von 2)


Die Band Big Hogg stammt aus Glasgow und spielt einen Mix aus klassisch/progressivem Rock und Folk mit psychedelischen Einsprengseln. Was Big Hogg von vielen anderen Bands unterscheidet, sind die immer wieder eingesetzten Blech/Holzbläser. 2 Musiker der Band spielen ausschließlich Trompete, Posaune und Tenorhorn. Dazu noch eine variabel eingesetzte Flöte. Das ist die Grundlage für ihr zweites Album, das uns mehr noch als der Vorgänger in die seligen Hippiezeiten der End 60'er/Anfang 70'er entführt.

Die 13 Songs sind alle relativ kurz, einzig THE BEAST knackt die 6 Minuten Marke. Viele andere pendeln sogar nur um die 2 Minuten oder noch kürzer. Das bietet Abwechslung und trotzdem ist stets ein roter Faden zu finden. Der Gesang wechselt zwischen männlicher und weiblicher Stimme, was das Album natürlich noch interessanter macht.

„Gargoyles“ bietet Ausflüge in die 60'er Beatjahre wie in VEGAN MOTHERS DAY mit diesen lässigen Brassarrangements und einer funky Gitarre, LAUDATION könnte der Bruder von „Yellow Submarine“ sein. Zwischen hartem Funk und Beat pendelt THE BEAST bis zu dem Moment, in dem die Band alles zusammen brechen lässt, während STAR OF THE SHOW psychedelisch erklingt. Da fühle ich mich sofort zurückkatapultiert in das rauchgeschwängerte Hinterzimmer meiner Jugendkneipe wieder, wo früher immer die geilste Mucke lief.

Wie gesagt, dieses Album ist sehr ungewöhnlich und ich hatte anfangs Probleme, mich da rein zu finden. Es erinnert phasenweise an die deutsche Band Okta Logue, die ja zwischen Beatles und Pink Floyd auch alles spielen. Da jedoch phantastische Songs wie DRUNK ON A BOAT mit seinem langsamen Walzerrhytmus neben eklektischen und nach Gong klingenden Tracks wie DEVIL'S EGG stehen, faszinierte mich die CD immer mehr.

Schlussendlich konnte ich mich dem Charme des Albums nicht mehr entziehen. Obwohl das Etikett „Prog“ nicht passt. Oder vielleicht doch? 13 Songs auf einem Album zu vereinen, die nicht viel miteinander gemein haben ist eigentlich verrückt, oder? Nun gut, progressiv heißt ja eigentlich „fortschrittlich“. Was dieses Album sicher nicht ist, da es in der Vergangenheit lebt. Um eine Orientierungshilfe an unsere Leser zu geben würde ich das Album vorsichtig im Canterbury Sound einordnen, so à la Soft Machine, Hatfield & the North und Caravan. Ist mir eh egal, ich find's Klasse!

Anspieltipp(s): Waiting for Luigi ;-). Wie ProgBrass
Vergleichbar mit: The Style Council & Dexy's Midnight Runner auf Prog, dann wieder (siehe im Text)....
Veröffentlicht am: 29.5.2017
Letzte Änderung: 30.5.2017
Wertung: 12/15
mir dreht der Kopf. Bitte vorher reinhören, könnte ohne Vorwarnung auf den einen oder anderen verstörend wirken.

Zum Seitenanfang

Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Mit ihrem Zweitwerk "Gargoyles" liegen Big Hogg aus Glasgow gewissermaßen im Trend. Lockere, Alternative-beeinflusste Musik mit Holz- und Blechbläsern, gemischtgeschlechtlichem Gesang und Anspruch? Genau damit waren Knifeworld in den letzten Jahren erfolgreich, und wenn man das eine oder andere Merkmal etwas aufweicht, könnte man hier im weiteren Sinne auch noch District 97 oder The Tangent samt Umfeld ins Boot holen.

Die Einleitung hat zwar schon mal umrissen, was es auf "Gargoyles" zu hören gibt, die genauen Details zur Herangehensweise bedürfen aber natürlich einer Erklärung. Auffällig ist zunächst einmal, wie diese Elemente kombiniert werden. Die Bläser als das augen- bzw. ohrenfälligste Merkmal dieses Albums treten nämlich auf verschiedene Arten in Erscheinung. Recht oft, beispielsweise im Opener "Solitary Way", in "Vegan Mother's Day" oder in "The Beast", spielen die verschiedenen Instrumente dieser Familie Ostinato-Motive und werden folglich rhythmisch eingesetzt. Weitere Ausprägungen umfassen ausdrucksstarke Fanfaren ("My Banana"), dramatisch zugespitzte Harmoniefolgen ("The Beast"), burleske Läufe ("Laudation") oder auch entspannte Lounge-Atmosphäre ("Augogo", "Star Of The Show"), wobei letzteres natürlich immer mit einam langsamen Tempo der gesamten Musik einhergeht. Solistische Einsätze sind seltener, können aber ebenso Stiche machen, beispielsweise mit der Trompete in "Vegan Mother's Day". Dafür gibt es mit "Waiting For Luigi" und "Mercy" noch zwei Instrumentals, die alleine für das Bläserensemble arrangiert wurden.

Interessanterweise tragen die Bläser einen guten Teil der Musik, denn abseits dieser Instrumente ist die Musik recht locker geraten. Die Gitarren sind meistens clean oder gleich akustisch, Verzerrung wird eigentlich nur für Soli eingesetzt, und es wird mindestens genauso oft gerifft wie arpeggiert oder eine Mischform aus beidem hergestellt (was beispielsweise in "Vegan Mother's Day" übrigens den Stil von Steve Howe erahnen lässt). Tasteninstrumente, darunter E-Piano und jaulende Keyboards, stehen eher im Hintergrund und finden zumeist ebenfalls ihre Rolle in der Begleitung. Der Bass gibt sich deutlich vernehmbar, aber zurückhaltend, und ähnliches lässt sich auch vom souveränen, aber nicht aufdringlichen Drumming sagen. Hiermit wären wir auch gleich beim Thema "Rhythmus", denn mit diesem jonglieren Big Hogg scheinbar ebenfalls mühelos. So steigt man in "Augogo" mit einem 9/8-Takt ein, bringt den Laid-Back-8/8-Rhythmus von "Laudation" immer wieder mit einigen 7/8-Takten aus dem Tritt und schafft es schließlich in "Devil's Egg", einen 7/8-Takt mit einem bunten Arrangement drumherum hypnotisch und trippig wirken zu lassen - vergleiche "Morning Sentinel" von Regal Worm.

Einen interessanten Sound haben die Schotten also, und den sich makellos darin einpassenden, teils Yes-ig harmonisierten Gesang von Justin Lumsden und Sophie Sexon sollte ich eigentlich noch ausführlicher würdigen. Diese Erfahrung möchte ich aber der subjektiven Wahrnehmung des sich von diesem Text hoffentlich angesprochen fühlenden Lesers überlassen und stattdessen auf die Songs eingehen. Oder es zumindest versuchen, denn eigentlich schreiben Big Hogg ziemlich geradlinige, simpel strukturierte Nummern. Nett kombinierte Motive, Fanfaren oder Riffs zum Einstieg, Strophen und regelmäßig eine Art Steigerungen, die wie Bridges wirken, allerdings gelegentlich dann doch nicht auf einen Refrain hinauslaufen, sondern dann wieder in Aufnahmen der eingangs vorgestellten Motive münden. Allenfalls gibt's in der Mitte der Songs mal B-Passagen, ansonsten bleibt die Substanz über die gesamte Spielzeit erhalten. Besonders auffällig ist das, wenn zu Soli und Instrumentalpassagen der Rhythmus gegenüber der Strophe kein bisschen variiert wird - in dieser Hinsicht sind die Stücke auf "Gargoyles" sozusagen aufgebaut wie die alte Mercedes-Benz A-Klasse.

Die Konsequenz hiervon ist jedenfalls, dass die Songs nicht übermäßig komplex sind (und bemerkenswert oft am Ende einfach ausgeblendet werden). Aus Prog-Sicht können Big Hogg somit eigentlich auch nur durch ihre ungewöhnlichen, teils polyphonen Arrangements und die zeitweiligen Spielereien mit dem Rhythmus punkten. Andererseits ist "Gargoyles" hiermit ziemlich locker, leicht zugänglich und nachgerade sympathisch ausgefallen; eine Eigenschaft, die die Musik mit zeitweilig anklingenden Vorbildern wie den Beatles ("Laudation" hat sowas "Penny Lane"-artiges, "Drunk On A Boat" erinnert an "Lucy In The Sky With Diamonds"), Chicago (na klar, die Bläser!) oder auch Steve Hacketts Soloalben teilt. Eine echte Konkurrenz zu den eingangs genannten Schwergewichten sind Big Hogg damit (noch?) nicht, aber zumindest probieren kann man "Gargoyles" unterm Strich allemal.

Anspieltipp(s): The Beast, Devil's Egg, Vegan Mother's Day
Vergleichbar mit: Knifeworld, Chicago, Beatles
Veröffentlicht am: 17.8.2017
Letzte Änderung: 17.8.2017
Wertung: 9/15
Klanglich schön bunt, jetzt müssen nur die Songs noch ausgefeilter werden

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum