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Donella del Monaco & Paolo Troncon, Opus Avantra ensemble

Venetia & anima

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Folk; Klassischer Prog; Moderne Klassik; RIO / Avant
Label: OpusAvantra Studium
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Donella Del Monaco voice
Paolo Troncon piano
Mauro Martello flutes
Andrea Martin saxophone
Damiano Visentin accordion
Davide Sartori guitar
Gabriele Bruzzolo percussion
Michele Mestriner keyboards
Paolo Carraro cello
Marco Galliazzo viol
Giacomo Livolsi celtic arp
Stefano Bruzzolo sound
Flavio Colocci saxophone (3)
Giancarlo Rado guitar (9)
Enrico Martignon cello (9)
Choir "Schola San Rocco" (13)

Tracklist

Disc 1
1. Sancta Mater (An Der Grousser) 1:30
2. Canto De Çielo 2:58
3. Ave Gloriosa 5:06
4. Jerusalem Celesti 4:21
5. Nell'eterno Del Presente 4:04
6. An Der Grousser (II Versione) 1:17
7. Aqua Mystica 4:43
8. Verbum Bonum 2:44
9. Aah Venessia 2:56
10. Le'f Mamm 4:50
11. Crucis 1:42
12. Le'f Mamm (Ripresa) 1:06
13. Venetia Et Anima (Sanctus) 4:08
14. El Planto De La Verzene Maria 4:44
15. Deià Sainàtei 4:05
16. An Der Grousser (II Versione) 1:57
Gesamtlaufzeit52:11


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


"Venetia & anima" wird meistens als Opus-Avantra-Album geführt, wenn man's genau nimmt, ist es aber ein Nebenprojekt von Donella Del Monaco und dem Komponisten Paolo Troncon - die Opus-Avantra-Hauptfiguren Alfredo Tisocco und Giorgio Bisotto waren hier nicht beteiligt. Dennoch ist "Venetia & anima" im Geiste Opus Avantras entstanden: Die hier zu hörenden Musiker nennen such kollektiv Opus Avantra Ensemble, und das Ganze wurde in den Studios des OpusAvantra Studium in Treviso realisiert. Zu hören gibt es genau jene Mischung aus Klassik, Prog, Folk und Avantgarde, für die die Band bekannt ist.

Allerdings hat hier nicht Alfredo Tisocco die Musik komponiert, sondern Paolo Troncon, und der Fokus liegt hier etwas weniger auf Prog und Avantgarde, dafür mehr auf Klassik und Folk. Das liegt am Programm, zu dem Bandphilosoph Giorgio Bisotto im Booklet schrebt: "the theme of the Venetia et Anima suite is spiritual: mystical and religious space, the relationship between self and the universe". "Venetia & anima" ist ein an die Stadt Venedig geknüpfter Liederzyklus, der christliche Themen verbindet. Entsprechend lauten die Titel "Sancta Mater", "Ave Gloriosa" oder "Crucis". Dass dabei italienisch gesungen wird, auch lateinisch, überrascht nicht, dass hier auch Venetisch und Altitalienisch erklingen, schon eher, dass aber auch Lëtzebuergesch erklingt, ist ungewöhnlich. Das liegt daran, dass Paolo Troncon auch Texte anderer, oft mittelalterlicher Autoren verwendet und vertont hat.

"In truth it is this very silence, this very absence of God in our souls which frightens us and leaves us with a feeling of loneliness" - auch wenn die überwiegende Mehrheit sich durch solche Sätze gegen den eigenen Willen in ein religiöses Wir hineinvereinnahmt fühlen dürfte, weil sie nicht in Angst erstarrt sind, so ganz ohne Gott, ist das Album nicht nur was für christlich geprägte Hörer. Ja, die Musik widerspricht geradezu diesem einheitlichen (oder, wenn man's kritisch formulieren will: einseitigen) Konzept, zeigt sie sich doch verschiedensten Einflüssen gegenüber gerade besonders offen, und ist damit im Gegensatz zum Konzept besonders vielfältig. Ich deutete schon an, dass hier im Vergleich zu anderen Opus-Avantra-Alben Klassik und Folk stärker im Vordergrund stehen, wobei sich die beiden darin treffen, dass die Klassik hier nicht gerade sehr modern daherkommt, gleichzeitig aber auch nicht versucht wird, mittelalterliche Kirchenmusik nachzuempfinden (das geht ja meistens nicht gut aus). Die Avantgarde-Passagen sind dünn gesät, und dann weit weniger rhythmisch komplex, weniger aufgeregt, viel ruhiger als die Tisoccos. So ist "Venetia & anima" durch einen ruhigen Fluss von Melodien geprägt, die sich aneinander reihen und ineinander fließen.

Donella del Monaco stellt noch einmal die Vielfalt ihrer Stimme unter Beweis: Ihr warmer Sopran erklingt ebenso wie ihre Sprechstimme, und es hapert lediglich ein wenig bei der Aussprache des Lëtzebuergeschen...

"Venetia & anima" mag kein Opus-Avantra-Album sein, es atmet dennoch durchwegs den Geist dieses Projekts und kann allen Anhängern der Band nur wärmstens empfohlen werden. Es ist halt ruhiger als der Rest des Outputs.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Opus Avantra
Veröffentlicht am: 12.7.2017
Letzte Änderung: 12.7.2017
Wertung: 11/15

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