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Kylver

The Mountain Ghost

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (CD,download)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Metal; Progmetal
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Barry Micheson dr
James Bowmaker b
Jonny Scott g
Neil Elliot org,keyb

Tracklist

Disc 1
1. The Mountain has ghosts 14:13
2. The Feast of The Mountain Ghost 10:18
3. The Dance of the Mountain Ghost 6:06
4. The Death of the Mountain Ghost 8:10
Gesamtlaufzeit38:47


Rezensionen


Von: Roland Heil @ (Rezension 1 von 2)


In Nordengland, genauer in Newcastle upon Tyne, gegründet von Drummer Barry Micheson, Bassist James Bowmaker, Gitarrist Jonny Scott and Organist Neil Elliot. veröffentlichen die 4 im Mai 2015 ihr Debut THE MOUNTAIN GHOST. Ein Konzeptalbum ohne Text, was dem Hörer ohne Kenntnis des "Konzepts" die Freiheit lässt, das Klanggeschehen auf sich ohne Vor-Urteil wirken zu lassen. Wobei die Titel dieses Vierteilers schon Hinweise geben, worum es sich im Konzept drehen könnte.

Den Hörer empfängt nach einem schlichten Intro Soundwände aus Metal-Doomgitarren und '70er-Orgel, gestützt von knurrigem Bass und solidem, erdigem Schlagzeug. Gesungen wird nicht, obwohl man hie und da eine Cantilene vermisst. Es gründet alles auf Riffs, die mal mehr oder weniger komplex ausfallen. Einzeldarstellung ist nicht, es zählt nur das Team, will heißen, dass Jonny Scott am Ende des ersten Tracks seine Solokunst auf ein tolles Riff aufsetzen darf. Ansonsten gibt es seltene Fills von Gitarre und Orgel.

Das Ganze wird mit viel Druck, reduziertem Tempo und einigen Wiederholungen gespielt, wobei es KYLVER gelingt vor dem Nervpunkt die Kurve zu kriegen und die Riffs zu ändern. Sie selbst beschreiben ihr musikalisches Konzept als instrumental-progressiven Postrock mit metal-doomen Riffs und "classic hammond". Hinter dem "progressiv" möchte ich ein Fragezeichen setzen, denn Vieles des Gehörten kommt dem erfahrenen Hörer sehr bekannt vor. Aber das gilt auch für einige Veröffentlichungen neueren Datums, denen gerne das Etikett "Retro" angepappt wird.

Zurück zu KYLVER: sie schaffen es dennoch eine Spannung zu bauen und aufrecht zu halten, die durch das ganze Album trägt, wozu der pure Klang erheblich beiträgt. Die musikalischen Wendungen sind oft einfach gehalten, lösen dennoch einen Sog aus, der den Hörer beim 2.,3. Durchgang gefangennimmt und schwer wieder loslässt. Also Vorsicht, es ergibt sich eine gewisse Suchtgefahr! Für den Proggy, der es gerne zwischendurch mal härter, aber eingängig liebt ohne auf Texte achten zu müssen. Und den Hardrocker, der es instrumental mag.

Anspieltipp(s): The death of the mountain ghost
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.6.2017
Letzte Änderung: 6.6.2017
Wertung: 8/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Kurioserweise hatte Kollege Roland bei Kylver in "The Island" eine Steigerung gegenüber dem Debütalbum "The Mountain Ghost" gesehen. Nun habe ich mir "The Mountain Ghost" mehr oder weniger ausführlich angehört und komme merkwürdigerweise wiederum zum entgegengesetzen Urteil: Kompositorisch sehe ich das Debüt ziemlich eindeutig vorne. Wie kommt das? Dazu später mehr, vielleicht erst einmal ein paar rudimentäre Einschätzungen zum Gesamtstil: Der ist hier eigentlich schon ganz gut entwickelt. Sludge-Doom gibt es auf "The Mountain Ghost" bereits an allen Ecken und Enden. Im Vergleich zum Nachfolger fällt dabei aber auf, dass die Keyboards von Neil Elliot geordneter und gezielter eingesetzt werden. Diesen beinahe übertriebenen Wust am Rande der Psychedelik, der sich auf "The Island" allenthalben fand, gibt es hier (noch) nicht, stattdessen liefert Elliot massive Begleitakkorde, hin und wieder prägnante Motive und in "The Death Of The Mountain Ghost" sogar mal - freilich zu einem entsprechenden Hintergrund - echte Spacerock-Soundeffekte.

Der Klang von "The Mountain Ghost" ist so gesehen also konzentrierter und sauberer als der von "The Island". Nun also endlich zu den Kompositionen: Hier stellt sich heraus, dass Kylver auf ihrem Debüt ebenfalls etwas feinfühliger agiert haben. Bereits der Opener "The Mountain Has Ghosts" erarbeitet sich erst - ausgehend von der Orgel - ein einprägsames Thema, schwenkt dann kontinuierlich um auf Crimso-lastigen Hardprog einschließlich hymnischer Riffs, der dabei aber zwischen härteren und zurückgenommenen Passagen changiert. Um 6:30 herum steigert man sich dann mit vorübergehenden Spacerock-Anklängen (Hawkwinds "Brainstorm" lässt grüßen) zu einem regelrechten Klangdickicht... das man dann in einer Ruhepause mit barock-kontrapunktischen Motiven auf Orgel und Gitarre auflöst, um die man dann einen leicht hypnotischen Schlusspart in der Art von Yes' "Starship Trooper" entwickelt.

"The Feast Of The Mountain Ghost" verblüfft zunächst dadurch, dass das Arpeggio-Motiv auf dem Klavier dergestalt mit den übrigen umspielt Instrumenten und auch selber variiert wird, dass sich interessante rhythmische Ambiguitäten ergeben. Härtere Einwürfe folgen nach knapp drei Minuten, aber zur Motivik kehren Kylver zwischendurch immer wieder zurück, ehe es nach gut fünf Minuten treibender wird. Der Fokus auf arabeske Motive lässt dabei positiv an Amorphis' "Elegy"-Album denken, und nach guten siebeneinhalb Minuten führt dies gar zu einem weiteren Crimso-Part mit so einem "Fracture"-artigen Motiv (allerdings auf dem Klavier). Am Ende ist "The Death Of The Mountain Ghost" ebenfalls interessant: Das Spacerock-Intro gibt den Weg vor, im Folgenden klingt die Musik überraschend krautig und hypnotisch und vertont den folgenden Wartezustand sogar ganz gut. Die tatsächlich erfolgende Steigerung um 3:00 herum zieht die Elemente aus dem Intro raffinierterweise immer noch durch, und ein tasächlicher Umbruch in einer Passage mit Klargitarre wird nach und nach zurück zum Kraut-Part umgemodelt. Auch das Finale des Stücks zelebrieren Kylver effektvoll mit Synthies und schließlich sogar Double-Bass-Drumming.

Lediglich "The Dance Of The Mountain Ghost" fällt als einziger der vier Titel des Albums eher durch, und das wiederum eröffnet einen Blick auf das Nachfolgealbum: Denn ebenso wie dort in "Hy-Brasil" werden auch hier zwar kräftige bis hektische Sludge-Passagen und psychedelische Stimmungen gegeneinander gestellt, erfahren dabei aber ständige Wiederholungen, ohne dass im Laufe des Stücks nennenswerte und dauerhafte Neuerungen hinzukämen (selbst der etwas hektischere Riffpart um 3:20 herum bleibt Episode). So wetzt sich dieses Stück sehr, sehr schnell ab und wirkt angesichts dieses Mangels an den Song übergreifender Spannung auf "The Mountain Ghost" beinahe wie der sprichwörtliche schwarze Fleck auf der weißen Weste. Na gut, es ist ja laut Titel ein "Tanz", und da wiederholt sich wohl öfters was, aber sechs Minuten sind für sowas doch deutlich zu lang. Angesichts der drumherum gebotenen Qualitäten ist das aber vernachlässigbar. Denn insgesamt überzeugt "The Mountain Ghost" eben mit ziemlich interessant aufgebauten Stücken. Schon komisch, dass "The Island" daran zumindest in meinen Ohren nicht anknüpfen konnte, aber das ist wohl eine andere Geschichte.

Anspieltipp(s): The Feast..., The Death...
Vergleichbar mit: Sludge mit Retroprog- und Spacerock-Tendenzen
Veröffentlicht am: 15.3.2018
Letzte Änderung: 25.3.2018
Wertung: 11/15
Kompetente Longtracks diesmal. Vielversprechend!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kylver

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2016 The Island 9.00 2

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