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The Firebirds

Aladdin's Dream

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: improvisiert; Canterbury; Jazz; Jazzrock / Fusion; Klassikrock / Adaptionen; Moderne Klassik
Label: Ilk Music
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Anders Banke clarinet
Anders Filipsen keyboards
Stefan Pasborg drums, percussion

Tracklist

Disc 1
1. Aladdin Suite

1. Oriental Festive March 3:34
2. Aladdin's Dream 2:21
3. Hindu Dance 8:02
4. The Market Place in Ispahan 3:52
5. Prisoner's Dance 4:22

2. Helios Overture 10:40
3. Little Suite for Strings 7:09
Gesamtlaufzeit40:00


Rezensionen


Von: Volkmar Mantei @


2015 legte das dänische Trio The Firebirds sein Debütalbum vor. Die drei Jazz-Improvisatoren übten sich darin, Klassik in Jazz zu übersetzen. Keineswegs eine leichte Übung, war das Resultat verblüffend originell.

Kaum weniger gelungen ist nun der zweite Streich. „Aladdin’s Dream“ enthält drei berühmte Kompositionen des dänischen Komponisten Carl Nielsen, der in seiner Heimat wie ein Held verehrt wird, dessen Musik nur zu empfehlen ist.

The Firebirds wagen sich an eines seiner bekanntesten Stücke: Aladdin. Hier als „Aladdin Suite“ in 5 Sätzen gespielt, erweist sich das zwischen Jazz und Avant Rock changierende Stück als sehr freie, markante Punkte der Komposition aufnehmende Interpretation, die in einem schön illustren Rausch vital und energisch, dabei ziemlich lässig und entspannt arbeitet. Stefan Pasborg, mit allen Wassern gewaschener technischer Schlagzeuger, in der Jugend rockgeprägt, seit vielen Jahren bis in den Free Jazz agierender und eigene Kompositionen spielender Trommler, der aus einer Künstlerfamilie stammt und kein Interesse an flacher Allerweltsmusik hat, beweist sich erneut als kreativer Freigeist. Seine knochentrockene und äußerst vitale Spielweise, weniger klassisch jazzgeprägt als vielmehr aus Avantgarde, Rock und Jazz frei entfaltet, ist weit mehr als lediglich Basis für seine Begleiter. Gleichberechtigt und aufregend melodisch spielend, ist dieser lebhaft lockere Reigen erst durch die kräftige Rhythmusarbeit in ihrer spielerischen Variation beeindruckend. Anders Banke macht die großen Töne, fließt über seine Mitarbeiter und bringt die kompositorische Basis ein, oder er spielt rhythmische Muster, wenn Piano und Schlagzeug ins Freie schießen.

Ganz besonders eindrucksvoll, und stärkster Rockmotor des Unterfangens ist Keyboarder Anders Filipsen, dessen Sounds und Spielweise canterburyianische Qualitäten intoniert und damit zum Suchtfaktor wird. Sein hochmelodisches Spiel, sehr variabel und in aller Verrücktheit ziemlich cool und trotz angestrebter radikaler Ausreißer technisch und handwerklich stets hinreißend und überzeugend, hat eine starke Basshand und dazu tief ins Jazzdisharmonische greifende Melodiehand. Doch zuerst ist es das, was das Trio aus der Musik ihres Klassikers dachte. Respektvoll, aber doch radikal nehmen sie sich das Werk des klassischen Komponisten vor, schlachten die originale Intention der Komposition und bauen ein wildes Jazzhaus daraus. Die Orgie macht ordentlich Spaß und ist sehr kurzweilig.

Kaum weniger interessant ist Nielsens frühe Komposition „Helios Overture“. Wie im Original zart und lyrisch beginnend, arbeitet sich schnell ein deftiger Rhythmus aus, der eher Avant Rock als Jazz ist, und in der Begleitung mit den unisono spielenden Tasten und Gebläse flüssigen Groove baut, der melodisch das Original zitiert, sich aber die Muße gibt, das Ganze zu lädieren und neu zu orientieren. Rasant und äußerst gut!

„Little Suite for Strings“ beginnt wie eins dieser Doors-Stücke, die leise episch dahinfließen. Doch alsbald wird es hier radikal und frei, obschon der lyrische Ton erhalten bleibt.

The Firebirds erweisen sich als respektable Eleven. Sie grüßen den alten Meister mit Hochachtung und im Anschluss zersägen sie sein Werk und arbeiten es abstrakt und jazztrunken wieder zusammen. Klassik-Freunde werden erzürnt sein, sei’s drum. Progressive Geister mit Sinn für Vergangenheit und Zukunft indes können sich auf eine kraftvolle Exegese freuen, mit der das Musikzimmer lebendig wird und entspannt zu genießen ist.

Anspieltipp(s): Helios Overture, Prisoner's Dance
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.7.2017
Letzte Änderung: 3.7.2017
Wertung: 13/15

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