SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.11.2017
French TV - Ambassadors of Good Health and Clean Living
Cluster - Cluster & Farnbauer Live in Vienna
18.11.2017
Babils - The Joint Between
Reinhard Lakomy & Rainer Oleak - Zeiten
Deluge Grander - Oceanarium
Virgil & Steve Howe - Nexus
Sons of Apollo - Psychotic Symphony
Yurt - III - Molluskkepokk
17.11.2017
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
Tohpati Ethnomission - Mata Hati
Dialeto - Bartók in Rock
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
Necronomicon - Verwundete Stadt
Millenium - 44 Minutes
16.11.2017
Smalltape - The Ocean
Dworniak Bone Lapsa - Fingers Pointing At The Moon
Kotebel - Cosmology
Focus - The Focus Family Album
ARCHIV
STATISTIK
24091 Rezensionen zu 16463 Alben von 6400 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Anathema

The Optimist

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: New Artrock
Label: Imagem Music Publishing
Durchschnittswertung: 7.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Daniel Cavanagh guitars, vocals, keyboards, bass
Vincent Cavanagh vocals, guitars, keyboards, programming, bass
Jamie Cavanagh bass
John Douglas drums, keyboards, programming
Lee Douglas vocals
Daniel Cardoso drums

Gastmusiker

Greg Lawson violin
Alistair Savage violin
Emily Ward violin
Kobus Frick violin
Liza Webb violin
Paul Medd violin
Tom Dunn viola
Sophie Rathbone viola
Robert Anderson cello
Michael Owers trombone
Duncan Lyall double bass
Gregor Reid SFX editor

Tracklist

Disc 1
1. 32.63N 117.14W 1.18
2. Leaving it behind 4.27
3. Endless Ways 5.49
4. The Optimist 5.37
5. San Francisco 4.59
6. Springfield 5.49
7. Ghosts 4.17
8. Can't let go 5.00
9. Close your eyes 3.39
10. Wildfires 5.40
11. Back to Start 11.41
Gesamtlaufzeit58:16


Rezensionen


Von: Marc Colling @ (Rezension 1 von 3)


Die letzten Songs zeigen dann, wie es in Zukunft funktionieren könnte: modern, zielorientiert, schnell zum Hauptthema kommend..........Vielleicht werden die alten Fans mit den letzten elektronischen Songs nichts anfangen können. Für mich sind sie der Lichtblick, dass es nächstes Mal wieder zu mehr reicht. Meine Rezi zum Vorgänger „Distant Satellites“, einer CD die mich nicht überzeugen konnte.

Wer ist denn nun der Optimist? Der Künstler? Der Fan? Der Mann im Auto aus „A Fine Day To Exit“? Jedenfalls flieht er in eine andere Welt, ein anderes Leben. Ein besseres? Zu Beginn sicherlich. Doch es kommen erste Zweifel........“I don't belong here“......singt Lee Douglas im post-rockigen SPRINGFIELD. Und zum Schluss weiß niemand, was mit ihm passiert ist. Jeder darf sich seiner Phantasie selbst bedienen. Dass der Künstler kreative Ängste besitzt und somit dunkle Momente durchlebt, gibt Daniel Cavanagh in Interviews zu. Doch gelingen ihm genau in diesen düsteren Augenblicken die besten Songs. Angst als Motivation?

Nach dem Koordinatenopener des Silver Strand Beach in San Diego, wo das verlassene Auto aus „A Fine Day To Exit“ steht, stürmt LEAVING IT BEHIND wie ein Tornado über uns hinweg. Mit seinen elektronischen Einlagen ist der hart rockende Song modern und der richtige Einstieg in ein zeitgemäßes Progalbum. Doch mit ENDLESS WAYS wird es bereits ruhiger und Lee Douglas' betörende Stimme übernimmt das Geschehen, ringt mit sich selber gegen die Selbstaufgabe bis zuckende Riffs und sphärische Keyboardsounds den Song beenden.

Der Titeltrack THE OPTIMIST ist erstaunlicherweise ebenfalls ruhig, sphärisch, ja sogar mystisch. Hier erinnern Anathema mit ihrem schwebenden Sound an frühere Alben während SAN FRANCISCO absichtlich monoton und desillusioniert erklingt. Ein erstes absolutes Highlight stellt dann SPRINGFIELD dar mit einem sofort ins Ohr gehenden Hook auf dem Klavier, einer Lee Douglas in sehr zurückhaltender, aber umso effizienteren Darbietung und einer irgendwo zwischen Hoffnungslosigkeit und trotzigem Überlebenswillen hängenden Komposition.

Auch GHOSTS ist wiederum melancholisch aufgebaut und lugt nur vorsichtig hinter einer imaginären Mauer hervor, bevor CAN'T LET GO mit vollem Schwung und Selbstvertrauen das Tempo wieder anzieht und ungestüm nach vorne stürmt. Das hat Chuzpe und gefällt sofort. Auch das leicht angejazzte CLOSE YOUR EYES ist überzeugend instrumentiert mit Standbass und Posaune und versprüht eine positive und freudige Stimmung ohne Plattitüden zu verwenden.

Der absolute Flash steht uns aber mit WILDFIRES noch bevor. Lässt man sich auf die monoton-repetitiven Läufe am Klavier und den elektronischen Sound ein, wird man urplötzlich aus der eigenen Wohlfühlzone heraus gerissen mit heftigen, dunklen und bedrohlichen Riffs. Diese walzen alles nieder und lassen definitiv verbrannte Erde zurück.

So ist der Titel des letzten Tracks auf dem Album mit BACK TO START eher optimistisch gemeint. Man muss wirklich alles hinter sich abbrechen und loslassen um selbst erfolgreich wieder einen Neubeginn wagen zu können. Ein Rezept gibt uns Anathema nicht mit, doch lässt der Schlusstrack uns mit seiner positiven Art nicht alleine zurück. Im Gegenteil ermutigt er uns mit seiner Strahlkraft den Weg weiter zu gehen und uns nicht mehr umzudrehen.

Anathema haben den Weg zurück ins Licht gefunden. Ihr 11. Album schafft es den Vorgänger vergessen zu lassen und die Band hat sich nicht in weiteren unnützen Wall of Sounds verfangen. Die Streicher werden wieder dezenter eingesetzt und dort wo sie erklingen wie in BACK TO START macht es auch Sinn. Für Fans sicherlich ein Gewinn.

Anspieltipp(s): Close your eyes
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.6.2017
Letzte Änderung: 12.6.2017
Wertung: 11/15
die Band hat sich weiter entwickelt, das dürfte manchem alten Fan Kopfzerbrechen bereiten

Zum Seitenanfang

Von: Peter Meyer @ (Rezension 2 von 3)


´The Optimist` war ich, bevor ich das Album zum ersten Mal hörte. Die Erwartungen liefen vermutlich in Richtung "Fortsetzung" von The Lost Song. Ein neues We're here… oder gar Weather Systems, mit spannenden Sachen, die sofort ins Ohr gehen, dann nicht mehr raus, und dabei eine ungeheure suggestive Kraft entfalten.

Aber - nö.
Anathema haben sich in dieser Richtung nicht weiterentwickelt. Schon auf Distant Satellites konnte die hohe Qualität der ersten sechs Songs nicht gehalten werden, und die Platte verliert sich zum Ende in unergiebigen Elektronikspielereien (was für einige Hörer natürlich durchaus eine Weiterentwicklung war).

Beständige Wiederholung der Patterns und Steigerung des Arrangements bis zum Loudness War sind ein Stilmittel dieser Band. Hier wird das zuweilen mit ausschweifender Zügellosigkeit betrieben (Springfield), ohne dass die Kompositionen an Substanz gewonnen hätten, die Melodien an Niveau. Das führt zwangsläufig zur Langeweile, Lee Douglas' hervorragende Stimme allein kann es nicht rausreißen.
Die ersten drei Tracks (das Mikofonabenteuer zu Beginn mal wohlwollend weggelassen) sind zufriedenstellend, wobei der Opener noch das beste Stück darstellt. Aber mit „San Fransico wird die Dauerschleife dann uninteressant. Es fehlt die Magie von Stücken wie Everything und The Storm Before the Calm. Wenn San Fransisco, das immerhin über ein interessantes Klavierintro verfügt, Springfield, Ghosts, Can't Let Go, Close Your Eyes und Wildfire lange genug laufen, vergisst man irgendwann, dass man sie überhaupt hört. Der Longtrack folgt dem üblichen Schema, wird immerhin ein wenig abwechselungsreicher - aber: Warum endet der Song nach 7:30 Minuten und wird nach 3 Minuten Stille mit einer Atmo aus Gitarrenklampferei, Vogelzwitschern und Babygebrabbel wieder aufgenommen? Man erfindet sich ja von Zeit zu Zeit neu; vielleicht ist das ein frisches Stilmittel, der Silence War(?).

Fazit: Irgendwo, ganz irgendwo gefällig, aber es passiert zu wenig. Im Niemandsland zwischen Klangtapete und Gebrauchsmusik ist das Werk wenig aufregend. The Optimist ist zuversichtlicher als z.B. Hindsight, aber gemessen an den letzten Alben definitiv ein Rückschritt.

Anspieltipp(s): Leaving It Behind
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.8.2017
Letzte Änderung: 23.8.2017
Wertung: 7/15
das gegenwärtige Konzept scheint langsam ausgelutscht

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Die Idee für "The Optimist" stammt vom Albumcover von "A Fine Day to Exit" (2001): Darauf ist der Silver Strand Beach in San Diego County zu sehen. Dessen Koordinaten sind 32.63N 117.14W. "The Optimist" ist ein Konzeptalbum, das sich um die Geschichte des Typen auf dem Bild, des Optimisten dreht. Er ist verschwunden. Was geschah mit ihm? Der letzte bekannte Aufenthaltsort des Optimisten ist der Silver Strand Beach. Hat er irgendwo ein neues Leben begonnen? Ist er noch unterwegs dorthin? Ist das sein Auto auf dem aktuellen Cover? Dasselbe wie auf dem Cover von "A Fine Day to Exit"?

The Optimist wurde Album des Jahres 2017 bei den Progressive Music Awards. Mal versuchen, zu verstehen, warum.

Sachen wie "Leaving it behind", "Springfield" oder "Back to Start" sind keine Progstücke, sondern Popsongs, das kann niemand ernsthaft bestreiten. Gleiches gilt für "Endless Ways", ein gleichzeitig frenetischer wie auch traumiger, nun ja, Popsong. Pop beruht auf Wiederholung? Nun, allein die Zeile "The dream I’m creating" wird x-mal wiederholt. Trotzdem, ich mag's, ähnlich wie "Ghosts", Lee Douglas hat eine schöne Stimme. Und die schönen Geigen! Hach!

Beim Titelsong "The Optimist" wird's dann erstmals ein wenig anspruchsvoller. Ein wenig. Denn der Song bleibt trotz des beinahe durchgängigen Fünfertakts gut hörbar, ein wirklich schöner Track, der am Ende mit kleinen Variationen überrascht, wie der Beschleunigung des Tempos und der Einschaltung eines geraden Takts. So hat man bissl was zum Denken – das Album im Ganzen ist ja – ähem - deutlich stärker auf der Seite des Fühlens.

>Plop!< "San Francisco" ist leider wieder ungemein doof: Vier Klavierakkorde, jeder zweimal angeschlagen, das Ganze ewig wiederholt, und mit einem Tanzrhythmus unterlegt. Kann man nur dann mit Prog verwechseln, wenn man keinen Prog kennt und in den letzten 20 Jahren nicht mehr in einer Disco war. "Can't let go"? Im Ernst? Supper poppy Poprock. Und "Close your eyes" Supper sirupy Jazzpop. Im Ernst?

Back to Start: The Optimist wurde Album des Jahres 2017 bei den Progressive Music Awards. Ich habe das Album jetzt mehrfach intensiv gehört, darüber nachgelesen, mir Notizen gemacht, so wie ich das beim Rezensieren immer tue. Ich habe trotzdem große Schwierigkeiten, zu verstehen, warum das ein Progalbum ist, und, darüber hinaus, warum das ein gutes Album ist. "Beständige Wiederholung der Patterns und Steigerung des Arrangements bis zum Loudness War sind ein Stilmittel dieser Band" schreibt Peter, das stimmt, so wie es für zahlreiche andere Bands stimmt, von Crippled Black Phoenix über Oceansize und Amplifier bis Motorpsycho. Genügt das schon, um Prog zu sein? Nach und nach eine Klangschicht über die nächste zu legen? Warum? Peter gibt zu bedenken, dass eine Steigerung der klanglichen Wucht nicht automatisch eine Steigerung des Niveaus bedeutet. Oft ist es einfach nur die Wiederholung das Gleichen durch noch mehr Instrumente. Dieses Stilmittel ist jetzt von so vielen Bands so oft eingesetzt worden, dass es langsam genug ist. Wir haben's verstanden. Ja, es hat seine Wirkung, sie ist aber bloß atmosphärisch, bloß oberflächlich. Peter schreibt: "Wenn "San Francisco", "Springfield", "Ghosts", "Can't Let Go", "Close Your Eyes" und "Wildfire" lange genug laufen, vergisst man irgendwann, dass man sie überhaupt hört" – und das ist so ziemlich das Schlimmste, was man über Musik überhaupt sagen kann. Dabei ist es vermutlich nur eine andere Formulierung für "atmosphärisch". Atmosphärisch mag das sein, anspruchsvoll aber geht anders. Anspruchsvoll geht über Komposition, nicht über Sounddesign.

Anspieltipp(s): "The Optimist" ist interessant, "San Francisco" markiert den kompositorischen Tiefpunkt des Albums.
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.10.2017
Letzte Änderung: 12.10.2017
Wertung: 5/15
Dürftig. Für nichts, was auf diesem Album zu hören ist, braucht man als Voraussetzung den Progressive Rock, so wie er einst von The Nice, King Crimson und Yes erfunden wurde.

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anathema

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The Silent Enigma 12.00 1
1996 Eternity 12.00 1
1998 Alternative 4 10.50 2
1999 Judgement 9.50 2
2001 A fine day to exit 12.50 2
2003 A natural disaster 9.00 3
2006 A moment in time (DVD) 10.00 2
2008 Hindsight 10.00 1
2010 We're here because we're here 8.67 3
2011 Falling Deeper 7.00 1
2012 Weather Systems 9.67 3
2013 Universal 10.00 1
2014 Distant Satellites 10.40 5

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum