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Roger Waters

Is This The Life We Really Want?

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Rock / Pop / Mainstream
Label: Columbia
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Roger Waters Vocals, Acoustic guitar, Bass guitar
Nigel Godrich Keyboards, Guitar, Sound collages, Aarrangements
Guy Seyffert Guitar, Keyboards, Bass guitar
Jonathan Wilson Guitar, Keyboards
Roger Joseph Manning, jr. Keyboards
Lee Pardini Keyboards
Joey Waronker Drums

Gastmusiker

Jessica Wolfe Vocals
Holly Laessig Vocals
David Campell String arrangements

Tracklist

Disc 1
1. When We Were Young 1:38
2. Déjà Vu 4:27
3. The Last Refugee 4:12
4. Picture That 6:47
5. Broken Bones 4:57
6. Is This The Life We Really Want? 5:55
7. Bird In A Gale 5:31
8. The Most Beautiful Girl 6:09
9. Smell The Roses 5:15
10. Wait For Her 4:56
11. Oceans Apart 1:07
12. Part Of Me Died 3:12
Gesamtlaufzeit54:06


Rezensionen


Von: Günter Schote @ (Rezension 1 von 3)


„Amused to Death“ ist bereits 25 Jahre alt. Nun kommt der (Rock-)Nachfolger.

Doof ist, dass die beiden Alben kritisch mit unserer Gesellschaft umgehen müssen. Doofer ist, dass 25 Jahren Zeit war, Roger milder zu stimmen. Am doofsten ist, dass es nur noch schlimmer wurde.

Und dann kam Trump.

Zur Musik: klasse!

„Amused to Death“ rangiert in meinem Floyd-Ranking schon recht weit vorne. Doch „Is This The Life We Really Want?“ wird sich sicher noch einen Platz vor seinen Vorgänger schieben. Trotzdem kann ich nicht anders, als die 12 Titel als Musik vom Reißbrett zu bezeichnen. Jedes Stück ist exakt das, was man von Waters erwartet. Zudem hat Nigel Godrich das Album perfekt produziert. „Dogs“ wird angespielt, die Atmosphäre von „Run Like Hell“ wird heraufbeschworen, „Wish You Were Here“ wird zitiert. Bei Waters nichts Neues. Rogers Mitmusiker dürfen machen, was sie wollen – solange sie das wollen, was Roger will. Experimente gibt es keine; der Geist von Gilmour, Mason & Wright darf immer mal über den Songs schweben. Und „Picture That“ ist Killer!

Kurz: das Altbekannte ist noch immer überzeugend. Wer “The Wall“ und „Amused To Death” liebt, wird auch hier Freudentränen weinen. Wer diese beiden Alben für blutleere „Discomusik“ hält, wird auch hier keine La Ola starten.

Zu den Texten: bissig!

Inhaltlich hagelt es Kritik an den Mächtigen und den Führenden dieser Welt. Und genau wie bei der Musik, unterstelle ich Waters auch hier, in voller Anerkennung seiner über Jahrzehnte dokumentierten Fuck the fascist system-Haltung, ein gewisses Maß an Berechnung. Im Ernst: ein düsteres Album mit geschwollenen Liebestexten hätte wohl kaum die mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Tritte nach Trump hingegen lassen aufhorchen. Kritik an Israel lässt (leider) aufhorchen. Das Bild des sarkastischen Typen, der „The Wall“ gemacht hat, verkauft sich besser, als ein alternder Romeo.

Kurz: Waters hat noch etwas zu sagen. Und gut, dass er es sagt! Ihm nehme ich das ab, er hat das Charisma und das Standing dazu. Gilmour, sorry für den Vergleich, wäre damit weit weniger glaubwürdig.

„Is This The Life We Really Want?“ ist ein geiles Album. Düster. Kraftvoll. Hypnotisch. Melodisch. Und selbst wenn es ein Widerspruch in sich ist: Waters ist noch immer Visionär.

Wer sich bisher noch nicht durchringen konnte: klare Kaufempfehlung.

Anspieltipp(s): Picture That
Vergleichbar mit: The Wall/Amused to Death etc.
Veröffentlicht am: 12.6.2017
Letzte Änderung: 12.6.2017
Wertung: 11/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 3)


Ganze 25 lange Jahre dauerte es, bis Roger Waters sein neues Soloalbum mit dem Titel „Is This The Life We Really Want?“ veröffentlichte. Es ist das vierte beziehungsweise sechste Solo-Studioalbum – je nach Zählweise – des ehemaligen Bassisten von Pink Floyd. „Is This The Life We Really Want?“ passt stilistisch gesehen perfekt zu der letzten Veröffentlichung seiner Solokarriere „Amused To Death“ und der letzten Pink Floyd Veröffentlichung „The Final Cut“, die noch unter seiner Regie entstand. „Is This The Life We Really Want?“ klingt wie eine inhaltliche und musikalische Vereinigung aus diesen Schaffensphasen des Roger Waters.

Roger Waters ist immer noch wütend. Auf die Welt, auf die Menschen allgemein, auf die Mächtigen dieser Erde, auf alles, was in seinen Augen anklagenswert ist und das besingt und erzählt er auch auf „Is This The Life We Really Want?“. Thematisch und inhaltlich hat der Ex-Pink Floyd Bassist also seinen eingeschlagenen Weg konsequent fortgesetzt. Ebenso tat er dies musikalisch. Auch auf „Is This The Life We Really Want?“ hört man die für die Musik des Roger Waters so typischen Hintergrundgeräusche, Sprachfetzen, Radio- und Fernsehsendungen, welche in die Musik mit einfließen oder Stücke verbinden. Dazu gesellen sich dieses Mal noch ein wenig mehr Streicherarrangements, die die Musik auf diesem Album zusätzlich noch ein wenig eingängiger und weicher werden lassen.

Wenn man als Fan dieser Musik und dieses Musikers 25 Jahre warten musste, bis ein neues Album veröffentlicht wird, so steigt ganz sicher nicht nur die Vorfreude, sondern auch die Erwartung, die man an solch eine Platte stellt und man ist sehr gespannt. Schließlich hält man am Erscheinungstag die Scheibe in Händen, legt sie ein, hört sie intensiv, mehrmals intensiv und erhält zunächst eine Bestätigung des bereits Bekannten. Das, was hier erklingt, das ist Roger Waters Musik. Die Zeit scheint dabei keine allzu große Rolle zu spielen. Die Erde hat sich tausende Male weitergedreht, doch was man auf „Is This The Life We Really Want?“ zu hören bekommt ist altbewährt, scheint fast schon bekannt und sehr vertraut zu sein. Gut und sicherlich interessant, jedoch eben schon dagewesen, nicht mehr wirklich neu.

Auch das kann natürlich Spaß machen, man wird nicht enttäuscht, Erwartungen werden erfüllt. Man hört die Scheibe schließlich noch öfter, legt sie immer wieder ein und plötzlich erschließt sich einem alles doch anders, intensiver, schöner, passender, überzeugender und auch neu und bisher unbekannt. Immer wieder passiert es, dass man sich in Musik erst hineinhören muss, um diese mehr schätzen zu können. Im Falle von Rogers Waters‘ „Is This The Life We Really Want?“ verhält es sich jedoch anders herum. Hier glaubt man die Musik bereits mit dem ersten Hören zu kennen, allerdings erst mit den weiteren Durchläufen entdeckt man das Interessante, das Spannende, das Neue.

Viele der Titel lohnen. „Picture That“ und der Titeltrack „Is This The Life We Really Want?“ seien hier besonders erwähnt, obwohl das den anderen Nummern gegenüber nicht ganz fair ist. Trotzdem. Das Lied „Is This The Life We Really Want?“ wirkt zunächst fast zäh und doch steigert es sich, wird intensiver, berührt und packt. Es beginnt mit einem Radio-Interview des Donald Trump, der da sagt: „So as an example you’re CNN. I mean it’s story, after story, after story is bad. I won. I won. And the other thing, chaos. There’s zero chaos. We are running. This is a fine-tuned mach-“. Dann wird die Übertragung abgebrochen und man hört einen leisen Seufzer. Besser, als mit diesem Zitat, kann man ein Lied mit dem Namen „Is This The Life We Really Want?“ kaum einleiten. Die Nummer klingt ein klein wenig schräg, ist dabei allerdings eingängig, reißt schließlich mit – und beim ersten Mal des Hörens klingt das alles noch so unscheinbar. Die Musik des Roger Waters ist auf „Is This The Life We Really Want?“ sicherlich kein Progressive Rock oder Psychedelic Rock mehr, wie es jene Musik von Pink Floyd früher zumindest zeitweise einmal war. Jedoch ist es tiefergehender Pop und Rock, niemals oberflächlich, immer fordernd und letztendlich musikalisch wie textlich packend und mitreißend.

Fazit: Für „Is This The Life We Really Want?“ kann es nur eine Vorgehensweise geben: Die Regler laut aufdrehen und die Musik wirken lassen. Sie wirkt. Das alles allerdings mit einer Einschränkung: Wenn jemand „Amused To Death“ und „The Final Cut“ von Pink Floyd eher langweilig fand, dann wird es ihr oder ihm mit „Is This The Life We Really Want?“ auch nicht viel anders ergehen. Für alle anderen, die diese Musik jedoch liebten, wird das neue Album des Roger Waters zum musikalischen Fest.

Anspieltipp(s): Picture That, Is This The Life We Really Want?
Vergleichbar mit: The Final Cut, Amused To Death
Veröffentlicht am: 30.6.2017
Letzte Änderung: 30.6.2017
Wertung: 13/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Je mehr ich mir diese CD anhöre, desto mehr wird mir bewusst, wie zeitlos diese Musik von Roger Waters objektiv gesehen ist. Von allen Seiten aus betrachtet, also Aufnahme, Instrumentierung, Komposition und Text. Die Aufnahme zeitlich zu verorten ist unmöglich. Sie klingt wie Mitte der 70'er aufgenommen, warm und rund, besitzt aber alle modernen Charakteristika wie eben 2017 üblich. Roger Waters bedient sich aus seinem riesigen Fundus vergangener Tage und modernisiert diesen moderat. Fast nicht bemerkbar, und doch zu erkennen. Da hört man „Animals“ oder „Wish you were here“ genau so heraus, wie „The Wall“ oder „The Final Cut“. Sogar die Hunde bellen wieder, wie schon früher bei ihm oder Pink Floyd. Das macht es leichter, sich in das neue Material hinein zu hören.

Die CD übertrifft meine (zugegebenermaßen bescheidenen Erwartungen) um ein Vielfaches und hat mich positiv überrascht. Die Art und Weise wie Waters hier Altes mit Neuem vermischt, ist für mich ein erstaunlicher Schritt nach vorne in der Karriere des Musikers. Auch wenn das Neue sicher nicht revolutionär ist und sich nur auf neuartige Basstöne oder ähnliches beschränkt. Waren auf „Amused to Death“ zu viele elektronische und nach Effekten haschende Töne auf dem Album die unbedingt modern klingen wollten, so reduziert er hier seine Musik und schafft damit genau das richtige Ambiente für seine friedvolle Revolution gegen das (seiner Meinung nach) Unrecht der Welt.

Dabei bedient er sich auch immer wieder Soundschnipseln mit politischen Aussagen. Die Keyboards sind ausgeprägter als die Gitarre, für die ich mir manchmal eine größere Rolle wünschen würde so wie in SMELL THE ROSES. Ist aber mein rein persönlicher Geschmack, andere sehen das womöglich komplett anders. Dass sein Gesang mit dem Alter nicht besser geworden ist, versteht sich. Ist aber nicht schlimm, da er meistens sowieso nur Sprechgesang ausübt. Also eigentlich wie immer.

Die Nähe zu seiner alten Band quillt aus fast jeder Note und dennoch klingen die Kompositionen frisch. Songs wie das lebendige PICTURE THAT oder das psychedelisch/düstere IS THIS THE LIFE WE REALLY WANT? ragen aus einem hervorragenden Album sogar noch heraus. Vieles erinnert unausweichlich an Pink Floyd, sei es wegen einer Melodie oder eines Klangbildes. Böswillige könnten von Plagiat reden, aber der Künstler bedient sich im Endeffekt nur bei sich selbst. Man könnte auch sagen, dass Roger Waters ein „Best of“ mit neuen Nummern aufgenommen hat.

Mein heimlicher Favorit ist BIRD IN A GALE. Psychedelisch, roh, hart und dann komplett aus dem Ruder laufend mit unheimlichen Stimmen im Off und einer hypnotisierenden Orgel im Hintergrund. Es stört mich auch hier nicht, dass vieles bekannt klingt. Das ist nun mal so: Roger Waters war ein wichtiger Teil von Pink Floyd. Soll der Mann etwa noch anfangen zu rappen?

Jeder Pink Floyd-Fan der 70'er kann sich das Album blind zulegen, auch ohne Waters-Fan zu sein. Es lohnt sich. Und seien wir doch mal ehrlich: wir wollen doch unbedingt diesen Pink Floyd-Stil hören, so und nicht anders.

Anspieltipp(s): Picture that, Bird in a Gale
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.8.2017
Letzte Änderung: 16.8.2017
Wertung: 12/15
bemerkenswertes Comeback

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Roger Waters

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 The Pros And Cons Of Hitch Hiking 8.25 4
1987 Radio K.A.O.S. 7.00 1
1990 The Wall - Live in Berlin (DVD) 7.50 2
1992 Amused to Death 10.50 6
2000 In The Flesh - live 6.50 2
2002 In The Flesh - live (DVD) 11.00 1
2011 The Collection - 1

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