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Transport

Milchreise

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Ambient; Krautrock; Psychedelic; RIO / Avant; Spacerock
Label: Ana Ott
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Nils Herzogenrath Gitarre, Bass, Synthesizer, Elektronik, Percussion, Gesang, Brummen, Rasseln
Edis Ludwig Synthesizer, Elektronik, Brummen, Rasseln
Niklas Wandt Percussion, Gesang, Brummen, Rasseln

Gastmusiker

Joshua Gottmanns Orgel, E-Piano
Elisa Kühnl Flöte
Felix Möser Flöte
Ana Schübelin Flöte

Tracklist

Disc 1
1. Werden 6:03
2. Sehnsucht und Weinbrand 5:33
3. Tanz um den Melkeimer 3:49
4. Gesang der Weichplastikkinder 4:58
5. Im Ekelzentrum 5:19
6. Der Traumbaum 2:42
7. Das Antlitz im Rauche einer neuen Welt 12:40
Gesamtlaufzeit41:04


Rezensionen


Von: Fabian Lutz @


Diese Transportmöglichkeit ist wohl eine kosmische. Die deutsche Experimentalkrautband Transport entführt den Hörer auf keine übliche, irdische Reise, sondern auf eine Milchreise. Was auch immer das heißen mag. Von Beginn an schichten sich Gitarrenspuren, energisches Drumming und ambientartige Klangflächen. „Werden“ heißt der Track und macht eben genau diese Bewegung durch – er wird. Was er wird, bleibt offen. Die Steigerung mündet in einem sphärisch-melodischen Klangteppich ohne irdische Instrumentalisierung. Spacewhispers, leichte Flötenklänge. Man hat es wohl ins All geschafft.

Deutlich friedlicher und entspannter kommt der poetische betitelte „Sehnsucht und Weinbrand“ daher. Spacewhispers, leicht-verspielte Schlagzeugschläge und eine sanfte Melodieführung durch ein Hang. Auch als die Gitarre einsetzt, bleibt es bei verträumt poetischen Klängen, die mich sogar ein bisschen an die friedlichen Sigur Rós erinnern. Man ruht im All. Bis der Track nach einem Schlagzeugwirbel jede klare Erdung verliert - elektrisches Fiepen, sonderbar verzerrte Stimmfetzen kündigen etwas Schweres an. Aber es bleibt verspielt und man fühlt sich sogar an die frühen Animal Collective erinnert. Tribalhaftes Getrommel, einfache, kurze Gitarrenakkorde, Gejohle und Geklapper beim „Tanz um den Melkeimer“. Hier haben sich die Weltraumreisenden wohl gefunden; oder etwas ganz anderes: Der „Gesang der Weichplastikkinder“ führt das wilde Drumming und Gejohle fort, wenn auch minimalistischer. Hier macht die Platte längst einen zunehmend monoton-sonderbaren Eindruck. Und wird bedrohlicher: „Im Ekelzentrum“ beginnt mit elektronisch-schrägen Klangflächen, wie man sie schon ähnlich bei Neu! hören konnte. Dann wieder komische Stimmen, verzerrte Gitarrenfetzen, erste Noiseanleihen, aber immer noch kein richtiger Song. Definitiv: Hier standen Neu! Pate, pures „Sonderangebot“. Später setzt das Gejohle wieder ein und der Lärm ist in schönen Klangflächen verschwunden. Puh! Ein echter Trip! Der nächste Track heißt „Der Traumbaum“ und intensiviert noch einmal alle Zutaten tribalhaft-friedlicher Welterkenntnis, ehe der Schlusstrack und 12-Minüter „Das Antlitz im Rauche einer neuen Welt“ drumgeleitet durch alle blubbernden Niederungen zu einem wilden Soundgemenge führt. Und dann ist schon aus.

Transport liefern ein hochexperimentelles, trippiges Album ab, das den Rocksound meist vernachlässigt und zu sphärisch verstärkten Klangwilderungen gelangt. An manchen Punkten in der Wahl seiner Mittel arg repetitiv, stimmungsmäßig aber konsequent und, gerade für so eine kleine Band, wunderbar produziert.

Anspieltipp(s): Werden, Sehnsucht und Weinbrand
Vergleichbar mit: Neu!, Can, Boredoms, Animal Collective
Veröffentlicht am: 1.7.2017
Letzte Änderung: 30.10.2017
Wertung: 10/15

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