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The Samurai of Prog

On we Sail

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Seacrest Oy
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Marco Bernard bass
Kimmo Pörsti drums and percussion
Steve Unruh vocals, violin, flute, guitar

Gastmusiker

Oliviero Lacagnina keyboards
Flavio Cucchi classical guitar
Brett Kull electric guitar
Daniel Fält vocals
Roberto Vitelli Moog Taurus pedals
Stefan Renström keyboards, vocoder
Octavio Stampalía keyboards
Rubén Álvarez electric & acoustic guitars
Kerry Shacklett keyboards, vocals, acoustic guitar
Srdjan Brankovic electric guitars
David Myers keyboards, grand piano
Jacques Friedmann electric guitars
Luca Scherani keyboards
Michelle Young vocals
Sean Timms keyboards
Mark Trueack vocals
Jacob Holm Lupo electric guitars

Tracklist

Disc 1
1. On We Sail 6:21
2. Elements of Life 7:54
3. Theodora 5:55
4. Ascension 5:19
5. Ghost Written 9:40
6. The Perfect Black 9:30
7. Growing Up 5:42
8. Over Again 4:06
9. Tigers 10:34
Gesamtlaufzeit65:01


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Die Samurai des Prog sind zurück!

Herrje, was für ein dämlicher Name. Aber was soll's, Namen sind Schall und Rauch, Bernhards (darunter auch Marco Bernard) sind auch nicht alle bärenstark - und hier ist der Name in erster Linie Schall: retroprogressiver Schall. Klingt das Wort oxymoronisch? Yep, ist es auch. Und doch...

Und wieder ist es ein herrliches Album geworden. Gleich zu Beginn geht es mit einer Mischung aus emersonschen Orgeltönen und kansasischem Gefiddle, ergo mit einem Kopfsprung hinein in die wohlige Klangwelt der Siebziger. Wer sich von nun an an den gewohnt nicht wirklich glänzenden Gesangsleistungen nicht stört, der ist in für einen 65minütigen Reit durch die bunte Welt des Reotroprogs. Und die Samurai of Prog enttäuschen nicht: Auch hier gibt's wieder jenen plüschig-schnörkeligen Prog, den wir von ihnen mittlerweile gewohnt sind. Sie sind damit die bessere Alternative zu dem nich lang erwarteten, aber erwartet langweiligen "Grimspound" von small small train.

Das Album legt nach dem Einsteiger und Titelstück "On We Sail" (geschrieben von Kerry Shacklett), das schöne Gesangsmelodien mit den besagten ELP- und Kansas-Elementen kombininert, noch einen drauf: "Elements of Life" von Octavio Stampalia (Jinetes Negros) ist dynamischer, hat mehr Power, mehr Wendungen - mehr Prog. Steve Unruhs Flöte sorgt klanglich für einen tullesken Einschlag, die Musik ist jedoch fern davon: Dramatisch geht es zu, wuchtig, mit viel Drive und Energie. Großartiger Retroprog!

Nachdem "Theodora" (von Luca Scherani) ein wenig zurückschaltet (immerhin singt hier Michelle Young, die beste Sängerin auf dem Album), geht es mit einem Instrumental weiter, das irgendwo zwischen BBTrain und dem Barock Project angesiedelt ist: "Ascension" von David Myers, ein Folkprogger in so einem typischen Wakeman-Rhythmus.

Höhepunkt nach dem von Sean Timms komponierten "Ghost Written" (Sean Timms und Mark Trueack auf ein und demselben Album! Hui!) ist das großartige "The Perfect Black" von Oliviero Lacagnina. Ein Instrumental mit starken Neoklassik-Einflüssen, das perfekt geeignet ist, um die Durststrecke zum nächsten Album des Psychedelic Ensembles zu überbrücken. Kompositorisch sicherlich das Glanzstück des Albums, zieht es sämtliche Register pseudoklassischen Progs: Rhythmuswechsel, harmonische Überraschungen, orchestrale Sounds. Wundervoll.

"Growing Up" von Shacklett ist demgegenüber ein leichtfüßiger Frühsommerprogger, der Spaß macht, aber weniger tief schürft. Nach dem Piano Solo "Over Again" von David Myers endet das Album schließlich mit "Tigers", das von dem kürzlich verstorbenen TSOP-Mitarbeiter Stefan Renström komponiert wurde. Dies war auch der Anlass für das vorliegende Album: Die Stücke drehen sich um Tod und Vergänglichkeit.

Davon sind die Samurai of Prog hoffentlich noch weit weg. Mögen sie noch lange unter uns weilen! Jedenfalls so lange sie uns so schöne Retroprog-Alben bescheren. Klasse Scheibe!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.6.2017
Letzte Änderung: 9.6.2017
Wertung: 11/15
Feines Retroprog-Album jenseits von Big Big Train, irgendwo zwischen Barock Project und The Psychedelic Ensemble

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 2)


Nach zuletzt zwei weniger überzeugenden Werken, die doch etwas angestaubt wirkten, präsentieren die Samurai ausgerechnet zum Thema „Unwiederbringliches und Vergänglichkeit“ ein ausgesprochen erfrischendes Album, das mit einer ganzen Reihe von Trümpfen stechen kann.

Die Instrumentierung des hier musizierenden internationalen Kollektivs, unter anderem mit großem Tastenarsenal und geschickt eingesetzter Violine, sorgt für abwechslungsreichen RetroProg, den man so kaum besser gestalten kann. Ein Schuss symphonischer Pathos – zum Teil dem leicht melancholischen Thema geschuldet – ist unüberhörbar, jedoch bleibt man zu Schmalz und Kitsch deutlich auf Distanz.

Die instrumental gehaltenen Beiträge wie auch die Vokalparts dürften Genrefans sicherlich erfreuen oder gar begeistern. Track 7 fällt im Vergleich zu den übrigen Songs ob seiner Schlichtheit in Text und Musik etwas ab; gäbe es ihn nicht, man würde ihn wohl nicht vermissen.

Besondere Erwähnung verdienen die instrumentalen Kompositionen von David Myers und Oliviero Lacagnina. Und natürlich der Schluss – Track des Albums, mit dem nicht nur das Buch dieser CD zugeklappt, sondern auch die Nacharbeitung des musikalischen Lebenswerkes von Stefan Renström abgeschlossen wird.

„Tigers“ ist der letzte Song, den Stefan kurz vor seinem plötzlichen und unerwarteten Tod in einen präsentablen Status versetzen konnte, zwei weitere blieben unfertig. Ihre Rohfassungen waren offenbar nicht in stimmiger Art und Weise durch seine Weggefährten wie vor allem Sänger Daniel Fäldt vollendbar.

Stefan hatte fest geplant, „Tigers“ und weitere neue Kompositionen auf einem neuen Album von Simon Says zu veröffentlichen, nach seinem Tod versprach Daniel Fäldt, für die Veröffentlichung dieses Songs Sorge zu tragen. Dass es sich dabei um eine teilweise Neuaufnahme unter Mitwirkung der Samurai handeln würde, war seinerzeit nicht abzusehen.

Diese Neuaufnahme ist naturgemäß durch den Einsatz weiterer Instrumente wuchtiger ausgefallen als das Original, welches übrigens auch einen etwas schwungvoller performten instrumentalen Mittelteil aufweist und ferner eine halbe Minute kürzer ist als die Samurai – Version.

Aus emotionalen Gründen muss ich an dieser Stelle einräumen, dass ich trotz aller Freude darüber, dass Daniel Wort gehalten hat und Stefans Vermächtnis damit aufleben lässt, im Grunde das wohl nur mir bekannte Original bevorzuge. Ob Stefan auch in diesem Punkt mit mir einer Meinung wäre, muss unerforscht bleiben.

Sei’s drum: wunderbares Album, teils anrührend, mit ausgezeichnetem RetroProg gefüllt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.8.2017
Letzte Änderung: 10.8.2017
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Samurai of Prog

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Undercover 9.00 1
2014 The Imperial Hotel 11.00 2
2016 Lost and Found 11.00 2

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