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SikTh

The Future In Whose Eyes?

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Mathrock; Metal; Postrock; Progmetal; Punk
Label: Peaceville Records
Durchschnittswertung: 10.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Mikee W. Goodman Vocals
Joe Rosser Vocals
Dan Foord Drums
James Leach Bass
Dan Weller Guitars, Synths and Programming

Gastmusiker

Spencer Sotelo Guest Vocals on "Cracks Of Light"

Tracklist

Disc 1
1. Vivid 4:28
2. Century Of The Narcissist? 4:09
3. The Aura 4:03
4. This Ship Has Sailed 1:19
5. Weavers Of Woe 5:31
6. Cracks Of Light 4:13
7. Golden Cufflinks 4:07
8. The Moon's Been Gone For Hours 2:46
9. Riddles Of Humanity 3:46
10. No Wishbones 4:30
11. Ride The Illusion 4:37
12. When It Rains 2:35
Gesamtlaufzeit46:04


Rezensionen


Von: Peter Meyer @ (Rezension 1 von 3)


„Die Könige sind zurück!“ (unbekannter User)

Auf königlich/apokalyptische Hässlichkeit weist schon einmal das Cover hin. Optisch kann also schon mal kein Fehlkauf zustande kommen. Das fiese Artwork ist Kunst (so wie „das Biest“ von Iron Maiden auch), ob sie einem gefällt, oder nicht. Genauso ist es mit der Musik. Volle Attacke und Dauerfeuer, die Musiker handhaben ihre Instrumente wie Maschinengewehre und verausgaben sich völlig. Das ist schon eine interessante, aber irgendwie abgedrehte und schwer fassbare Gemengelage - hart, pessimistisch, böse, unversöhnlich. Manchmal braucht man eben ein wenig Weltuntergang, um mit der Konzilianz des Alltags klarzukommen.

Der wüste und ungezügelte Gesang der beiden Sänger, ein durchaus gekonntes Gebrüll, Gegrowle und Geschrei, gefällt mir persönlich zwar ganz und gar nicht, er ist allerdings auch kein Hindernis, mich auf diese brachiale und kompromisslose Metalvariante einzulassen. Ich bin natürlich, weil zu sehr durch den Mainstream-Rock verweichlicht, kein Maßstab. Es melden sich sicherlich noch eloquente Stimmen zu Wort, die einen hartgesottenen Überblick über den SikTh-Katalog haben und mit Punkten nicht geizen werden.

Auf dem Opener „Vivid“ bestreiten die Sänger miteinander einen hochaggressiven Dialog. Er enthält „explicit content“, wie ein Warnhinweis für Eltern, Erzieher und andere Autoritätspersonen vermerkt. Den anstößigen Text konnte ich leider nicht entsprechend würdigen, weil ich ihn nicht verstanden habe, das kann wohl nur ein genrefähiger Vollengländer. Inzwischen sind die Vocals bei Gitarrenriffing mit 140 BPM (es ist einer der langsameren Titel) ensemble, ein Chor. Die Phasen des Chorgesangs gefallen mir - nicht nur bei diesem Track - am besten. Das Stück kommt zum Schluss mit einer kontinuierlichen Verlangsamung - ritardando - ein wenig zur Ruhe, ein guter Einfall.

In dem Stil geht es weiter, Mittellteile sind gelegentlich langsamer und die Hektik wird zurückgefahren, ohne dass die Parts an verächtlicher Schwere einbüßen. Zuweilen werden die Parolen im Sprechgesang vorgetragen (davon abgesehen, dass es sich nicht um „Sprechen“ im eigentlichen Sinn handelt). Das mögen viele nicht, weil es sich so gut wie nie in den musikalischen Fluss einfügen kann, immer Fremdkörper bleibt und darüber hinaus noch vom Instrumentalen ablenkt. Die Gitarrenarbeit hat etwas Maschinenhaftes, mit mehr Geräusch als Klang, genauso, wie die Vocals oft mehr Geräusch als Klang rüberbringen.

Diese im Prog relativ randständige Musik bietet dem einen wenig Möglichkeiten, Nuancen wahrzunehmen, andere haben bei 48 Minuten guitar-onslaught und drum-tempest ausreichend Gelegenheit für Extase, Headbanging und Mähnenpropeller; sie werden diese Veröffentlichung lieben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.7.2017
Letzte Änderung: 1.8.2017
Wertung: 8/15
„Progmetal“ beschreibt es nicht gut genug, tendiere zu „Anarchy Metal“ und wähle die Mitte zwischen 3 und 13.

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 3)


Sikth sind ein inspirierendes Bandprojekt, das Mitte des ersten Jahrzehnts der 2000er neben anderen sicher dazu beigetragen hat, dass sich der Prog-Metal der frühen Dream Theater Ära mit härteren Elementen und einer extremeren Gangart zu dem entwickeln konnte, was heute unter dem Banner Djent firmiert. Nur, 2006 war es dann plötzlich vorbei. Zehn Jahre dauerte es, bis mit „Opacities“ endlich ein Nachfolger, wenn auch nur eine EP, eingespielt war. Und damit war in Fankreisen so etwas wie Aufbruchsstimmung angesagt.

Nun sind sie also zurück!

In voller Länge!

Mit voller Wucht!

Puh!

Sikth geben in der Tat Gas. Das ist Thrash-Prog-Metal im Vollgasmodus. Hart, kompromisslos und aggressiv. Diese permanente Mega-Volt-Power ist auf Dauer durchaus anstrengend und dennoch wird hier ungebremste Energie freigesetzt, die dich auflädt und dich zappeln lässt. Hätte ich noch Haare, sie würden mir zu Berge stehen! Pausen liefern lediglich die gesprochenen Zwischen-/Endsequenzen „This Ship Has Sailed“, „The Moon's Been Gone For Hours“ und „When It Rains“. Ansonsten fahren Sikth im Hochenergie-Plasmamodus einer Sonne.

Was dabei begeistert, sind die eingängigen Melodielinien, die durch den mehrstimmigen, theatralischen Gesang und grandiose Instrumentalarbeit erzeugt werden. Wie man diese enorm komplexe, hyperaktive Rhythmik und Djent-Gitarren derart hektisch und wohlklingend einsetzen kann, das machen Sikth schon ziemlich einmalig. Das Wechselspiel zweier unterschiedlicher Sänger macht Spaß. Da gibt es den „normalen“ Schreihals Mikee W. Goodman, der immer mal wieder auch in getragenen Harmonien singt und diesen „wütenden“ Bösen Joe Rosser, der dagegen angrowlt. Im Song „Cracks Of Light“ kommt übrigens Spencer Sotelo von Periphery als Gegenpart zum Einsatz.

Vom ersten Moment an wird auf „The Future In Whose Eyes?“ dem Rasenmähermann gezeigt, wer die größeren Messer hat. Hier wird alles niedergemäht, was im Wege steht. Sikth sind kein Soundtrack zu einem Thriller, Sikth SIND Thriller. Weicheier gehen ins Bootcamp. Die Harten hören Sikth. Was für ein verrücktes Brett!

Anspieltipp(s): Vivid, Riddles Of Humanity
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.7.2017
Letzte Änderung: 31.7.2017
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


"SikTh sind wieder da!" schrieb ich zu der 2016er-EP "Opacities". Mit ihr meldete sich eine der für den Djent einflussreichsten Bands überhaupt zurück. 2014 hatten sich die ursprünglich von 1999 bis 2008 aktiv gewesenen SikTh wieder zusammengetan. Nun also ein neues Album, elf Jahre nach "Death of a Dead Day"!

"The Future in Whose Eyes?" erinnert die Welt nun daran, dass die Band immer noch eine Macht ist, mit der zu rechnen ist. Die neue Scheibe ist eine Art Konzeptalbum, eine Platte jedenfalls, die ein soziales Gewissen hat (und da hieß es vor ein paar Monaten, die neue Marillion sei ein Protestalbum - lächerlich, wenn man das hier gehört hat!): "Golden Cufflinks" dreht sich um die Fesseln, die die Musikindustrie Künstlern anzulegen versucht, in "No Wishbones" geht es um die neue Armut, und "Vivid" dreht sich um die psychische Verarbeitung traumatischer Erlebnisse. SikTh's Texte gingen immer in diese Richtung, diesmal scheinen sie, angesichts der absurden Entwicklungen unserer Gegenwart, in der sich manche darin gefallen, auf Schwächeren herumzuhacken, noch stärker auf den Punkt zu sein. Bisschen naiver sind sie dabei auch.

Musikalisch ist bei SikTh alles beim Alten: die Band verbindet Progmetal, Tech und Mathcore mit dem farbigen Doppelgesang von Goodman und Neuzugang Joe Rosser zu einem mittlerweile nicht mehr ganz einzigartigen Sound. Sie wirken wieder ein wenig kompromissloser als auf der EP, es hat noch etwas weniger Avantgarde-Anteile und dafür mehr Power. Gut so!

Neusänger Justin Hill ist gut, aber an Joe Rosser kommt er nicht ganz heran. Dennoch sind die zweistimmigen Gesangparts ganz stark. Und an Härte hat die Band nichts eingebüßt. Dafür sorgte unter anderem Adam "Nolly" Getgood von Periphery, der die Platte gemischt und gemastert hat. Und damit endet der Bezug zu Periphery nicht: Spencer Sotelo leiht der Band seine Röhre für den Song "Cracks of Light", wohl einer der stärkeren Songs auf der Platte. Ein anderer Einfluss ist der von Animals-As-Leaders-Gitarrist Tosin Abasi, dessen Thumping-Stil hier immer wieder zu hören ist.

Progmetal! Aggressiv, schnell, technisch auf höchstem Niveau. Wir bewegen uns auf dem Niveau von Bands wie Periphery, Animals As Leaders oder Meshuggah, so gut ist die Scheibe. Am stärksten ist sie zur Mitte hin, so ab "Weavers of Woe". Da folgen die Höhepunkte Schlag auf Schlag.

Ich habe übrigens die dreischeibige Deluxe-Ausgabe. Scheibe zwei enthält die Stücke ohne Vocals, das ist was für Freaks, die genau hören wollen, was die Jungs da spielen, Scheibe drei enthält einige Extra-Tracks, die aus überarbeiteten Bruchstücken der "Future"-Songs entwickelt wurden, und sehr, sehr anders klingen. Es gibt harte Beats, elektronische Klänge - was vollkommen anderes, als es auf dem regulären Album zu hören gibt. Meins ist es nicht, aber um die am weitesten verbreitete Tautologie des Rockjournalimus zu verwenden: wem so etwas gefällt, der wird es lieben!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.8.2017
Letzte Änderung: 7.8.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von SikTh

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 The Trees Are Dead & Dried Out Wait For Something Wild 11.00 1
2006 Death of a Dead Day 12.00 1
2016 Opacities 11.50 2

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